Aktualisiert: 02.08.2021 - 20:58

Sport auf Kosten des Tierwohls Drama bei Olympia: Schweizer Pferd muss eingeschläfert werden

Von der Redaktion

Der Olympische Reitsport wird von einer Tragödie überschattet: Das Pferd des Schweizers Robin Godel musste nach einer Verletzung eingeschläfert werden.

Foto: Getty Images/BEHROUZ MEHRI

Der Olympische Reitsport wird von einer Tragödie überschattet: Das Pferd des Schweizers Robin Godel musste nach einer Verletzung eingeschläfert werden.

Beim Geländeritt der Vielseitigkeitsreiter verletzte sich das Pferd von Schweizers Robin Godel so stark, dass es eingeschläfert werden musste. Schon in der Vergangenheit stand die Olympische Disziplin in der Kritik.

In diesem Jahr werden die Olympischen Spiele von einer Vielzahl von Dramen überschattet. Nach hitzigen Diskussionen über die Kleiderordnung von Frauen und einem Rassismus-Eklat in der deutschen Radsportmannschaft musste nun ein Tier mit seinem Leben bezahlen. Das Schweizer Vielseitigkeitspferd Jet Set erlitt nach dem Geländeritt so starke Verletzungen, dass es wenig später eingeschläfert wurde. Wird hier Sport auf Kosten des Tierwohls betrieben?

Olympisches Drama: Wieso musste das Schweizer Pferd sterben?

Olympia-Reiter Robin Godel muss ohne sein Pferd in die Schweiz zurückkehren. Sein 14 Jahre alter Wallach landete nach der letzten Wasserkombination so unglücklich, dass er per Ambulanz in eine Tierklinik geliefert werden musste.

Eine Ultraschalluntersuchung zeigte einen irreparablen Bänderriss im rechten Vorderbein. Nur wenige Stunden nach dem Wettkampf gab der Dachverband Swiss Olympic bekannt: "Aufgrund der Schwere der Verletzung und den damit einhergehenden Schmerzen musste das Pferd kurz darauf eingeschläfert werden".

Godel, mehrfacher Schweizer Meister, zeigte sich über den Tod seines Pferdes bestürzt. Auf Instagram schrieb er: "Mit sehr schwerem Herzen und enormem Bedauern muss ich Euch den viel zu frühen Tod meines lieben Jet Set mitteilen, nach einem Bänderriss beim Geländeritt hier in Tokio".

Geländeritt der Vielseitigkeitsreiter: Wie sicher ist der Sport für Pferde?

Schon vor dem tragischen Unfall des Schweizer Pferdes kritisierten Tierschützende die fehlende Sicherheit im Reitsport. Besonders im Turniersport werden Tiere zu Höchstleitungen getrieben und zu Sportgeräten degradiert, meint Tierschutzaktivistin Jana Hoger.

In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau erklärt sie: "Ob wie früher Military oder heute Vielseitigkeit – die sogenannte 'Krone der Reiterei' ist der Gipfel der Tierquälerei." Mit reiterlichen Hilfen werden die Tiere "rittig" oder "durchlässig" gemacht – auf Kosten des psychischen und physischen Wohls der Tiere.

Das Springen über hohe Hindernisse oder komplizierte Bewegungsabläufe seien keinenfalls artgerecht und natürlich für Pferde, erklärt Hoger weiter. Auch Methoden wie "Blistern", bei der die Beine der Pferde mit einer chemischen Substanz sensibler für Zusammenstöße gemacht werden, stehen in der Kritik.

Seit 1912 ist Dressurreiten im Programm der Olympischen Spiele. Besonders in Deutschland spielt der Reitsport aufgrund hoher Gewinne und Prestige eine große Rolle. Auch in diesem Jahr liegt die deutsche Profi-Reiterin Julia Krajewski auf einer aussichtsreichen Position.

Quellen: RTL.de, Spiegel.de, FR.de

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