Aktualisiert: 12.07.2021 - 22:27

Fleißige Arbeiterkatzen Diese skurrile Maßnahme ergreift Chicago gegen seine Rattenplage

Von Franziska Wohlfarth

Arbeiterkatzen sollen die Rattenplage in Chicago eindämmen. (Symbolbild)

Foto: Getty Images/gerdtromm

Arbeiterkatzen sollen die Rattenplage in Chicago eindämmen. (Symbolbild)

Chicago möchte seinen Ruf als "rattenreichsten Stadt" Amerikas loswerden. Dafür setzt die Regierung auf mauzende Unterstützung.

Katzen sind bekannt dafür, dass sie hervorragende Rattenfänger sind. Diese Eigenschaft macht sich eine amerikanische Stadt zunutze: Chicago versucht seine Rattenplage mit Katzen zu bekämpfen.

"Cats at Work": Chicago bekämpft Rattenplage mit Arbeiterkatzen

Chicago wurde inzwischen bereits zum sechsten Mal in Folge zur "rattenreichsten" Stadt der USA ernannt. Um den lästigen Nagetieren Einhalt zu gebieten, setzt die amerikanische Stadt auf eine etwas unkonventionellere Methode:

Die "Tree House Humane Society" hat ein Programm ins Leben gerufen, bei welchem streunende Katzen in rattenbefallene Gegenden ausgesetzt werden. Diese "Cats at Work" sollen die Plage auf natürliche und umweltfreundliche Weise eindämmen.

Katzen werden weiterhin versorgt

Natürlich werden die Miezen sich nicht komplett selbst überlassen: Sie werden freiwilligen Haus- und Geschäftsbesitzer:innen zugeordnet, welche die Arbeitstiere mit Futter, Wasser, Unterkunft und Pflege versorgen. Zuvor werden sie außerdem kastriert und geimpft.

Teil des Programms werden nur streunende Katzen, die nicht in ihr Revier zurückkehren können oder sich beim Menschen einfach nicht wohl fühlen. Statt jahrelang eingepfercht in einem überfüllten Tierheim zu versauern oder womöglich sogar eingeschläfert zu werden, können die Tiere stattdessen in einem behüteten Rahmen ihren Freiheitsdrang ausleben – eine Win-win-Situation für Mensch und Tier.

Katzen schrecken mit Pheromonen ab

Seit 2012 hat die "Tree House Humane Society" bereits 1000 Miezen auf die Straßen Chicagos losgelassen. Und das Programm scheint Früchte zu tragen, denn vorher waren Klagen zu hören: "Viele unserer Kunden haben uns erzählt, dass sie, bevor sie Katzen hatten, vor ihr Haus getreten sind und ihnen Ratten über die Füße liefen", erzählt Sarah Liss, ein Mitglied der Organisation, dem Fernsehsender WGN-TV. Nun bessert sich die Situation.

Denn obwohl Ratten auf der Speisekarte der Samtpfoten gar nicht ganz so weit oben stehen, genügt ihre Anwesenheit, um die lästigen Nager fernzuhalten. Grund dafür sind bestimmte Pheromone, welche die Katzen ausscheiden. Durch diese Botenstoffe werden die Ratten abgeschreckt und aus den Straßen Chicagos verjagt.

Warum gibt es so viele Ratten?

Expert:innen machen den weltweiten Klimawandel für die Plage verantwortlich: Die Rattenpopulation wird normalerweise durch die kalten Winter in Schach gehalten. Ein geringes Nahrungsangebot und Konkurrenzdruck sorgen dafür, dass viele Nager während dieser Jahreszeit sterben.

Doch mit den milder werdenden Temperaturen fällt das schwächer aus. Die Tiere müssen nicht mehr so viel Energie auf das Überleben lenken und können sich das ganze Jahr über munter weitervermehren.

Quellen: watson.ch, treehouseanimals.org, sueddeutsche.de, tag24.de

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