Aktualisiert: 02.04.2021 - 22:06

ZOOming mal anders Einsamkeit im Lockdown: Schimpansen kommunizieren per Videoanruf

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150 Kilometer liegen zwischen den beiden Schimpansen-Gruppen, die per Videoanruf kommunizieren.

Foto: dpa/Petr David Josek

150 Kilometer liegen zwischen den beiden Schimpansen-Gruppen, die per Videoanruf kommunizieren.

Im Zuge des Corona-Lockdowns haben die Zoos vielerorts geschlossen. Das ist nicht nur für uns Menschen ärgerlich – auch die Tiere vereinsamen hinter den Glasscheiben. Zwei tschechische Zoos haben sich für die Bespaßung ihrer Schimpansen etwas ganz Besonderes ausgedacht...

Nicht nur wir Menschen haben mit der Langeweile im Lockdown zu kämpfen – auch den Zootieren fehlt die Abwechslung und Gesellschaft durch regelmäßigen Besuch. Das Einsperren von Wildtieren zu Unterhaltungszwecken ist schon so ethisch fragwürdig – doch in Zeiten von Corona ist die Isolation besonders grausam. Für die Schimpansen zweier tschechischer Zoos gibt es jetzt einen Lichtblick: Sie können sich über große Bildschirme gegenseitig beobachten. Und wir Menschen haben auch etwas davon.

Schimpansen kommunizieren über Videoschalte: Unterhaltung trotz Zoo-Schließung

Schimpansen sind äußerst intelligente Tiere, die immer wieder neue Eindrücke, Reize und Beschäftigungen brauchen. Normalerweise bekommen die Affen diese durch die Zoobesucher*innen und Pfleger*innen – doch in Zeiten von Corona herrscht nur gähnende Langeweile im Gehege.

Für mehr Abwechslung, haben zwei tschechische Einrichtungen einen Videoanruf eingerichtet, über welchen die Schimpansen im Zoo in Brünn (Brno) mit jenen im 150 Kilometer entfernten Safari-Park in Dvůr Králové kommunizieren können. Über zwei Großbildschirme können sich die Affen gegenseitig beobachten, fast so als würden sie fernsehen.

Jede Neuigkeit ist für die Schimpansen interessant

In den ersten Tagen waren die beiden Gruppen noch sehr zurückhaltend und vorsichtig – doch schon bald begannen sie, die Bildschirme genauer unter die Lupe zu nehmen. "Unsere Schimpansen gehören schon zu den Senioren, aber jede Neuheit ist für sie interessant", sagte Pflegerin Mariana Hubíková.

Schon bald verstanden die Schimpansen, dass auf dem Bildschirm ein Live-Video zu sehen war und dass die Affen und Pfleger*innen auf der anderen Seite sie auch sehen konnten. Sie begannen mit ihrem Essen anzugeben und gespannt den Tierpfleger*innen beim Saubermachen der Gehege zuzugucken.

Šimpanz TV

Und auch wir Menschen haben etwas von dem Videoanruf: Bis zum Ende des Monats kann der Livestream auf Youtube verfolgt werden. Danach werden die Bildschirme wahrscheinlich erstmal wieder abgebaut. "Der Videoanruf war ein großer Erfolg, aber früher oder später werden die Schimpasen das Interesse daran verlieren", sagt Michal Šťastný, Sprecher des Dvůr Králové Safari Parks.

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Im Januar hatten sich im Safari Park von San Diego die ersten Gorillas mit Corona infiziert. Jetzt gibt es eine kleine Sensation zu vermelden: Genau dort wurden diese Affen jetzt gegen Corona geimpft – weltweit zum ersten Mal.

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