Aktualisiert: 18.06.2021 - 22:19

Häufiges Schicksal in Rumänien PETA-Mitarbeiterin: So haben wir Hündin Elfie aus der Tötungsstation gerettet

Jana Hoger von PETA war schon oft in Rumänien, um Hunde aus ihrem Elend zu befreien. Hier erzählt sie die Geschichte von Hündin Elfie.

Foto: PETA

Jana Hoger von PETA war schon oft in Rumänien, um Hunde aus ihrem Elend zu befreien. Hier erzählt sie die Geschichte von Hündin Elfie.

TierschützerInnen haben leider immer alle Hände voll zu tun. PETA-Mitarbeiterin Jana Hoger erzählt, wie sie mit ihrer Organisation Hündin Elfie aus einer Tötungsstation in Rumänien befreit hat.

Schon Besuche in städtischen Tierheimen in Rumänien sind schrecklich – für die Vierbeiner, die in diesen Einrichtungen untergebracht sind, ist es katastrophal: Die vielen Hunde sind in der Regel dem Tod geweiht, es fehlt an medizinischer Versorgung, Nahrung und Menschen, die ihnen eine zweite Chance schenken. In Tötungsstationen werden sie nach einer offiziellen Frist von zwei Wochen dann grausam umgebracht. Einige wenige von ihnen aber werden gerettet: Eine PETA-Mitarbeiterin erzählt, wie sie Hündin Elfie aus einer solchen Tötungsstation holen und sie gerade noch vor dem sicheren Tod bewahren konnte.

PETA-Mitarbeiterin über die Rettung von Hündin Elfie aus einer Tötungsstation

Jana Hoger ist Expertin für tierische Mitbewohner bei der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland. Warum die Wahl bei einem ihrer Besuche gerade auf Elfie fiel, erzählt die Tierschützerin BILD der FRAU: "Wann immer ich in rumänischen Tierheimen oder städtischen Tötungsstationen bin, versuche ich, ganz nah bei den Tieren zu sein. So habe ich mich auch in den rostigen, dreckigen Zwinger begeben, in welchem die kleine Elfie mit einigen anderen Welpen untergebracht war. Ohne ihre Mamas waren die Welpen schutzlos, einige sehr abgemagert und in schlechtem Zustand.

Als Elfie mich sah, kletterte sie mir auf den Schoß, drückte sich fest an mich und weinte leise. Ihr Körper war furchtbar mager, ihre kleinen Pfoten aufgrund der fehlenden Hygienebedingungen ganz aufgeweicht und entzündet. Elfie ließ mich nicht mehr aus den Augen. Es war klar, dass wir die schutzlosen Welpen hier nicht zurücklassen konnten, und organisierten Pflegeplätze, wo sie aufgepäppelt werden konnten. Elfie blieb auf meinem Arm, und so nahm ich sie mit in unsere Notunterkunft. Sie hatte mein Herz im Sturm erobert."

Elfie erkrankt schwer, es geht um Leben und Tod

Was geht in Ihnen vor, wenn Sie einen so fürchterlichen Ort aufsuchen?

Jana Hoger: "Eine Tötungsstation zu betreten, ist immer belastend und emotional. Doch wie muss es all den Seelen gehen, die hier eingesperrt sind und keine Chance haben, zu entkommen? Ich versuche, in all den Situationen stark zu sein, mir vor allem viel Ruhe und Zeit für die einzelnen Hunde zu nehmen und ihnen etwas Liebe zu schenken. Durch meine tiermedizinische Ausbildung habe ich ein Auge für kranke und verletzte Tiere. Hier kann ich direkt helfen, sie medizinisch versorgen oder sie, wie im Fall von Elfie, mitnehmen und ihnen dadurch das Leben retten. Bei so einer Rettungsaktion entsteht eine schnelle und sehr tiefe Bindung – die man niemals vergisst."

Jana Hoger und ihr Team untersuchten das magere Tier – Elfie wog nicht einmal fünf Kilogramm – und stellten fest, dass sie am Virus Parvovirose erkrankt war. Oft nimmt das einen tödlichen Ausgang. Elfies Zustand wurde sehr schnell besorgniserregend: "Sie begann, zu erbrechen, ihr Durchfall war blutig, die Bauchkrämpfe wurden immer stärker. Die kleine Hündin hatte keine Kraft mehr, sich auf den Beinen zu halten und benötigte umgehend intensive Betreuung", so Jana Hoger. Schließlich erhielt Elfie einen Venenkatheter – der ausgemergelte Körper hatte keine Reserven, das Leben der Hündin stand auf der Kippe. Jana Hoger blieb fast rund um die Uhr bei ihr.

Elfie hat es geschafft – so geht es ihr heute

Und tatsächlich: Nach etwa einer Woche stand fest, dass es die tapfere Hündin wohl schaffen würde: Endlich war ihr wieder der Anflug von Energie anzusehen. "Ihre Augen begannen, wieder zu funkeln, sie nahm uns und ihre Umwelt wieder wahr", erinnert sich Jana Hoger. "Wenn wir mit Elfie sprachen, wedelte ihr Schwanz ganz leicht, und es war spürbar, dass sie diesen Kampf gewinnen würde."

Wie schwer fällt es Ihnen, sich von einem Tier wie Elfie wieder zu lösen?

Jana Hoger: "Für mich ist es besonders wichtig, den Tieren in Not zu helfen, in schweren Stunden bei ihnen zu sein und alles dafür zu geben, dass das einzelne Leben gerettet wird. Die entstandene Bindung und die Spuren die ein solcher Vierbeiner hinterlassen, bleiben für immer bestehen. Trotzdem ist es für mich das größte Glück, wenn ein geretteter Vierbeiner seine perfekte Familie findet. Dann kann ich loslassen, denn ich weiß, dass viele andere Tiere meine Hilfe nun dringend benötigen.

Wie geht es Elfie heute?

Jana Hoger: "Elfie hat lange Zeit gebraucht, bis sie endlich fit genug war, sich auf die Reise in ihr eigenes Zuhause zu machen. Ihre Adoptanten haben riesiges Glück mit dem mittlerweile großen Energiebündel. Elfie ist eine intelligente, tolle Hündin, die endlich das gefunden hat, was jeder Vierbeiner verdient: ein liebevolles, eigenes Zuhause, welches von Vertrauen, Respekt und Mitgefühl geprägt ist."

PETA Deutschland e.V. ist Deutschlands größte Tierrechtsorganisation. Ihr Ziel ist es, jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen. Um das zu erreichen, setzt PETA sich für die Aufdeckung von Tierquälerei, die Aufklärung der Öffentlichkeit und die Vermittlung einer achtsamen und respektvollen Lebensweise ein.

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