08.11.2016

VERBRAUCHER-TIPPS Die satten Rabatte locken: Wann sich Punkte-Sammeln lohnt

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Der Spareffekt? Häufig Augenwischerei! Weil Prämien oft zu teuer angesetzt und im Internet viel günstiger zu haben sind.

Foto: iStock/Paolo Cipriani

Der Spareffekt? Häufig Augenwischerei! Weil Prämien oft zu teuer angesetzt und im Internet viel günstiger zu haben sind.

Stempelhefte, Rabattkarten, Cashback: Über 90 Prozent der deutschen Verbraucher nutzen Bonus- und Treueprogramme. Sie shoppen am liebsten dort, wo die Rabatte locken.

Vier Rabattkarten hat jeder Verbraucher im Schnitt im Portemonnaie. Damit werden beim Einkauf fleißig Punkte gesammelt. Ganz vorne steckt bei den meisten die Payback-Karte (71 Prozent), gefolgt von der DeutschlandCard (42 Prozent) - so eine repräsentative Studie des Portals Qipu.de. Das Punktekonto bringt am Ende Bares oder eine Prämie. Ein Bonuspunkt pro einem Euro bedeutet meist ein Prozent Rabatt, ein Punkt pro zwei Euro 0,5 Prozent.

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Bei den Prämien die Preise vergleichen

Der Spareffekt? Häufig Augenwischerei! Weil Prämien oft zu teuer angesetzt und im Internet viel günstiger zu haben sind. Beispiel: Gardena Classic Gießstab. Mit DeutschlandCard kostet der 500 Punkte plus 18,99 Euro Zuzahlung. Über idealo.de bekommt man ihn mit Versand für nur 14,98 Euro. Stiftung Warentest rät: „Vergleichen Sie Preise, vor allem bei teuren Anschaffungen.“

Bessere Noten bekommt Cashback (bedeutet frei übersetzt „Geld zurück“). Ein Vergleichstest der Verbraucherschützer zeigt: Dort lauert deutlich mehr Sparpotenzial als mit Rabattkarten.

Bei Cashback muss sich der Kunde in einem Portal, z. B. Shoop.de, mit seiner E-Mail-Adresse und einem Passwort anmelden. Dann kann online bei den Partnergeschäften geshoppt werden, auch Telefonverträge und Autoversicherungen. Für jeden Einkauf gibt’s einen festgelegten Prozentsatz des Nettowarenwerts zurück - häufig drei bis sechs Prozent, manchmal sogar mehr als zehn.

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Sparen mit Sofort-Rabatt

An der Supermarktkasse sind vor allem Treuepunkte zum Einkleben heiß begehrt. Je teurer der Einkauf, desto mehr gibt’s. Ist das Heftchen voll, kann sich der Kunde eine Prämie aussuchen, etwa Kochtöpfe bekannter Hersteller, oft aber nur mit Zuzahlung. Und Achtung: Unabhängige Werkstoffprüfungen haben gezeigt, dass die Qualität mit dem Originalprodukt aus dem Einzelhandel häufig nicht mitkommt.

Garantiert sparen können Kunden mit Rabattkarten einzelner Firmen, z. B. Hagebau. Entweder wird der Betrag gleich an der Kasse abgezogen, beim nächsten Einkauf verrechnet oder mit einem Jahresgutschein vergütet. Und auch Treuekarten zahlen sich aus. Beispielsweise gibt es bei der Bäckerei Junge in Hamburg für zwölf Treuepunkte ein Brot im Wert bis 3,99 Euro gratis. Das schmeckt dann gleich doppelt gut.

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Bonusprämien von der Krankenkasse

Kontrollbesuche beim Arzt oder regelmäßig Sport - gesetzlich Versicherte können damit bei vielen Kassen im Bonusheft punkten, werden mit Geld, Fitnessartikeln oder Elektrogeräten belohnt. Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg hat 6 Tipps für Sie:

  1. Für 100 Euro Prämie müssen beispielsweise vier bis zehn Arzttermine, Gesundheits- oder Fitnesskurse abgestempelt sein. Die gibt’s nicht immer zum Nulltarif. Vorab mit der Kasse klären, was bezahlt oder bezuschusst wird.
  2. Kinder müssen meist weniger Nachweise sammeln als Eltern, erhalten dafür aber auch einen geringeren Bonus.
  3. Um ein Bonusheft zu bekommen, müssen sich Versicherte telefonisch, online oder schriftlich bei ihrer Krankenkasse anmelden.
  4. Am besten im Januar starten. Denn Bonusprogramme zum Nachweis von Check-ups, Impfungen oder Kursen laufen in der Regel ein Jahr. Wer erst im Herbst zu sammeln beginnt, hat kaum Chancen, sein Soll zu erfüllen.
  5. Gutgeschriebene Punkte sind nicht grenzenlos gültig. Jede Kasse legt selbst fest, bis wann Guthaben eingelöst werden müssen.
  6. Wer die Kasse wechseln will, sollte vor der Kündigung klären, bis wann er bleiben muss, um seine Prämie noch zu bekommen.

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Dieser Artikel erschien ursprünglich in der BILD der FRAU Nr. 37.

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