Aktualisiert: 01.07.2021 - 22:19

Ärger unter Nachbarn Wenn das Haustier zum Streitfall wird: Schräge Urteile

Von Redaktion

Streit unter Nachbarn wegen nervender Haustiere? Kommt gar nicht so selten vor. Welche Urteile Gerichte dann fällen.

Foto: Getty Images / Onoontour

Streit unter Nachbarn wegen nervender Haustiere? Kommt gar nicht so selten vor. Welche Urteile Gerichte dann fällen.

Streunende Katzen, krähende Gockel, lästige Hundehaufen: Immer wieder streiten sich Nachbarn – weil das Haustier von nebenan stört. Wie Gerichte dann entscheiden.

Zugegeben, manchmal kann es schon anstrengend sein, wenn Nachbarn ihre Haustiere an der allzu lockeren Leine lassen und Hundehäufchen, Katzen im Garten oder krähende Hähne nerven. Aber muss es dann gleich vor Gericht gehen? Offenbar schon, zumindest immer mal wieder, denn es gibt eine ganze Reihe Urteile, denen der Streitfall Haustier zugrunde liegt. Mitunter echt skurril – lesen Sie mal.

Schräge Urteile im Streitfall Haustier: So entscheiden Gerichte

  • Streunende Katze

Katzen können Grund für einen Mietmangel sein. Ein Mann beschwerte sich bei seinem Vermieter über häufige Besuche der Nachbarskatze, die durch die Terrassentür in seine Wohnung gelangt. Er will die Miete mindern. Laut Amtsgericht Potsdam darf er das um 10 Prozent (Az. 26 C 492/13).

  • Kratzer auf dem Auto

Das Auto einer Rentnerin wird von einer Katze mehrfach durch Kratzer beschädigt. Der Tierbesitzer weigert sich jedoch, zu zahlen. Das Amtsgericht Bremen urteilt: Das reine Betreten eines Grundstücks durch Katzen sei grundsätzlich zu dulden, Schäden und Beeinträchtigungen aber nicht (Az. 19 C 227/16).

  • Hunde bellen nachts

Weil seine Hunde nachts laut bellen und sich die Beschwerden der Nachbarn häufen, ordnet die Behörde an: Die Hunde dürfen von 22 bis 6 Uhr gar nicht und am Tag nur eine Stunde bellen. Dagegen klagte der Besitzer. Doch: Das Bellen sei eine Belästigung, so das Sächsische Oberverwaltungsgericht (Az. 3 B 87/17).

  • Vögel dürfen bleiben

9 Papageien hielt eine Vogel-Liebhaberin. Nachbarn beschwerten sich, die Stadtverwaltung wollte nur zwei Vögel erlauben. Das Oberverwaltungsgericht NRW urteilt: Zum Wohnen zählt auch das Halten von Haustieren wie etwa Ziervögeln – die Anzahl ist egal (Az. 10 A 985/14).

  • Hundeklo nebenan

Hundehalter sind auch für die Hinterlassenschaften ihrer Tiere verantwortlich. Wenn der Hund seine Notdurft in privaten Gärten und Einfahrten verrichtet, muss der Halter auch für die Beseitigung dieser Hundehaufen aufkommen. So entscheidet das Landgericht Berlin (Az. 35 O 251/16).

  • Katze frisst fremd

Ein Katzenbesitzer verlangt vom Nachbarn, seine Freigängerkatze nicht mehr anzufüttern – die kommt nämlich kaum noch nach Hause. Weil dieser sich weigert, klagt der Halter auf Unterlassung. Das Amtsgericht Mainz gibt ihm Recht. Der Nachbar darf die Katze nicht mehr füttern (Az. 79 C 395/17).

  • Hahn darf krähen

Eine Dorfbewohnerin ärgerte sich über das tägliche Gegacker und Hahnenkrähen auf dem Nachbargrundstück. Sie fühle sich von Lärm und Geruch beeinträchtigt, so die Frau. Das Verwaltungsgericht Neustadt urteilt: Das muss auf dem Land hingenommen werden (Az. 4 K 419/17.NW).

  • Zu viele Katzen

Mit sieben Katzen teilte sich eine Mieterin eine Dreizimmerwohnung. Nicht nur der Vermieterin, auch dem Amtsgericht Berlin-Lichtenberg waren das zu viele. Zwei sind laut Urteil genug (Az. 8 C 185/96).

Der Artikel erschien zuerst im Magazin "Frau von Heute".

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