Aktualisiert: 13.05.2021 - 20:08

"Prizzly" Kuriose Mischlinge: "Cappuccino-Bären" als Folge des Klimawandels

Von Franziska Wohlfarth

Was passiert, wenn sich Eisbären und Grizzlybären fortpflanzen?

Foto: Getty Images/Paul Souders/Laura Hedien

Was passiert, wenn sich Eisbären und Grizzlybären fortpflanzen?

Aufgrund des Klimawandels überschneiden sich die Lebensräume von Eis- und Grizzlybären immer mehr. Das Ergebnis dieses Zusammentreffens sind die hellbraunen Cappuccino-Bären.

Langer Schädel eines Eisbären, braune Krallen und Buckel eines Grizzlys: Die sogenannten "Cappuccino"-Bären sind ein Ergebnis des Klimawandels. Wie es zu den hellbraunen Mischlingen kam und welche Gefahren die Art für den Eisbären birgt.

Cappuccino-Bären: Hybride aus Eisbären und Grizzlys

Die Evolutionslinien von Eis- und Braunbären haben sich vor etwa 600.000 getrennt. Jetzt haben die beiden Arten jedoch wieder zueinander gefunden. Das Ergebnis dieser Kreuzung wird in Nordamerika immer häufiger gesichtet: Die sogenannten "Cappuccino-Bären", oder auch "Prizzlys", fallen vor allem durch ihr hellbraunes Fell auf.

Auf den ersten Blick sehen sie ein bisschen aus wie schmutzige Eisbären, doch schaut man einmal genauer hin, erinnern die braunen Krallen und der Buckel an das Aussehen eines Grizzlybären.

Ausbreitung in Nordamerika

Die ersten Hybriden dieser Art entstanden vor rund 10 Jahren unbeabsichtigt im Zoo Osnabrück: Die Tiere wurden nichtsahnend zusammen in einem Gehege gehalten. Dass sich die beiden Bärenarten fortpflanzen können, hatten die Pfleger:innen damals nicht für möglich gehalten.

Heute ist das Geschwisterpaar, Tips und Taps, Botschafter für den Klimaschutz. Denn was im Zoo nur ein Zufall war, tritt in der Natur immer häufiger auf. Der erste dokumentierte Hybrid wurde 2006 in Kanada gesichtet.

Ausgeburt des Klimawandels

Grund für die zunehmende Ausbreitung ist der Klimawandel und die damit einhergehende Erderwärmung. Seit 1980 ist die Eisfläche der Arktis um rund 39 Prozent zurückgegangen. Seit 2009 hat sie jährlich fast 252 Milliarden Tonnen Eis verloren. Im Vergleich: Zwischen 1979 und 1990 waren es "nur" 40 Milliarden Tonnen.

Das hat zur Folge, dass die Eisbären aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt werden und an der Küste nach einem alternativen Nahrungsangebot suchen müssen. Währenddessen dringen Grizzlys immer weiter in den Norden vor, auf der Flucht vor skrupellosen Jäger:innen. Das Ergebnis der sich überlappenden Lebensräume sind die hellbraunen Cappuccino-Bären.

Gefahr für den Eisbären

Seit 2006 wird der Eisbär in der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN aufgeführt. Wenn nichts unternommen wird und die Klimaerwärmung weiter fortschreitet, werden Eisbären in freier Wildbahn bis 2100 voraussichtlich ausgestorben sein.

Die Überlebenschancen des Bäres sind vor allem deshalb gering, da sich die Fleischfresser auf die Jagd von Robben spezialisiert haben. Mit dem Rückgang des Packeises verschwindet auch ihre Jagd-Plattform und ihre Lebensgrundlage. An der Küste finden Sie häufig kein geeignetes Nahrungsangebot: Vogelgelege oder Karibus verbrennen bei der Beschaffung oftmals mehr Kalorien, als sie letztendlich einbringen.

Besser steht es um den Cappucino-Bären. Er hat ein breit gefächertes Nahrungsangebot und kann sich an die neuen Lebensumstände leichter anpassen.

Die größte Gefahr für den Eisbären geht jedoch nicht von ein paar paarungswilligen Grizzlys aus, sondern vom Menschen. Damit die Art weiter erhalten bleibt, müssen wir dringend umdenken und handeln. Fangen Sie auf dem Teller an: Für Klima und Tierwohl muss sich der Fleischkonsum drastisch verringern! Butter, Rindfleisch und Käse gelten als wahre Klimakiller –Diese 10 Alltagsprodukte schaden der Umwelt!

Mehr Tipps, wie Sie nachhaltiger leben? Hier erfahren Sie, wie Sie Im Alltag CO2 sparen können.

Auch die rapide Ausbreitung von chinesischen Muntjaks ist auf den Klimawandel zurückzuführen. Die invasiven Kleinhirsche bedrohen unsere heimische Natur.

Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass sich das Aussterben von Tieren durch den Menschen um den Faktor 1000 erhöht hat. Es gibt allerdings auch Tierarten, die lange Zeit als ausgestorben galten und nun wiederentdeckt wurden:

Weitere spannende News und Ratgeber finden Sie auf unserer Haustier - Themenseite.

Quellen: geo.de, welt.de, wwf.de, de.statista.com

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