Aktualisiert: 12.05.2021 - 22:31

Für Meerjungfrauen gehalten Warum Seekühe die wahren Legenden des Meeres sind

Von der Redaktion

Die Seekuh wird von einigen Kulturen auch die "Dame des Meeres" genannt.

Foto: Getty Images/James R.D. Scott

Die Seekuh wird von einigen Kulturen auch die "Dame des Meeres" genannt.

Um sie ranken sich viele Mythen, sie wurden sogar mit Meerjungfrauen verwechselt. Seekühe sind nicht nur deshalb die wahren Legenden des Meeres.

Es ist über 500 Jahre her, als Christoph Kolumbus bei einer Schiffsreise Amerika entdeckte. Eine historische Erkenntnis! Doch der Entdecker lag auf dieser Reise nicht überall goldrichtig. Er vermutete an seinem Schiff Meerjungfrauen, doch das stellte sich als großer Irrtum heraus.

Denn tatsächlich handelte es sich um andere Lebewesen: Seekühe, die im Gegensatz zu Meerjungfrauen als wahre Legenden des Meeres gelten. Nicht nur die Geschichte von Kolumbus’ Reise zeigt, was die Tiere so besonders macht. Doch es ist leider nicht ausgeschlossen, dass nicht mehr viele solcher Mythen um die "Dame des Meeres" entstehen.

Seekühe: Darum sind sie die wahren Legenden des Meeres

Doch werfen wir zunächst einmal noch einen Blick auf die Reise von Christoph Kolumbus. Er dachte, dass er am Bug seines Schiffes tatsächlich Meerjungfrauen gesehen hätte. Das beweisen Aufzeichnungen vom 9. Januar 1493 als er sich gerade bei Haiti befand.

"Am gestrigen Tag [8. Januar 1493], als der Admiral nach Rio del Oro fuhr, sagte er, dass er eindeutig drei Meerjungfrauen gesehen hat, die aus der See auftauchten. Aber sie seien nicht so schön, wie man es ihnen nachsagt, denn ihre Gesichter hatten ein paar maskuline Züge", heißt es in Unterlagen.

Seekühe haben menschliches Erscheinungsbild

Doch wie konnte Kolumbus sich so täuschen? Was hatte ihm den Eindruck verschafft, dass es sich um die schönen Fabelwesen handeln müsse?

Seekühe haben die Fähigkeit, so wie man es sich bei Meerjungfrauen vorstellt, für einige Momente aus dem Wasser auftauchen zu können, sodass es scheint, als könnten sie in flachem Wasser senkrecht stehen. Natürlich ist das unmöglich, doch der Eindruck kann tatsächlich entstehen. Hinzu zum menschlichen Erscheinungsbild kommen die vorderen Flipper der Seekuh. An deren Ende befinden sich jeweils fünf fingerartige Knochen, die sie aus der Ferne menschlich wirken lassen. Außerdem kann sie dank ihrer Halswirbel sogar ihren Kopf drehen.

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"Dame des Meeres" wird verehrt

Eine weitere spannende Geschichte rund um Seekühe ereignete sich 1959. In der Tambun-Höhle in Malaysia entdeckten Forscher 3.000 Jahre alte in die Felsen geritzte Bilder von Seekühen. Die Seekühe heißen dort auch Dugong. Übersetzt heißt das "Dame des Meeres". Die Tiere wurden schon vor Tausenden von Jahren äußerst geschätzt.

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Und im pazifischen Inselstaat Palau geht die Verehrung der Seekühe so weit, dass viele Einwohner daran glauben, dass der Dugong Legenden zufolge vorher ein Mensch gewesen sei. In traditionellen Zeremonien kommt der Seekuh noch heute ein großer Teil zu. Es werden Geschichten erzählt, wie junge Frauen sich in Seekühe verwandelt hätten oder wie Seemänner auf dem Meer verloren gingen und ihnen Seekühe geholfen hätten, um wieder an Land zu finden.

Leider sind Seekühe heute vom Aussterben bedroht, wie unter anderem "nationalgeographic.de" betont. In Palau werden laut des Dugong Awareness Projects des Etpison Museums jährlich bis zu 15 Tiere getötet und dienen damit als Nahrung. In freier Wildbahn würden nur noch rund 10.000 Exemplare vorkommen. Umso wichtiger, dass Seekühe geschützt werden, damit die Legenden des Meeres weitere spannende Geschichten hervorbringen.

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