Aktualisiert: 23.03.2021 - 21:43

Potent dank der Haut von Grautieren? Grausames Heilmittel sorgt für Eselkrise in China und Afrika

Von der Redaktion

Eselhaut ist in China zu einem kostbaren Gut geworden. Das grausame Heilmittel ist jetzt für eine Eselkrise in China und Afrika verantwortlich.

Foto: Getty Images/TONY KARUMBA

Eselhaut ist in China zu einem kostbaren Gut geworden. Das grausame Heilmittel ist jetzt für eine Eselkrise in China und Afrika verantwortlich.

Für das chinesische Heilmittel "Ejiao" werden jährlich 5 Millionen Esel getötet. Die Eselpopulation dort ist fast zum Erliegen gekommen – neue Tiere sollen deshalb aus Afrika geliefert werden.

"Ejiao" soll die sexuelle Lust steigern, gegen Akne oder Schlafsstörungen helfen und den Alterungsprozess verlangsamen. Die fragwürdige Medizin findet einen immer größer werdenden Absatz, besonders in Chinas wachsender Mittelschicht. Doch die Herstellung des Heilmittels ist so grausam, dass die Eselpopulation des Landes vom Aussterben bedroht ist.

Medizin aus Eselhaut: So wird das chinesische Heilmittel hergestellt

Das langwierige Herstellungsverfahren von "Ejiao" verlangt nach großen Mengen Eselhaut. Diese wird eingekocht und zu Gelatine verarbeitet. Das fertige Medikament ist ansschließend als Pulver oder Gelee erhältlich. Oft wird "Ejiao" als Bestandteil in anderen Medikamenten verwendet oder in Kosmetika oder Süßigkeiten eingekocht.

Chinas Eselpopulation lag im Jahr 1993 bei circa 11 Millionen Tieren, mittlerweile ist der Bestand auf zweieinhalb Millionen zurückgegangen. Der Eselbestand des eigenen Landes kann die Nachfrage des Medikaments nicht mehr decken. Die Zuchtfarmen können den nötigen Nachwuchs nicht produzieren, da die Tragezeit der Tiere 12 Monate beträgt. Zulieferer aus Afrika sollen die nötigen Ressourcen liefern – mit schwerwiegenden Folgen.

Eselkrise in Afrika

Ostafrikanische Länder wie Kenia oder Tansania sind zu den größten Exportlieferanten für die Eselfelle geworden. Für die Bevölkerung der Länder bedeutet dies eine Eselknappheit mit schwerwiegenden Folgen.

Die Tiere werden eigentlich als Transportmittel verwendet und gelten für viele Familien als wichtige Einnahmequelle. Nun ist die Population auch in den ostafrikanischen Ländern vom Aussterben bedroht.

Besonders in Kenia ist die Situation so schwerwiegend, dass die Regierung das Schlachten der Tiere verboten hat. Doch die Jagd nach der kostbaren Eselhaut geht weiter. Nach wie vor werden die Tiere von Dieben getötet und deren Haut auf dem Schwarzmarkt verkauft.

Durch die hohe Nachfrage in China ist die Eselhaut zu einem kostbaren Gut geworden. Ein Kilo des Wundermittels "Ejiao" kostet derzeit bis zu 350 Euro.

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