Aktualisiert: 06.04.2021 - 21:55

Invasive Mini-Hirsche Chinesische Muntjaks bedrohen heimische Tierwelt

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Eigentlich sind Muntjaks in Asien heimisch. Doch nun verbreiten sich die Kleinhirsche auch in Deutschland.

Foto: Getty Images/sandra standbridge

Eigentlich sind Muntjaks in Asien heimisch. Doch nun verbreiten sich die Kleinhirsche auch in Deutschland.

Vor etwa einem Jahr wurde der erste chinesische Muntjak in Schleswig-Holstein gesichtet. Expert:innen befürchten eine rapide Ausbreitung der invasiven Hirschart und eine Bedrohung der heimischen Artenvielfalt.

Die chinesischen Muntjaks sind gerade mal einen halben Meter groß und absolut putzig. Doch der unschuldige Schein trügt: Der Zwerghirsch gehört nämlich zu den invasiven Tierarten. Eingeschleppt aus Asien verbreitet er sich rasant und vertreibt die hier lebenden Hirscharten. Wie sind die fremden Tiere überhaupt nach Deutschland gekommen und was wird derzeit gegen die vermeintliche Bedrohung unternommen?

Chinesische Muntjaks: Kleinhirsche bedrohen die heimische Natur

Vor etwa einem Jahr wurde der erste chinesische Muntjak in Kosel im Kreis Rendsburg-Eckernförde gesichtet. Derzeit leben schätzungsweise etwa sechs Tiere in den Wäldern Schleswig-Holsteins. Wie die asiatischen Tiere nach Deutschland gekommen sind, ist für die Expert:innen ein Rätsel. Die Vermutung liegt nahe, dass sie jemand bewusst ausgesetzt hat.

Im Gegensatz zu unseren heimischen Hirschen, vermehren sich Muntjaks das ganze Jahr über und die Jungtiere erreichen schon relativ früh ihre Geschlechtsreife. Wenn gegen die invasiven Tiere also nichts unternommen wird, kann die Population rapide steigen und die heimischen Hirscharten vertreiben.

Gefräßige Kleinhirsche

In England ist das bereits passiert: Dort waren es einmal 11 Muntjak Exemplare – jetzt hat sich die Art flächendeckend ausgebreitet. Das wäre generell kein Problem, wenn die Kleinhirsche nicht so viel fressen würden: Sie zerstören Brut- und Futterplätze, unterbrechen den natürlichen Ablauf der Nahrungskette und grasen sogar kleine Bäume ab. Sie zerstören die Landwirtschaft und nehmen anderen Tieren die Nahrungsquelle.

Anordnung des Umweltministeriums

Die örtlichen Jäger:innen sind dazu angehalten, die scheuen Kleinhirsche abzuschießen oder einzufangen. Viele der freilaufenden Tiere konnten bereits gefasst werden und leben seitdem eingezäunt auf dem Grundstück des Tierliebhabers Dr. Reinhard Jentzsch. Unter der Bedingung dass sie gechipt und sterilisiert sind, dürfen die Tiere bei dem Zahnarzt bleiben.

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Muntjaks sind nicht die einzige invasive Tierart in Deutschland: Auch die asiatische Hornisse macht sich weiter breit. 2014 wurde sie erstmals in Karlsruhe gesichtet.

Doch die größte Bedrohung für Tiere und Umwelt ist und bleibt immer noch der Mensch. Es wird immer wärmer, Naturkatastrophen häufen sich und Arten werden ausgerottet. Die Umweltzerstörung beeinflusst sogar Epidemien, wie Corona. Deshalb fordert die Bundesärztekammer jetzt: Es ist höchste Zeit, dass die Politik handelt und gegen den Klimawandel vorgeht.

Während es zu viele Exemplare des chinesischen Muntjaks gibt, sind andere Arten vom Aussterben bedroht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich das Aussterben von Tieren durch den Menschen um den Faktor 1000 erhöht hat. Es gibt allerdings auch Tierarten, die lange Zeit als ausgestorben galten und nun wiederentdeckt wurden:

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