Aktualisiert: 15.06.2021 - 22:24

"Biblische Ausmaße" Nach der Dürre die Plage: Horror-Mäuse wüten in Australien

Von der Redaktion

Tausende von Mäusen zerstören seit Wochen die Ernte australischer Bauern.

Foto: Getty Images/Auscape

Tausende von Mäusen zerstören seit Wochen die Ernte australischer Bauern.

Es sind erschreckende Bilder aus dem weit entfernten Australien. Dort herrscht seit einigen Monaten eine Mäuse-Plage, die die Ernte der Bauern in Gefahr bringt.

Ernten gehen verloren, Supermärkte müssen durchgefressene Nahrung wegschmeißen und KrankenhauspatientInnen fürchten angeknabberte Fußzehen. Im Osten Australiens wüten Tausende Mäuse, die eine erhebliche Gefahr für Landwirtschaft und Menschen darstellen.

Mäuse-Plage bedroht die Ernte von australischen Bauern

Besonders die Landwirtschaft im Osten Australiens ist stark von der wachsenden Mäusepopulation betroffen. Im Heu, in Stromkästen, sogar im Haus – überall krabbeln die Kleintiere entlang und nagen dabei an allem, was ihnen essbar erscheint. Laut RTL.de laufen die Mäuse auch über die Gesichter schlafender BewohnerInnen oder knabbern an Zehen von KrankenhauspatientInnen.

Dabei knabbern sich die Nagetiere durch Kabel und Geräte und lösen Kurzschlüsse und Feuer aus. Ein Landwirt berichtete von über 30.000 Nagern in einem Getreidesack. Lokale Nachricht sprachen von einer Plage "biblischen Ausmaßes".

Eigentlich erwarteten die LandwirtInnen nach günstiger Wetterlage in diesem Jahr eine Rekordernte. Doch schon mehrere Millionen Dollar sind durch die Nagetiere bereits verloren gegangen, berichtet das Onlinemagazin Agrar Heute. Die australische Regierung hat die Plage zu einer "wirtschaftlichen und öffentlichen Gesundheitskrise" ernannt.

Nicht nur Wirtschaft, auch Gesellschaft ist von der Mäuse-Plage bedroht

Wie eine Sprecherin von der "Country women's association", Danica Leys, gegenüber ABC News verriet, ist die Plage nicht nur für die Landwirtschaft bedrohlich. "Es hat einen Einfluss auf die mentale Gesundheit, auf die Gemeinschaft. Jede Facette des Lebens ist betroffen, auch außerhalb des landwirtschaftlichen Schadens", sagte Leys im Interview.

Schaut man auf die Bilder der vergangenen Tage, ist gut zu verstehen, wie herausfordernd die kleinen Tiere für das Land und seine Bewohner sind. "Ich arbeite seit über 40 Jahre als Landwirt, aber so etwas habe ich noch nie gesehen", sagte Michael Payten laut RTL.de.

Landwirte fordern Hilfe vom Staat

Die betroffenen LandwirtInnen fordern rund 25.000 Dollar Staatshilfe, die dabei helfen soll, die Mäuse von den Ackern und Städten zu vertreiben. Mit hochgiftigen Pestiziden und Mäusefallen wird gegen die Schädlinge angekämpft.

Trotz des anstehenden Winters in Australien sind sich ExpertInnen nicht einig, wie lange die Plage noch anhalten wird. Auch der Einsatz der Pestizide löst Kontroversen aus. Während die Mäusepopulation damit in den Griff zu bekommen ist, werden bei der Verwendung der Giftstoffe zahlreiche andere Tiere und Pflanzen beschädigt.

Quellen: RTL.de, Agrarheute.de, Tagesspiegel.de, ABC News Australia

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