10.06.2021 - 08:10

Italien, Polen, Frankreich, … Corona-Ausbrüche: EU-weit über 400 Nerzfarmen betroffen

Ein Nerz auf einer Nerzfarm. Letztes Jahr kam es in Dänemark zu Massentötungen der Tiere. Der Grund: Corona-Ausbrüche.

Foto: imago/Reporters

Ein Nerz auf einer Nerzfarm. Letztes Jahr kam es in Dänemark zu Massentötungen der Tiere. Der Grund: Corona-Ausbrüche.

Im Herbst kam es zu einem Corona-Ausbruch auf einer Nerzfarm in Dänemark. Alle Tiere wurden getötet. Doch das war nicht der einzige Vorfall…

Im Herbst letzten Jahres ereignete sich ein Covid-19-Ausbruch auf einer Nerzfarm in Dänemark. Laut der Regierung war das Coronavirus in den Tieren mutiert und die neue Variante bereits auf den Menschen übergesprungen. Um weitere Mutationen und eine Beeinträchtigung der Corona-Impfstoffe zu verhindern, wurden alle Tiere getötet. Doch wie Tierschützer berichten, war der Vorfall in Dänemark nicht der einzige seiner Art. Tatsächlich war es auf mehr als 400 Nerzfarmen in zehn EU-Staaten zu Corona-Ausbrüchen gekommen.

Corona-Ausbrüche auf 400 Nerzfarmen in 10 EU-Staaten bekannt

Erinnern Sie sich noch daran, warum im Zusammenhang mit den Nerztötungen in Dänemark von "Zombie-Nerzen" die Rede war? Falls nicht, helfen wir Ihnen an dieser Stelle auf die Sprünge: Die toten Tiere wurden in Massengräbern verscharrt – dort blieben sie allerdings nicht. Bei der Verwesung bildeten sich Gase, die Kadaver drangen wieder an die Erdoberfläche. Schlussendlich mussten sie verbrannt werden, weil eine Verseuchung des Grundwassers drohte.

Aus keinem anderen Land erreichten uns derartige Schreckensnachrichten. Mittlerweile wissen wir aber, dass Dänemark nicht das einzige Land ist, in dem sich derartige Vorfälle ereigneten. Laut dem Deutschen Tierschutzbund waren mehr als 400 Nerzfarmen in zehn EU-Ländern von Corona-Ausbrüchen betroffen, unter anderem in Griechenland, Litauen, Italien und Frankreich.

Corona-Mutationen: So gefährlich sind die Pelztierfarmen

Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass die Pelztierfarmen nicht nur unsägliches Leid für die Tiere bedeuten, die für ihren Pelz grausam getötet werden, sondern dass von den Farmen, gerade in Corona-Zeiten, auch für den Menschen eine große Gefahr ausgeht.

Die Organisation beruft sich auf ein Interview, in dem der Charité-Virologe und Coronaviren-Experte Christian Drosten bestätigte, dass er die Pelzindustrie in China als wahrscheinlichen Ursprung für die Entstehung des Coronavirus sieht. Er identifiziert Marderhunde aus chinesischen Pelzfarmen als mögliche Zwischenwirte von SARS-CoV-2.

Und damit nicht genug: Wie in Dänemark geschehen, kann das Coronavirus von Mitarbeitern auf die Farm eingeschleppt werden und dort unter den Tieren mutieren. Die mutierte Form kann dann erneut auf die Mitarbeiter überspringen. Laut dem Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) besteht die Gefahr, dass derartige Virusmutationen unter den Nerzen die Wirksamkeit zukünftiger Impfstoffe beeinträchtigen könnte.

Tierschutzbund fordert: Pelztierfarmen verbieten!

Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein EU-weites Verbot von Pelztierfarmen. In 20 europäischen Ländern gibt es bereits ein derartiges Verbot oder ist zumindest in Planung. Als letztes Land hatte Estland bekanntgegeben, die Pelztierfarmen ab 2026 zu verbieten.

In Deutschland gibt es nach Informationen des Deutschen Tierschutzbundes keine Pelztierfarmen mehr. Zuletzt wurde 2019 eine Nerzfarm in Rahden, Nordrhein-Westfalen, geschlossen. Dabei hatte es sich um die letzte deutsche Nerzfarm gehandelt.

Was es genau mit dem Corona-Ausbruch auf der Nerzfarm in Dänemark auf sich hatte, können Sie hier nachlesen.

Mehr über Haustier und andere Tier-Themen finden Sie auf unserer Themenseite. Auch Füchsin Juniper wurde von einer Pelzfarm gerettet – heute ist sie ein Instagram-Star! Es ist zu begrüßen, dass immer mehr Länder strengere Tierschutzgesetze erlassen. In Australien kann man für Tierquälerei nun für bis zu zwei Jahre ins Gefängnis kommen. Und auch in Deutschland tut sich was: Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner plant ein Zirkus-Verbot für Wildtiere.

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