Aktualisiert: 23.04.2021 - 22:28

Bis zu 150.000 Euro Vierbeiner im Vergleich: So viel kosten Haustiere im Laufe ihres Lebens!

Von Franziska Wohlfarth

Tierarzt, Versicherung, Futter: All das muss bei der Anschaffung eines Haustieres mit einkalkuliert werden.

Foto: Getty Images/Eric Isselee

Tierarzt, Versicherung, Futter: All das muss bei der Anschaffung eines Haustieres mit einkalkuliert werden.

Die Anschaffung von Hund, Katze, Maus und Co. sollte gut überlegt sein. Nicht nur der zeitliche Aufwand und die räumlichen Möglichkeiten sollten bei der Entscheidung eine Rolle spielen – auch laufende Kosten dürfen nicht unterschätzt werden.

Ein Vierbeiner bringt Freude, Gesellschaft und Abwechslung in den Tag. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach Haustieren im vergangenen Lockdown-Jahr drastisch gestiegen ist. Das Gefühl, gebraucht zu werden, hilft vielen Leuten dabei, die Pandemie zu überstehen und motiviert zu bleiben. Doch die große Verantwortung und die hohen Kosten, die ein Haustier mit sich bringt, werden vor lauter Vorfreude leider häufig unterschätzt. Deswegen ist es wichtig, sich gut zu informieren: So viel kostet ein Haustier.

Kosten von Haustieren: Mit diesen Ausgaben müssen Sie rechnen

Die Anschaffung eines Haustieres sollte gut überlegt sein. Denn neben der großen Verantwortung für ein Lebewesen müssen auch hohe Kosten getragen werden. Schutzgebühr, Versicherung, Steuern, Grundausstattung und Futter: Je nach Lebenserwartung des Tieres kann da ganz schön was zusammenkommen. Wir haben die Kosten für Hund, Katze und Co. für Sie zusammengestellt.

Katzen

Hundeliebhaber:innen müssen jetzt ganz stark sein, denn aktuelle Statistiken zeigen, dass nicht der Hund der beste Freund des Menschen ist – sondern die Katze. Etwa 15,7 Millionen Katzen leben in den deutschen Haushalten. Im Vergleich zu Hunden sind die Samtpfoten nicht nur beliebter, sondern auch günstiger. Katzenbesitzer:innen müssen nämlich keine zusätzlichen Steuern zahlen.

Dennoch sollten die Ausgaben für einen Stubentiger nicht unterschätzt werden: Die Anschaffungskosten für Rassekatzen können zwischen 800 und 2.500 Euro betragen. Günstiger und tierfreundlicher ist deshalb die Adoption aus dem Tierheim. Hier ist mit einer Schutzgebühr von etwa 100 bis 250 Euro zu rechnen.

Auch die Ausgaben für Grundausstattung, Impfungen und Futter sollten mit einberechnet werden. Der Deutsche Tierschutzbund schätzt, dass Katzenbesitzer:innen insgesamt rund 11.450 Euro für ihre Miezen ausgeben.

Hunde

Die Steuern, die für Hundebesitzer:innen anfallen, sollten nicht unterschätzt werden. Der genaue Betrag hängt von der jeweiligen Gemeinde ab – in Berlin muss man beispielsweise 120 Euro jährlich an Hundesteuer bezahlen, in Köln sind es etwa 150 Euro. Auch die Rasse spielt hier eine Rolle: Ein "Kampfhund" kann Hundebesitzer:innen je nach Bundesland satte 900 Euro pro Jahr an Steuern kosten.

Zusammen mit den Kosten für Futter, Versicherung und Ausstattung kann man mit Ausgaben in Höhe von etwa 1.200 Euro im Jahr rechnen. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 11,5 Jahren belaufen die Gesamtkosten für einen Hund also auf ungefähr 14.076 Euro. Die Ausgaben für eventuelle Operationen oder die Hundeschule sind dabei noch nicht eingerechnet.

Nagetiere

Obwohl Kaninchen etwas anspruchsloser erscheinen als Katzen, sind sie in ihrer Haltung kaum günstiger. Grund dafür ist ihre recht hohe Lebenserwartung von sechs bis acht Jahren und die Tatsache, dass ein Nagetier selten allein kommt. Wer Meerschweinchen, Hamster oder Kaninchen hält, sollte diese immer zu zweit halten – die Kosten für Futter, Tierarzt und Versicherung verdoppeln sich also. Laut einer Hochrechnung der Versicherungsgesellschaft "Getinsurance" im Jahr 2016 müssen Kaninchenbesitzer:innen mit Kosten von insgesamt 2.208 Euro pro Tier rechnen. Meerschweinchen sind mit 1.656 Euro pro Tier etwas günstiger.

