11.06.2021 - 08:20

Erfolg für Tierschützer Als erstes Land der Welt: Israel verbietet Pelz!

Israel verbietet Pelz – als erstes Land weltweit. "Pelzmäntel können die brutale Mörderindustrie nicht verdecken, die sie herstellt", so Umweltministerin Gila Gamliel.

Foto: Getty Images/ NurPhoto

Israel verbietet Pelz – als erstes Land weltweit. "Pelzmäntel können die brutale Mörderindustrie nicht verdecken, die sie herstellt", so Umweltministerin Gila Gamliel.

Israel erlässt als erstes Land weltweit ein Pelzverbot! Tierschützer freuen sich – doch das neue Gesetz geht vielen nicht weit genug…

In Israel dürfen Modegeschäfte in Zukunft keinen Pelz mehr verkaufen. Mit diesem Beschluss kommt dem Land eine Vorreiterrolle zu: Zwar wird die Produktion und der Verkauf von Pelzprodukten derzeit in immer mehr Ländern eingeschränkt, Israel ist jedoch das erste Land weltweit, das eine solch rigide Entscheidung getroffen hat. Doch das Pelzverbot bedeutet nicht, dass zukünftig überhaupt kein Pelz mehr in Israel verkauft wird – es gibt Ausnahmen.

Israel entscheidet sich gegen Pelz – Tierschutzorganisationen feiern

Wie die Tierschutzorganisation Peta vermeldet, darf in Israel zukünftig kein Pelz mehr verkauft werden. Israel möchte damit seinen Teil gegen die grausame Tötung von Pelztieren wie Nerze, Hasen oder Füchse beitragen. Die Entscheidung der Regierung hat dem Bericht zufolge in der Bevölkerung starken Rückhalt: 86 Prozent der Israelis standen hinter dem neuen Gesetz, das am 9. Juni von der Umweltministerin Gila Gamliel verabschiedet wurde. Es soll in sechs Monaten in Kraft treten.

"Die Pelzindustrie ist verantwortlich für den Tod von Hunderten von Millionen Tieren auf der ganzen Welt und fügt ihnen unbeschreibliche Grausamkeit und Leid zu", sagte die Umweltministerin laut der Jerusalem Post in einem Statement. "Pelzmäntel können die brutale Mörderindustrie nicht verdecken, die sie herstellt. Das Unterzeichnen dieses Gesetzes wird die Modeindustrie in Israel umwelt- und tierfreundlicher machen.

Viele Tierschutzorganisationen verliehen ihrer Freude und ihrem Triumph über die Entscheidung bereits Ausdruck. So bezeichnet Peta das neue Gesetz als "riesigen Erfolg" und als "historischen Sieg", die International Anti-Fur Coalition (Internationales Anti-Pelz-Bündnis) spricht auf Facebook ebenfalls von einem "historischen Tag".

Pelzverbot: Diese Ausnahmen gelten

Komplett pelzfrei wird Israel aber nicht: Laut einem Bericht der Tagesschau wird es Ausnahmen von der neuen Regelung geben, unter anderem zu Bildungs- und Forschungszwecken. Eine weitere große Ausnahme soll für religiöse Produkte gelten: So tragen ultraorthodoxe Juden beispielsweise den traditionellen Schtreimel, eine Mütze, die aus Fell hergestellt wird. Dieser soll weiterhin hergestellt und verkauft werden dürfen.

Diese Ausnahmeregelung dürfte die Freude einiger Tierschützer dämpfen: Bereits im Herbst 2020 äußerte sich die Society for the Protection of Animals in Israel (Gesellschaft zum Schutz der Tiere in Israel, SPCA Israel) gegenüber der Jerusalem Post zu den traditionellen Mützen: "Dies ist eine primitive Art, das Judentum zu praktizieren. Wir hoffen, dass diese Praxis eines Tages verschwinden wird."

Pelzfarmen verursachen nicht nur unsägliches Tierleid, sie sind auch im Hinblick auf Covid-19 und andere Zoonosen höchst bedenklich. So waren EU-weit über 400 Nerzfarmen von Corona-Ausbrüchen betroffen! Bestimmt erinnern Sie sich noch an die "Zombie-Nerze" aus Dänemark, oder?

Ein Tier, das Glück hatte, ist Füchsin Juniper: Sie wurde von einer Pelzfarm gerettet und ist jetzt ein Instagram-Star. Mehr Tiergeschichten zum Dahinschmelzen finden Sie auf unserer Themenseite Haustier.

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