Aktualisiert: 07.03.2021 - 14:38

Nachfrage steigt Haustier-Trend in Corona-Zeiten: Hunde und Katzen als Lückenbüßer?

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Haustiere helfen gegen die Einsamkeit und Langeweile im Corona-Lockdown.

Foto: Getty Images/Ling Jin

Haustiere helfen gegen die Einsamkeit und Langeweile im Corona-Lockdown.

Die Nachfrage nach Haustieren ist im vergangenen Lockdown-Jahr drastisch gestiegen. Wenn man viel Zeit allein zu Hause verbringt, ist der Wunsch nach einem tierischen Mitbewohner groß. Dabei werden die Verantwortung und Verpflichtungen oft unterschätzt.

Einsamkeit und Langeweile bestimmen den Alltag im Corona-Lockdown. Wenn man den ganzen Tag alleine zu Hause ist, verstärkt sich der Wunsch nach einem tierischen Mitbewohner. Daher verwundert es nicht, dass die Nachfrage nach Haustieren seit dem Beginn der Pandemie drastisch gestiegen ist. Eigentlich gut, wenn die Tierheime sich leeren und immer mehr Fellnasen ein neues Zuhause bekommen. Oder?

Haustiere im Lockdown: Die Nachfrage steigt

Die Nachfrage nach Haustieren ist im vergangenen Jahr drastisch gestiegen. Die Tierschutzorganisation Tasso bestätigt, dass 2020 25 Prozent mehr Hunde neu registriert worden sind, als im vorherigen Jahr. Die Gelegenheit scheint ideal: Man ist den ganzen Tag zu Hause, hat nichts zu tun und sehnt sich nach Nähe. Das Gefühl gebraucht zu werden, hilft vielen Leuten dabei die Pandemie zu überstehen und motiviert zu bleiben.

Und auch physisch haben Haustiere einen positiven Einfluss auf uns: Ihre bloße Anwesenheit und das Streicheln kann dabei helfen, den Blutdruck und die Herzfrequenz zu senken. Weniger Stresshormone werden ausgeschüttet und man wird generell ruhiger und entspannter.

Freunde fürs Leben oder bloßer Zeitvertreib?

Die Verantwortung, die mit einem Haustier einhergeht, wird von vielen Leuten stark unterschätzt, weshalb manche Tierheime bereits einen Vermittlungsstopp verhangen haben. Denn obwohl man im Lockdown einiges an Freizeit hat, sind Haustiere kein kurzer Zeitvertreib sondern eine Verpflichtung für mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte.

In unserer Gesellschaft werden Tiere oft als Ware angesehen – dazu muss man nur einmal an einer Fleischtheke vorbeilaufen. Und auch vor Haustieren macht die Objektifizierung keinen Halt: Ältere Hunde, die nicht mehr "süß" genug sind, werden wieder zurück ins Tierheim gegeben und Kaninchen, für die man plötzlich keine Zeit mehr findet, einfach ausgesetzt.

Doch beim Aussetzen von Tieren droht den Haltern eine saftige Geld- oder sogar Gefängnisstrafe!

Online-Tierhandel boomt

Auf Verkaufsplattformen im Internet findet man neben gebrauchten Möbeln und Secondhand-Klamotten auch diverse Haustiere. Vor allem wenn die Tierheime geschlossen haben, sind die niedlichen Welpenfotos nur allzu verlockend.

Die Einsamkeit macht blauäugig und so fallen viele Leute auf die illegalen und betrügerischen Angebote rein – auf Kosten der Tiere: Kranke, ungeimpfte Welpen und Kitten werden viel zu früh von der Mutter getrennt und aus dem Ausland nach Deutschland verschippt.

Mit welchen Tricks die illegalen Welpenhändler arbeiten und worauf Käufer unbedingt achten sollten.

Und auch vor exotischen Tieren wird kein Halt gemacht: Zoll entdeckt in Puppen eingenähte Reptilien!

Tierheime erwarten eine Rückgabe-Welle

Was passiert mit den Haustieren nach der Pandemie? Sobald sich die Lage etwas beruhigt hat und die Leute wieder mehr Zeit auf Arbeit und mit Freunden verbringen, erwarten die Tierheime eine große Rückgabe-Welle an Tieren. Und das, obwohl sie bereits an den Grenzen ihrer finanziellen Kapazitäten sind.

Haustiere wirken sich positiv auf Körper und Psyche aus. Sie sind liebevolle Gefährten und Familienmitglieder. Doch bevor man sich von den Kulleraugen eines Welpen oder dem sanften Schnurren einer Mieze verzaubern lässt, sollte man sich fragen, ob man bereit ist, die langfristige Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen. Treffen Sie keine überstürzten Entscheidungen und warten Sie besser das Ende des Lockdowns ab, bevor Sie ein Tier in Ihre Familie aufnehmen. In der Zwischenzeit können Sie Ihre örtlichen Tierheime mit Spendengeldern unterstützen: Die haben es im Moment nämlich dringend nötig!

Dass die Nachfrage nach Hund, Katze und Co drastisch gestiegen ist, spiegelt sich auch in diesen Zahlen wieder: Preise für Haustiere sind während Corona enorm gestiegen.

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