22.09.2011

Recht & Rat Wer seine Rechte kennt, hat (noch) mehr Spaß beim Einkaufen.

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Foto: © iStock / Yuri

Ob im Schuhladen, an der Supermarktkasse oder im Internet: Wer seine Rechte kennt, erspart sich Ärger und hat (noch) mehr Spaß beim Einkaufen.

 

Bin ich verpflichtet, im Kaufhaus meine Einkaufstasche vorzuzeigen?


Nein. In die Tasche darf nur die Polizei sehen – und auch die nur dann, wenn sie den begründeten Verdacht hat, dass der Kunde etwas gestohlen hat.

Können Einkaufsgutscheine ablaufen?

Ja, Gutscheine verjähren nach drei Jahren. Die Frist beginnt mit Ablauf des laufenden Jahres. Ein 2010 erworbener Gutschein ist also bis zum 31. 12. 2013
gültig. Wer den Gutschein im Januar bekommt, kann also fast vier Jahre damit etwas anfangen. Die Frist kann verkürzt werden, aber nicht beliebig. So hat
das Oberlandesgericht Hamburg (Az. 10 U 11/00) entschieden, dass ein Kinogutschein mindestens zwei Jahre gültig sein muss.

Muss der Laden verbeulte Pfandflaschen zurücknehmen?

Ja, allerdings sollte das Etikett noch erkennbar sein, sodass der Händler sehen kann, ob es sich tatsächlich um eine Pfandflasche handelt.

Mein Kind hat Ware aufgerissen. Bin ich verpflichtet zu zahlen?

Nur dann, wenn Sie nicht ausreichend auf das Kind aufgepasst haben und Sie zum Beispiel in einem anderen Gang waren und Ihren dreijährigen Sohn völlig
unbeaufsichtigt in die Süßigkeiten-Abteilung laufen lassen haben und er sich dort bedient.

Umtausch: Wer übernimmt die Versandkosten?

Grundsätzlich gilt: gekauft ist gekauft. Ein Recht auf Umtausch gibt’s nicht. Ist der Verkäufer aus Kulanzgründen dazu bereit, kann er die Bedingungen
bestimmen, also auch entscheiden, wer die Versandkosten trägt.

 

Gibt es eine Umtauschgarantie für Waren aus dem Internet?


Ja. Die dürfen Sie zwei Wochen lang zurücksenden. Ausnahmen gelten nur für wenige Produkte, wie zum Beispiel für verderbliche Lebensmittel oder Maßgeschneidertes.

Als ich eine Flasche aus dem Supermarktregal zog, kippten gleich drei Flaschen zu Boden. Muss ich alle bezahlen?

Ja. Auch wenn es nur aus Unachtsamkeit passiert ist. Ihre Haftpflichtversicherung zahlt den Schaden. Und: Meist verlangen Supermärkte bei kleinen Schäden kein Geld.

Bei mir wurden falsche Beträge von der Kreditkarte abgebucht. Was tun?

Sofort Widerspruch gegen die Abrechnung einlegen. Kann der Verkäufer, bei dem Sie angeblich was gekauft haben, keinen von Ihnen unterschriebenen Beleg vorlegen, wird der Betrag wieder gutgeschrieben. Hat sich also jemand Ihre Kreditkartennummer ergaunert und kauft damit im Internet ein, bleibt der
Verkäufer, nicht Sie, auf dem Schaden sitzen.

Reicht der Kassenbon aus, wenn ich Ware zurückgeben will?

Ja, aber um den Kauf zu beweisen, können Sie auch andere Beweismittel
nutzen, zum Beispiel Zeugen oder einen Kontoauszug mit dem abgebuchten Betrag und der Angabe des Geschäfts, in dem Sie eingekauft haben.

Auf dem T-Shirt ist ein sehr niedriger (leider der falsche) Preis aufgedruckt. Gilt der oder der echte, höhere?

Es gilt immer nur der Preis, der an der Kasse genannt wird. Preisangaben in Prospekten, an Regalen oder auf der Ware sind völlig unverbindlich.

Das neue Sofa wurde bei der Lieferung beschädigt. Wer haftet?

Haben Sie die Spedition beauftragt, haftet die Spedition. War zwischen Ihnen und dem Verkäufer vertraglich vereinbart, dass der Verkäufer das Sofa liefert,
haftet der Verkäufer, auch für ein Verschulden der Transporteure.


Kann ich überall um den Preis feilschen?


Ja, das geht fast überall. Es gibt nur noch wenige Ausnahmen, zum Beispiel bei Büchern (Buchpreisbindung im Buchhandel). Hier ist Feilschen unmöglich!

Muss ich Anzahlungen akzeptieren?

Nein. Verbraucherzentralen raten sogar von Anzahlungen und Vorkasse ab. Denn dann tragen Sie das Risiko, wenn das Unternehmen Pleite macht – und Ihre Anzahlung ist verloren. Bei einer hohen Anzahlung geben Sie zudem ihr Druckmittel gegen den Unternehmer aus der Hand.

Brauche ich für eine Reklamation die Originalverpackung?

Nein. Das ist nicht vorgeschrieben.

Vermessen! Der neue Schreibtisch passt nicht in die Wohnung. Ist es möglich, ihn zurückzugeben?

Nein, wenn Ihnen die Ware nicht gefällt oder nicht passt, gibt es kein Reklamationsrecht – es sei denn, Sie haben das vorher ausdrücklich vereinbart.

Jemand bestellt auf meinen Namen online Ware. Muss ich zahlen?

Nein, wenn Wildfremde auf Ihren Namen Ware bestellen, müssen Sie nichts bezahlen.

Welche Rechte hat der Kunde bei mangelhafter Ware?

Bei einem Fehler haben Sie nicht sofort das Recht, Ihr Geld zurückzuverlangen. Zunächst dürfen Sie nur zwischen Ersatz und Reparatur wählen. Erst, wenn das erfolglos war, können Sie den Kaufpreis mindern oder die Ware zurückgeben.
Aufpassen müssen Sie, wenn Ware wegen eines Fehlers oder leichter Verschmutzung reduziert wurde: Eine Reklamation deswegen ist dann
natürlich nicht mehr möglich, zusätzliche Mängel können Sie reklamieren.

Wie viele Versuche hat der Händler für eine Reparatur?

Zwei Versuche. Ist das Produkt danach immer noch nicht in Ordnung, können Sie einen Teil des Geldes zurückverlangen oder ganz vom Kaufvertrag
zurücktreten.

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