Aktualisiert: 22.06.2021 - 22:19

Wichtiges Signal an die Welt Auch Wirbeltiere haben Gefühle: Neues Tierschutzgesetz in Großbritannien

Von der Redaktion

Ein neues Gesetz in Großbritannien macht sich für Tierschutz stark und soll damit das Leben zahlreicher Wirbeltiere verbessern.

Foto: Getty Images/Andrew Sacks

Ein neues Gesetz in Großbritannien macht sich für Tierschutz stark und soll damit das Leben zahlreicher Wirbeltiere verbessern.

In Großbritannien soll ein neues Tierschutzgesetz das Wohl von Wirbeltieren bewahren. Das Land will damit die Gefühlswelt der Tiere anerkennen.

Mit dem neuen Tierschutzgesetz in Großbritannien will Premierminister Boris Johnson das Land zum Vorreiter in Sachen Tierwohl machen. Der Gesetzesentwurf erkennt das seelische Wohl von Tieren an und betont, dass diese sich ihrer Emotionen bewusst sind. Mit der Verabschiedung dieses Gesetzes ist Großbritannien nicht das erste Land, das die Gefühlswelt von Tieren anerkennt.

Tierschutzgesetz in Großbritannien gilt für alle Wirbeltiere mit Rückenmark

Der britische Umweltminister George Eustice betonte gegenüber der Zeitung "Sunday Telegraph", dass es sich in dem Gesetz um Wirbeltiere handle, die ein Rückenmark haben. Er nannte das Vorgehen ein "wichtiges Signal an die Welt" und betonte, dass Minister Johnson der erste Permierminister sei, der Tierwohl auf seiner politischen Agenda verankert.

Andere Stimmen behaupten, dass der Premierminister sich vor allen Dingen wegen seiner Verlobten Carrie Symonds für Tiere stark macht. Die Beweggründe des Politikers bleiben offen, doch klar ist: Das Gesetz ist ein großer Fortschritt in Sachen Tierwohl.

Härtere Strafen für Tierquälerei und das Ende für Pelzimport

Das Gesetz erhöht zudem die Strafe für Tierquälerei von sechs Monaten auf bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug. Damit sind die Regelungen noch strenger als beim britischen Commonwealth-Partner Australien, das vor kurzem bis zu zwei Jahre Gefängnis für Tierquälerei gesetzlich festlegte.

Das Gesetz ist erst der Anfang einer Tierwohlstrategie der britischen Regierung. In einem weiteren Gesetzesentwurf wird der Import von Jagdtrophäen und Pelzen verboten. Zudem sollen in Zukunft keine Primaten mehr als Haustiere gehalten oder Katzen mit Mikrochips versehen werden.

Anders als Johnson gerne behauptet, ist Großbritannien mit dem neuen Gesetz nicht gerade ein Vorreiter. Die EU verabschiedete bereits 2009 ein ganz ähnliches Gesetz, das Tiere als empfindsam beschrieb. Der Vertrag von Lissabon sollte das seelische Wohl von Tieren in der gesamten EU schützen.

Kritik an Tierschutzgesetzen der EU

In dem Vertrag von Lissabon sollte vor allen Dingen das Leben von Nutztieren in der Landwirtschaft verbessert werden. Tiere sollten demnach frei von Hunger und Durst, Schmerzen, Angst und Stress sein. Doch besonders die Massentierhaltung in zahlreichen europäischen Ländern scheint diese Punkte offenbar außer Acht zu lassen. Tierschützer sprechen deshalb von staatlich erlaubter Tierquälerei.

In Deutschlands Massentierhaltung sterben durchschnittlich 763 Millionen Tiere pro Jahr. Die "Albert Schweizer Stiftung für unsere Mitwelt" berichtet von "gewaltsamen Haltungsformen", in denen die Grundbedürfnisse der Tiere missachtet werden.

Quellen: Tag24.de, Spiegel.de, Ec.europa.eu

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