18.04.2012 - 00:00

Eine neue Studie der Uni Mainz beweist Ständiger Lärm macht krank

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Foto: ©iStock/SIphotography

Auch wenn Sie den Lärm nur unterbewusst im Schlaf ertragen müssen. Hier gibt's deswegen die sieben wichtigsten Lärmurteile.

Eine neue Studie der Uni Mainz beweist: Ständiger Lärm macht krank, sogar wenn Sie ihn unterbewusst im Schlaf ertragen müssen. Hier gibt's deswegen die sieben wichtigsten Lärmurteile: von Nachbarn mit Stöckelschuhen bis Glascontainer.

Kinderlärm

Kinderlärm auf dem Spielplatz müssen Anwohner in jeder Lautstärke hinnehmen. Eine Nachbarin hatte sich allerdings dagegen gewehrt, dass auch grölende Jugendliche den Spielplatz als Treff-Punkt nutzen. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof: Kinderlärm ist grundsätzlich zumutbar, wenn aber abends Heranwachsende auf dem Spielplatz herumkrakeelen, muss notfalls die Polizei für die nötige Ruhe sorgen (Az. 9 A 125/11).

Keine High Heels auf Laminat

Eine Frau klackerte oft auf hochhackigen Schuhen durch ihre Wohnung. Das nervte die Nachbarin darunter. Sie klagte wegen Lärmbelästigung. Das Landgericht Hamburg gab ihr recht: Trotz Trittschallschutz muss die Mieterin künftig auf den Fliesen und Laminatböden auf High Heels verzichten (Az. 316 S 14/09).

Sperrzeit für Diskothek

Die Nachbarn eines Tanzlokals müssen Lärm nicht unbegrenzt ertragen. Deshalb lehnte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Klage einer Disko-Betreiberin ab. Sie hatte gefordert, dass die Stadt die Sperrzeiten (werktags von 2 bis 6 Uhr, am Wochenende von 4 bis 6 Uhr) verkürzt. Doch die Richter sagten Nein. Um die Gesundheit der Anwohner nicht zu gefährden, müssen die nächtlichen Ruhezeiten eingehalten werden (Az. 22 CE 11.2353).

Baustelle droht Schließung

Wird es beim Hausbau in einem Wohngebiet auf Dauer zu laut, kann das Bauamt die Arbeiten stoppen lassen. Das Verwaltungsgericht Frankfurt/Main: Baustellen sind so einzurichten, dass die Nachbarn vor vermeidbaren Belästigungen geschützt sind. Bedeutet: Baulärm darf den Richtwert von 55 Dezibel – das entspricht etwa dem Brummen eines Staubsaugers – nicht regelmäßig überschreiten (Az. 8 L 1728/11).

Schutz vor Lkw-Krach

Lkw sind sehr laut. Deshalb verbot das Landratsamt Regensburg die Durchfahrt für schwere Nutzfahrzeuge auf einem Teilstück einer Bundesstraße. Dagegen klagten mehrere Speditionen, deren Fahrer diese Strecke als Ausweichroute nutzten. Doch das
Bundesverwaltungsgericht wies die Klage ab. Begründung: Die Anwohner müssten vor dem starken Motorenlärm geschützt werden. (Az. 3 C 40.10).

Nachtruhe hat Vorrang

In einer Bäckerei in einem Wohngebiet wurde auch nachts auf Hochtouren gearbeitet. Folge: starker Lieferverkehr. Das Verwaltungsgericht Koblenz untersagte die Tätigkeit. Grund: Die Nachbarn haben ein Recht auf Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr (Az. 1 L 123/10).

Glas-Container

Altglas-Container dürfen auch in einem Wohngebiet aufgestellt werden. Aber: Die Bewohner können von der Gemeinde Kontrollen verlangen, damit es dort außerhalb der Nutzungszeiten, also nachts und am Wochenende, wirklich ruhig bleibt. Das hat das Verwaltungsgericht Aachen entschieden (Az. 6 K 2346/09).

So können Sie sich wehren:

Lärmprotokoll erstellen

Das ist unbedingt notwendig, um Ihre Beschwerde oder Klage zu untermauern. Notieren Sie Datum, Ort, tägliche Dauer des Lärms, Grund (z.B. Baumaßnahmen), Art (z.B. Bohren,
Hämmern) und Lärmintensität (z.B. Gespräche sind in der Wohnung nicht mehr möglich).
Je genauer Sie die Belästigung protokollieren, desto besser.

Ansprechpartner finden

Sind Sie als Mieter betroffen, ist Ihr Vermieter verpflichtet, für Ruhe zu sorgen. Als Eigentümer müssen Sie sich an die Stadt oder an den Lärmverursacher wenden. Einigen Sie sich nicht, hilft nur eine Klage.


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