Aktualisiert: 16.07.2021 - 22:19

PETA-Mitarbeiterin klärt auf Illegaler Katzenhandel: So sehr leiden die Jungtiere

Der illegale Katzenhandel setzt vor allem Jungtieren besonders zu, die der Mutter viel zu früh entrissen werden. Eine PETA-Mitarbeiterin über das Leid dieser Kätzchen.

Foto: PETA Deutschland

Der illegale Katzenhandel setzt vor allem Jungtieren besonders zu, die der Mutter viel zu früh entrissen werden. Eine PETA-Mitarbeiterin über das Leid dieser Kätzchen.

Traurige Entwicklung: Der illegale Katzenhandel nimmt drastisch zu: Wenige Wochen alte Jungtiere werden ihrer Mutter entrissen, um gewinnbringend verkauft zu werden. Wie sehr sie darunter leiden, erzählt eine Tierschützerin.

Seit die Grenzen nach dem monatelangen Lockdown wieder leichter passierbar sind, nimmt der Handel mit Tieren aller Art enorm zu, auch der illegale Katzenhandel, dem vor allem Jungtiere zum Opfer fallen. Eine sehr traurige Entwicklung, findet nicht nur Jana Hoger. Die Tierschützerin geht immer wieder dagegen vor, um skrupellosen Händlerringen das Handwerk zu legen.

Illegaler Katzenhandel: PETA-Mitarbeiterin über das Leid von Jungtieren

Jana Hoger ist Expertin für tierische Mitbewohner bei der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland. "Kleine Katzenwelpen werden für wenige hundert Euro an jeden Interessenten abgegeben", sagt sie – auch solche, die eigentlich noch auf die Milch ihrer Mutter angewiesen sind. Wie sehr die kleinen Katzen darunter zu leiden haben, und welcher Fall von Katzenbaby-Handel ihr besonders ans Herz ging, erzählt die Tierschützerin BILD der FRAU.

BILD der FRAU: Wie kommen Tierhändler an die Katzenjungen? Woher stammen sie?

Jana Hoger: Ähnlich wie der Handel mit Hundebabys ist der Katzenhandel ein lukratives Geschäft für kriminelle Händler, mit welchem sie schnell und viel Geld verdienen. In vielen Fällen werden die Katzenkinder aus dem Ausland ohne ausreichenden Imfpfschutz illegal importiert und sind meist viel zu jung, um von ihrer Mama getrennt zu werden. Häufig kommen die Tiere aus dem Osteuropäischen Raum, werden aus Ungarn, Tschechien, Polen oder aus der Slowakei importiert. In Deutschland angekommen, werden die Kitten im Internet, an Bahnhöfen, Parkplätzen oder in Verkaufswohnungen angeboten – nicht wenige versterben nach kurzer Zeit im neuen Zuhause.

Warum? Ist der Handel so schlimm für die Tiere?

Die langen Transporte bedeuten extremen Stress und eine hohe körperliche Belastung für die Tierkinder. Sie sind häufig der Auslöser, dass sich die Kitten mit Krankheiten anstecken oder diese direkt auf den Transporten ausbrechen.

Der Handel kann sie für ihr ganzes Leben schädigen. Da sie meist viel zu früh ihrer Mama entrissen werden, findet keine ausreichende Sozialisierung statt, sie leiden an Ängsten und im Erwachsenenalter an Aggressionen und anderen Verhaltensauffälligkeiten. Durch die frühe Trennung von der Mutter und den großen Stress des Transports ist das Immunsystem geschwächt. Viele der Kitten stecken sich aufgrund fehlender Impfungen mit Krankheiten wie dem Katzenschnupfen an, leiden an der lebensgefährlichen Katzenseuche oder an "Katzenaids". Gefährliche Darmparasiten wie Giardien oder Würmer sind keine Seltenheit, die auch auf uns Menschen übertragbar sind.

Gegen den illegalen Handel vorgehen? Katzen aus dem Tierheim aufnehmen, statt welche zu kaufen

Erzählen Sie uns von einem Fall, der Ihnen besonders nahe gegangen ist?

Besonders nahe ging mir der Verkauf von zwei kleinen Katzenbabys, die erst drei bis vier Wochen alt waren. Die Händlerin wollte uns die Kitten nachts an einer dunklen Bahnhofstation verkaufen und brachte sie in einer Handtasche mit sich. Ich erkannte sehr schnell die Notsituation, denn die kleinen Katzenkinder waren extrem schwach und dehydriert, sie brauchten noch dringend Katzenaufzuchtmilch – es war nicht klar, ob sie überleben würden. Wir riefen die Polizei und sicherten in der Zwischenzeit die Katzenbabys, damit die Händlerin sie uns nicht entreißen konnte. Die Polizei kam rechtzeitig, die Kitten wurden beschlagnahmt und sofort in eine Tierklinik gebracht. Wir haben ihnen damit das Leben gerettet. Die Händlerin wird strafrechtlich verfolgt – auch das ist wichtig, um ein Zeichen gegen den Handel zu setzen.

Was können Menschen tun, um nicht auf skrupellose Handelnde hereinzufallen?

Tausende Katzen suchen Jahr für Jahr in deutschen Tierheimen und Tierschutzvereinen ein Zuhause. Kein Mensch sollte die massenhafte Vermehrung von Katzenkindern unterstützen. Jedes Tier aus dem Tierschutz ist auf ein liebevolles Zuhause angewiesen, und die Chance, tolle Menschen zu finden, die genau so einem Lebewesen eine Zukunft schenken. Adoptieren statt kaufen!

PETA Deutschland e.V. ist Deutschlands größte Tierrechtsorganisation. Ihr Ziel ist es, jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen. Um das zu erreichen, setzt PETA sich für die Aufdeckung von Tierquälerei, die Aufklärung der Öffentlichkeit und die Vermittlung einer achtsamen und respektvollen Lebensweise ein.

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Auch im Berliner Tierheim leben jede Menge Tiere, die auf ein neues Zuhause hoffen – so wie Jana Hoger es gerade gesagt hat. Wir stellen jede Woche eines vor – wie wäre es beispielsweise mit Hund Herkules? ? Der Ärmste hat Hautkrebs!

Doch nicht nur in Deutschland gibt es zahlreiche TierheimbewohnerInnen: Warum es wichtig ist, auch Tieren aus dem Ausland eine Chance zu geben.

Sie sind noch unsicher, ob Sie dauerhaft einem Tier ein Zuhause gewähren können? Wie wäre es dann, erst einmal ein Haustier zur Pflege aufzunehmen? Was dahinter steckt, warum das eine großartige Idee ist!

Auf Mauritius leben Unmengen an streunenden Hunden. Deren Lage ist furchtbar, doch es gibt tapfere HelferInnen. In unserem Video erfahren Sie mehr darüber:

Animal Care auf Mauritius
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Sich um ein Tier zu kümmern, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wer sich das zutraut, muss schon einiges an Zeit und Aufwand investieren. Aber es lohnt sich – denn ein Haustier gibt einem so viel zurück! Auf unserer Themenseite finden Sie jede Menge Tipps und Tricks, Geschichten und Ratgeber dazu.

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