Aktualisiert: 29.03.2021 - 22:19

Die Tierexpertin antwortet Ein Häschen zu Ostern schenken – ist das eine gute Idee?

In ein paar Tagen ist Ostern – da liegt es doch nahe, mal ein echtes Häschen zu verschenken, oder? Was eine Haustierexpertin auf diese Frage antwortet.

Foto: Getty Images / Szilvia Pap-Kutasi / 500px

In ein paar Tagen ist Ostern – da liegt es doch nahe, mal ein echtes Häschen zu verschenken, oder? Was eine Haustierexpertin auf diese Frage antwortet.

Ein Haustier zu halten, ist nicht so einfach, wenn man wirklich alles richtig machen will. Tierexpert*innen haben die Antwort auf wichtige Fragen rund um das Thema. Heute: Ist es eine gute Idee, ein Häschen zu Ostern zu verschenken?

Ostern steht vor der Tür. Die Eiersuche kann trotz Corona hoffentlich im Freien stattfinden, wenn das Wetter mitspielt – dann werden klassischerweise Süßigkeiten und sonstige Leckereien versteckt, natürlich in Form von Eiern, aber auch Hühnchen. Und Häschen natürlich. Aus Schokolade, versteht sich, und nicht in echt.

Tiere sind Lebewesen, denen es gut gehen soll – da sind sich wohl alle einig. Doch mit der Tierliebe ist das so eine Sache: Manche nehmen es mit Regeln nicht immer so genau, andere wiederum meinen es gut, machen aber im Umgang mit Hund, Katze und Co nicht alles richtig. Gut beraten ist da, wer an der richtigen Stelle nachhakt, um Fehler zu vermeiden. BILD der FRAU übernimmt das für Sie und stellt Expert*innen wichtige Fragen rund ums Haustier. Heute: Ein echtes Kaninchen als Osterpräsent – gute Idee oder nicht?

Ein Häschen als Ostergeschenk? Eine Expertin erklärt, warum das keine gute Idee ist

Klar, Häschen gehören zu Ostern wie Eier und die Suche im Garten. Gerade während der Pandemie kommt da dem ein oder anderen womöglich die Idee, passend zum Fest ein lebendiges Kaninchen zu verschenken. Doch was als nette Geste gemeint ist, sehen Profis eher skeptisch. Sarah Ross ist Heimtierexpertin der globalen Tierschutzstiftung Vier Pfoten. Mit BILD der FRAU spricht sie über das Thema.

BILD der FRAU: Ein Häschen oder vielmehr Kaninchen zu Ostern verschenken: Was ist daran so falsch?

Sarah Ross: Generell sollten Tiere niemals verschenkt werden. Dahinter sollte immer eine reifliche Überlegung stehen, denn es handelt sich um Lebewesen, nicht um Geschenkartikel. Kaninchen können bei guter Pflege acht bis zwölf Jahre alt werden. Es handelt sich also nicht um eine kurzfristige Verpflichtung, sondern um die Verantwortung für ein Tier über viele Jahre hinweg.

Welchen Fehler begehen die meisten mit ihrem Häschen zu Hause?

Oft werden Kaninchen einzeln gehalten, mit zu wenig Auslauf und in kleinen Käfigen. Dazu kommt häufig noch die falsche Ernährung.

  • Kaninchen müssen mindestens zu zweit gehalten werden, da es sich um eine sehr soziale Tierart handelt.
  • Kaninchen brauchen außerdem viel Platz und ein Gehege, das ihnen viel Abwechslung bietet. Kaninchen hoppeln und graben sehr gern – die Haltung der Tiere sollte ihnen die Möglichkeit dazu bieten.
  • Bei der Ernährung muss darauf geachtet werden, dass Heu die Grundnahrung ist. Heu trägt zum Abrieb der Zähne bei und ist für Kaninchen auf dem Speiseplan unverzichtbar. Frische Kräuter und Gemüse sind weitere Bestandteile einer gesunden Kaninchenernährung.

Diese Tiere eignen sich besser für den Käfig in der Wohnung

Wenn schon ein Kaninchen im Käfig halten: Worauf ist besonders zu achten?

Die Käfighaltung von Kaninchen sollte vermieden werden, denn die Tiere benötigen viel Platz, um ihr natürliches Verhalten ausleben zu können. Ein großes Außengehege ist die bessere Option. Wenn Kaninchen trotzdem in einem Käfig in der Wohnung gehalten werden, muss in jedem Fall darauf geachtet werden, dass der Käfig gut strukturiert und groß genug ist. Bei einer Käfighaltung sollte auch darauf geachtet werden, dass die Tiere zusätzlich viel Auslauf außerhalb des Käfigs bekommen.

Gibt es sogenannte Kleintiere, die sich für die Käfighaltung in der Wohnung eher eignen?

Farbmäuse und Farbratten lassen sich in gut strukturierten Käfigen in der Wohnung halten. Der Käfig muss allerdings sehr abwechslungsreich gestaltet sein, so dass die Tiere alle natürlichen Verhaltensweisen ausüben können. Das bedeutet: Kletter- und Versteckmöglichkeiten, Nagematerial und offene Bereiche sind hier extrem wichtig.

Vier Pfoten ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Im Fokus stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere aus nicht artgemäßer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen.

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Im Berliner Tierheim leben jede Menge Tiere, die auf ein neues Zuhause hoffen. Wir stellen jede Woche eines vor – neulich erst war der stolze schwarze Kater Paul II. dabei. Auch Hund Gino ist darunter:

Eine zweite Chance für Tierheimbewohner: Terrier-Mix Gino
Eine zweite Chance für Tierheimbewohner: Terrier-Mix Gino

Irre: Diese verlorene Katze kehrte jetzt nach 14 Jahren zu ihrer Familie zurück!

Sich um ein Tier zu kümmern, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wer sich das zutraut, muss schon einiges an Zeit und Aufwand investieren. Aber es lohnt sich – denn ein Haustier gibt einem so viel zurück! Auf unserer Themenseite finden Sie jede Menge Tipps und Tricks, Geschichten und Ratgeber dazu.

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