15.01.2019

Recht & Rat Taxi, Friseur, Restaurant – wie viel Trinkgeld gibt man?

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Zu viel oder zu wenig? Wenn es um das Trinkgeld geht, sind die Deutschen verzweifelt. Deshalb verraten wir Ihnen jetzt, wie viel Trinkgeld man wann gibt.

Foto: © iStock / George Clerk

Zu viel oder zu wenig? Wenn es um das Trinkgeld geht, sind die Deutschen verzweifelt. Deshalb verraten wir Ihnen jetzt, wie viel Trinkgeld man wann gibt.

Kennen Sie das unsichere Gefühl, wenn die Rechnung kommt? Wie viel Trinkgeld ist angemessen? Wir verraten Ihnen, ob Sie zu großzügig sind – oder zu knausrig.

Egal ob im Taxi, beim Friseur und im Restaurant: Mit der Frage, wie viel Trinkgeld angebracht ist, wurde bereits jeder konfrontiert – war man zu geizig oder hat man es maßlos übertrieben? Wir klären auf, wie viel Trinkgeld man gibt.

Wann gebe ich überhaupt Trinkgeld?

Grundsätzlich nur dann, wenn Sie mit einer Leistung zufrieden sind! Trinkgeld bekommen: Mitarbeiter in der Gastronomie und Hotelbranche. Außerdem Taxifahrer, Friseure, Kosmetikerinnen und Angestellte in Wellness-Einrichtungen. Keine klaren Regeln für Trinkgeld gibt es bei: Postboten, Handwerkern, Zeitungszustellern, Arzthelferinnen und Pizzaboten.

Welcher Betrag ist okay?

Das Trinkgeld sollte zwischen 5 und 10 Prozent des Rechnungsbetrages liegen. Das gilt für Taxifahrer, Friseure, Kosmetikerinnen und im Restaurant, egal ob Sie für 30 oder 300 Euro gegessen haben (also 3 bzw. 30 Euro Trinkgeld). In guten Hotels sollten Sie für Zimmermädchen (1 Euro pro Tag), Pagen (1 Euro pro Gepäckstück) oder den Zimmerservice (etwa 1 Euro) das entsprechende Kleingeld bereit haben.

Je nach Arbeitsumfang sind bei Handwerkern 5 bis 10 Euro okay. Das Gleiche gilt bei Arzthelferinnen und Krankenschwestern nach größeren Eingriffen oder längerem Klinikaufenthalt. Pizzaboten freuen sich über 1 bis 3 Euro. Achtung bei Müllmännern und Postboten: Sie dürfen oft kein Geld annehmen. Sagen Sie dann mit einem Sachgeschenk Danke.

Generell gilt: Nicht zu geizig sein. Wenn Sie zufrieden mit dem Service oder der Dienstleistung sind, dann zeigen Sie es auch.

Wie und wann überreiche ich das Trinkgeld?

Das Trinkgeld wird beim Bezahlen der Rechnung in bar überreicht. Bei Pagen wird das Trinkgeld nach der Dienstleistung mit einem freundlichen Danke überreicht.

Dem Zimmermädchen wird das Geld vor dem Putzen übergeben. Da Sie das nicht persönlich machen, sollten Sie einen Zettel schreiben. Diesen zusammen mit dem Geld gutsichtbar auf Bett oder Tisch positionieren. Liegt dem Geld kein Zettel bei, könnte das Zimmermädchen annehmen, dass das Geld nicht für sie gedacht ist.

Außerdem gibt es in vielen Restaurants sogenannte Mitarbeiterkassen. Dort können Sie zusätzlich Trinkgeld geben, dass am Ende des Tages zwischen allen Mitarbeitern aufgeteilt wird.

Und auf Kreuzfahrtschiffen?

Die Vergabe von Trinkgeld auf Kreuzfahrtschiffen hängt von der Reederei ab. Bei AIDA und TUI Cruises sind die Trinkgelder im Reisepreis enthalten, Hapag-Lloyd stellt das finanzielle Dankeschön frei. Royal Caribbean empfiehlt, etwa 7 bis 13 Euro pro Reisender und Tag aufs Personal aufzuteilen.

Das gilt im Ausland:

  • Skandinavien: Trinkgeld ist nicht üblich. Oft wird aber der Rechnungsbetrag aufgerundet.
  • Spanien, Portugal, Frankreich, Türkei: 10 bis 15 Prozent vom Rechnungsbetrag.
  • Österreich: wie in Deutschland.
  • Italien: Trinkgeld nicht üblich, wenn die Preise „servizio compreso“ sind. Dann nur die Rechnung aufrunden.
  • USA: In guten Restaurants 20 Prozent vom Rechnungsbetrag. Taxifahrer erhalten 15 Prozent des Fahrpreises, mindestens 2 bis 3 Dollar. Gepäckträger im Hotel 1 Dollar pro Gepäckstück. Zimmermädchen mindestens 1 Dollar pro Nacht (Geld auf dem Kopfkissen hinterlassen).

Mehr Tipps für Ihren Alltag und Ihre Finanzen finden Sie auf unserer Themenseite Haushaltstipps. Und wenn es – wie das bei Finanzen ja gerne mal ist – doch mal ins Rechtliche geht, hilft Ihnen unser Ratgeber Recht.

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