Aktualisiert: 13.04.2021 - 21:53

Bedrohte Vogelart Niedlicher Nachwuchs: Im Frankfurter Zoo schlüpft das 50. Kiwi-Küken

Von Franziska Wohlfarth

Dieser Piepmatz ist etwas ganz besonderes: Das 50. Kiwi-Küken ist im Zoo in Frankfurt geschlüpft!

Foto: Zoo Frankfurt

Dieser Piepmatz ist etwas ganz besonderes: Das 50. Kiwi-Küken ist im Zoo in Frankfurt geschlüpft!

Der Frankfurter Zoo feiert ein Jubiläum: Ende März schlüpfte dort das 50. Kiwi-Küken seit 1978. Das ist ein großer Erfolg, denn der neuseeländische Vogel ist vom Aussterben bedroht.

Vor der Kolonialisierung Neuseelands lebten auf der Insel südöstlich von Australien etwa zwölf Millionen Kiwis. Heute sind noch 65.000 Vögel übrig. Doch Tierfreunde und Fans des kleinen Laufvogels dürfen sich freuen: Im Frankfurter Zoo ist jetzt das 50. Kiwi-Küken geschlüpft.

Kiwi-Nachwuchs: Der Frankfurter Zoo feiert Küken-Jubiläum

Am 12. März hat der noch namenlose Piepmatz das Licht der Welt erblickt. Ausgebrütet wurde das Küken von Kelsey, dem "Vorzeigebrutmann" im Zoo – dabei ist dieser gar nicht der Vater! Die eigentlich Eltern, Kaytee und Mahuru, sind sehr unerfahren und weil der Zoo bei dieser bedrohten Art kein Risiko eingehen wollte, wurde kurzerhand Kelsey zum Pflegevater ernannt.

Es ist nämlich keine Seltenheit, dass Kiwi-Küken während des Schlüpfens versehentlich von den Eltern verletzt oder sogar getötet werden. Aus Sicherheitsgründen ist es im Frankfurter Zoo deshalb eigentlich üblich, die Kükeneier kurz vor dem Schlupf in einen Brutapparat zu legen. Dank der Fürsorge und Erfahrung von Altvogel Kelsey, sowie der strengen Überwachung durch die Pfleger:innen, konnte der Jubiläumsvogel jedoch im Nest bleiben.

Risikobehaftete Ausbrut

Zoodirektor Miguel Casares freut sich über den Schritt hin zur natürlichen Kiwi-Aufzucht, ist sich dem Risiko jedoch bewusst: "Bruten bei den Kiwis erfordern viel Zeit und Sorgfalt. Die regelmäßige Kontrolle durch die Pflegerinnen und Pfleger sind unsere Kiwis gewöhnt. Sie lassen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Das ist sehr wichtig, denn ab dem 65. Bebrütungstag werden die Eier der Kiwis alle zwei Tage aus dem Nest genommen und durchleuchtet, um den kritischen Zeitpunkt des Schlupfs möglichst genau vorhersagen und überwachen zu können. So können wir auch das Verhalten des Altvogels exakt im Auge behalten und mögliche Risiken minimieren."

Bereits das zweite Küken der Saison

Auch Küken Nummer 49 durfte auf natürlichem Wege das Licht der Welt erblicken. Der Jungvogel ist am 6. März geschlüpft und hatte die ersten Tage mit Vater Hari verbracht. Nach nur fünf bis zehn Tagen können Kiwi-Küken die Schlupfhöhle verlassen und sich um sich selbst kümmern. Außer Wärme bekommen Sie keine weitere Versorgung durch den Vater. Die Mutter-Vögel haben mit der Aufzucht der Jungen nichts zu tun.

Aufgrund des anhaltenden Lockdowns haben Besucher:innen des Frankfurter Zoos von dem Spektakel leider nichts mitbekommen. Doch obwohl momentan alle Tierparks geschlossen haben, muss man nicht komplett auf die tierische Unterhaltung verzichten: Auf der Streamingplattform "Twitch" kann man Tiere im Livestream beobachten.

Eigentlich müssten Zoos ein sicherer Ort für die Tiere sein, in dem die Erhaltung der Artenvielfalt eine Rolle spielen sollte. Doch hier scheint man nicht nach dieser Moral zu handeln: Im Kopenhagener Zoo wurden vier Wölfe und ein Braunbär getötet – wegen Renovierungsarbeiten!

Oftmals ist der Zoo für Tiere kein Paradies, sondern vielmehr ein Gefängnis – das beweist auch die Geschichte des Elefanten Kaavan. Nach langer, grausamer Gefangenschaft fliegt der einsamste Elefant der Welt endlich in die Freiheit!

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