24.06.2016

Stiftung Warentest Welcher Bausparvertrag eignet sich für eine Modernisierung?

Welcher Bausparvertrag hat die besten Konditionen? Stiftung Warentest hat die Antworten!

Foto: ©iStock / Susan Chiang

Welcher Bausparvertrag hat die besten Konditionen? Stiftung Warentest hat die Antworten!

Der Wunsch nach einem Eigenheim ist groß. Die Realität sieht aber anders aus. Stiftung Warentest hat sich mal die besten Bausparverträge angesehen...

Der Wunsch nach einem Eigenheim ist oft groß. Die Realität sieht dann aber meistens anders aus. Denn nicht jeder kann sich ein Haus leisten! Derzeit sind die Zinsen zur Finanzierung zwar besonders gering, doch die Immobilienbranche boomt und dementsprechend teuer sind Grundstücke oder bereits bestehende Häuser im Kauf. Hinzu kommt, dass es nicht nur beim Kauf- oder Baupreis bleibt. Wer erst einmal ein Eigenheim hat, muss mit Folgekosten rechnen, denn spätestens in 15 bis 20 Jahren stehen erste Modernisierungsarbeiten an. Und die können teuer werden!

Um bestmöglich darauf vorbereitet zu sein, bieten Bausparverträge eine gute Option, die Kosten im Griff zu behalten und zu planen. Doch wer hat die besten Konditionen? Das Magazin test hat sich drei verschiedene Modelle vorgenommen. Mit erstaunlichen Erkenntnissen! Welcher Tarif am besten ist, hängt in erster Linie von den Zielen des Sparers ab, aber auch von Sparzeit und Finanzierungssumme.

Das Top-Angebot für eine 15 000 Euro teure Modernisierung innerhalb von vier Jahren kommt von der Bausparkasse Mainz mit ihrem Onlinetarif MaxDirekt F. Für eine in sechs Jahren benötigte Summe von 30 000 Euro liegt die Alte Leipziger knapp an der Spitze (AL-Baufinanz 2,5). Die BHW hat den besten Tarif (Wohnbausparen Plus FX2) für Bausparer, die in acht Jahren modernisieren wollen und mit Kosten von 50 000 Euro rechnen.

Natürlich stellt sich die Frage, warum man einen Bausparvertrag abschließen sollte, wenn man denn auch so Geld für die Modernisierung sparen könnte. Ganz einfach: Weil der Bausparvertrag einige Vorteile bietet!

Zinsversicherung

Der Zinssatz von meist 2 bis 3 Prozent für das Bauspardarlehen steht heute schon fest. Wie viel Zinsen Hauseigentümer in ein paar Jahren für den Modernisierungskredit einer Bank zahlen müssen, hängt dagegen von der unsicheren Zinsentwicklung am Kapitalmarkt ab.

Keine Zinsaufschläge. Der Zinssatz für das Bauspardarlehen gilt auch für kleine Kredite. Banken verlangen dagegen Zinsaufschläge von Kunden, die weniger als 30 000 oder 50000 Euro brauchen. Solche „Kleinsummen“ vergeben sie sogar oft nur als herkömmlichen Ratenkredit – zu deutlich höheren Zinsen als einen Immobilienkredit.

Nachrangdarlehen

Anders als viele Banken berechnen Bausparkassen keinen Aufschlag, wenn das Grundstück schon durch einen anderen Kredit belastet ist, der im Grundbuch an erster Stelle eingetragen ist.

Blankodarlehen

Kredite bis zu 30 000 Euro vergeben Bausparkassen meist als Blankodarlehen ohne Grundbuchabsicherung. Das spart Notar- und Grundbuchkosten.

Staatliche Förderung

Wer nicht zu viel verdient, bekommt auf seine Bausparbeiträge staatliche Wohnungsbauprämien. Ehepaare kassieren zum Beispiel bei einer Sparzeit von acht Jahren bis zu 720 Euro.

Doch es gibt immer zwei Seiten! In diesem Fall sind es die anfallenden Gebühren. Diese sind oft höher als die zu erwartenden Zinserträge. Positiv ist dann, wenn ein Darlehen auf den Bausparvertrag aufgenommen wird. Bausparer haben dann nämlich gute Chancen, mit dem Bauspardarlehen mehr Zinsen zu sparen, als sie in der Sparphase durch die Gebühren verlieren.

Darauf sollten Sie achten!

Die Auszahlung aus dem Vertrag – Guthaben und Darlehen – sollte für die geplante Modernisierung reichen. Die Spar- und Tilgungsraten dürfen die finanziellen Möglichkeiten des Bausparers nicht übersteigen.

Die Bausparsumme wird voraussichtlich zeitnah zur geplanten Modernisierung zugeteilt. Kommt die Zuteilung zu spät, muss der Hauseigentümer die Modernisierung verschieben oder bis zur Zuteilung einen Zwischenkredit in Höhe der Bausparsumme aufnehmen. Ein paar Monate sind dabei kein Problem. Eine längere Überbrückungszeit kann die Finanzierung aber erheblich verteuern.

Das Guthaben auf dem Bausparvertrag sollte bei Zuteilung nicht viel höher sein als das tarifliche Mindestguthaben von 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme. Wer mehr spart, verringert seinen Darlehensanspruch, der sich bei den meisten Tarifen aus der Differenz zwischen Bausparsumme und Guthaben ergibt. In der Regel ist es daher sinnvoll, die Einzahlungen in den Bausparvertrag zu stoppen, sobald das Mindestguthaben erreicht ist.

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