Am budget-freundlichsten ist der Hamster. In der Tierhandlung kostet ein Zwerghamster zwischen 10 und 15 Euro. Goldhamster sind sogar noch günstiger. Im Laufe ihres Lebens geben Besitzer:innen nur 450 Euro für die kleinen Fellbälle aus – dafür leben die Nager allerdings auch nur etwa 2,5 Jahre.

Schildkröten

Hätten Sie gedacht, dass Schildkröten zu den teuersten Haustieren gehören? Für Gehege, Futter und Co. gibt man jährlich zwar nur etwa 540 Euro aus, doch in Anbetracht ihrer hohen Lebenserwartung können sich die Kosten schnell läppern. Die gemütlichen Panzertiere leben durchschnittlich etwa 45 Jahre, doch es kommt nicht selten vor, dass diese besonderen Haustiere ihre Besitzer:innen überleben und an die nächste Generation überreicht werden. Hier sind also mit Kosten von mindestens 24.300 Euro zu rechnen.

Pferde

Noch teurer als eine Schildkröte ist nur noch das Pferd! Das ist wohl kaum überraschend, denn alleine für die Unterbringung fallen monatlich etwa 300 bis 400 Euro an. Zusammen mit Futter, Versicherung und Arztbesuchen kommen da jährlich rund 3.000 bis 6.000 Euro zusammen. Hochgerechnet auf die durchschnittliche Lebenserwartung von 27 Jahren ergibt das satte 80.000 bis 150.000 Euro. Die Anschaffung eines Pferdes sollte also sehr gut überlegt sein.

Fische

Die Kosten für Aquarienfische lassen sich nur schwer berechnen, da diese stark von der Art der Tiere und Größe des Aquariums abhängt. Die Anschaffung eines kleinen Aquariums samt Zubehör kostet etwa 40 bis 90 Euro. Bei einem großen Salzwasserbecken muss man etwas tiefer in die Tasche greifen: Hier ist mit Kosten in Höhe von 800 bis 3.000 Euro zu rechnen.

Auch die Anschaffungskosten pro Fisch können stark variieren. Für bekannte Arten bezahlt man zwischen 50 Cent und 25 Euro, besondere Fische können gut und gerne auch mal 300 Euro kosten. Bei einer Lebenserwartung von etwa fünf bis acht Jahren rechnet "Getinsurance" mit Kosten in Höhe von insgesamt 3.150 Euro.

Wellensittich

Wellensittichhalter:innen kommen mitunter am kostengünstigsten weg: Die Anschaffung der Tiere kostet durchschnittlich zwischen 10 und 30 Euro. Bei der Erstausstattung muss man etwas tiefer in die Tasche greifen – Käfig, Transportboxen, Sitzstangen, Schaukeln, Spielzeug und Co. können mit mehreren 100 Euro zu Buche schlagen.

Auch die Tierarztkosten sollten nicht unterschätzt werden. Die Vögel sind häufig stark überzüchtet und anfällig für schwere Krankheiten. "Getinsurance" rechnet mit Gesamtkosten von etwa 2.610 Euro pro Tier. Da Wellensittiche jedoch immer in Paaren gehalten werden sollen, kann sich diese Zahl ganz schnell verdoppeln.

Quellen: Getinsurance, finanzfluss.de, rnd.de

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Wie wäre es denn, mal ein Haustier zur Pflege aufzunehmen? Was dahinter steckt, warum das eine großartige Idee ist!

Zusammen mit der Nachfrage sind auch die Preise für Haustiere während des Corona-Lockdowns gestiegen. Besser ist es also, mit einer Adoption bis nach der Pandemie zu warten.

Das empfiehlt sich sowieso, denn obwohl man im Lockdown einiges an Freizeit hat, sind Haustiere kein kurzer Zeitvertreib, sondern eine Verpflichtung für mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte. Nach dem Haustier-Trend in Corona-Zeiten erwarten Tierheime eine Rückgabe-Welle. Viele Einrichtungen haben bereits einen Vermittlungs-Stopp verhängt.

Das hat zur Folge, dass der illegale Welpenhandel enorm aufblüht. Mit welchen Tricks die Händler:innen arbeiten und worauf Sie unbedingt achten sollten.

Alles rund um Hund, Katz und Maus finden Sie auf unserer ausführlichen Haustier-Themenseite.

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