Aktualisiert: 01.03.2021 - 18:25

Hund, Kaninchen & Co Haustier aussetzen: Diese Strafen drohen den Besitzern

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Dieser arme Hund wurde an einer Straße ausgesetzt und zurückgelassen. Auch das Aussetzen anderer Tiere ist strafbar. Den Haltern drohen hohe Strafen...

Foto: IMAGO /

Dieser arme Hund wurde an einer Straße ausgesetzt und zurückgelassen. Auch das Aussetzen anderer Tiere ist strafbar. Den Haltern drohen hohe Strafen...

Als Haustierbesitzer hat man viel Verantwortung. Wenn es dann doch so gar nicht funktioniert mit dem tierischen Mitbewohner, dann gibt es Möglichkeiten, seinen Hund oder die Katze wieder abzugeben. Das Aussetzen der Tiere ist allerdings keine Option und steht sogar unter hohen Geld- und Gefängnisstrafen!

Sobald Haustierbesitzer mit ihrem Hund, ihrer Katze oder einem anderen Haustier überfordert sind oder diese nicht mehr mit dem eigenen Lebensstil vereinbar sind, werden die Tiere wieder abgegeben oder schlimmstenfalls sogar ausgesetzt. Doch beim Aussetzen von Tieren droht den Haltern eine saftige Geld- oder sogar Gefängnisstrafe!

Diese Strafen drohen beim illegalen Aussetzen von Tieren

Gerade zu Beginn der Ferienzeit werden viele Tiere ausgesetzt. Plötzlich merkt die Familie oder der Tierhalter, dass der Urlaub mit Hund oder Kaninchen mehr Planung bedarf als vorher. Sind sowieso schon Zweifel aufgekommen, ob die Anschaffung des felligen Begleiters wirklich die richtige Entscheidung war, so wollen sich viele wieder von ihrem Haustier trennen. Auch nach Weihnachten werden viele verlassene Tiere auf den Straßen und in den Parks gefunden. Häufig war da der Tierwunsch größer als die eigentliche Vernunft. Die Anschaffung eines Lebewesens ist nun mal kein Kinderspiel und sollte sorgsam überlegt sein.

Hunde werden einfach an einen Baum gebunden und alleine gelassen

Ausgesetzte Haustiere sind eine sehr traurige Angelegenheit. Hunde werden dann einfach an einen Baum gebunden oder an abgelegenen Plätzen ausgesetzt. Auch Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen wurden bereits in Transportboxen oder in einfachen Körben am Straßenrand gefunden. Das bewusste Entlaufenlassen eines Vierbeiners fällt ebenfalls unter den Begriff des Aussetzens. Manch einen Besitzer plagt aber doch ein schlechtes Gewissen und sie binden ihr Tier vor dem Tierheim an. Allerdings ist das Aussetzen eines Tieres vor dem Tierheim ebenfalls strafbar und absolut nicht in Ordnung! Die Abgabe direkt im Tierheim ist hier immer die richtige Entscheidung.

Fische und Muscheln aussetzten ist ebenfalls verboten

Nicht nur die typischen Haustiere wie Hunde, Katzen und Meerschweinchen werden ausgesetzt, sondern auch Fische und Muscheln. Wenn der Gartenteich eine Überpopulation aufweist, setzen manche Fischbesitzer ihr Meeresgetier einfach im nächstbesten Dorfteich, See oder Fluss aus. Das ist natürlich nicht in Ordnung und gefährdet sogar den heimischen Tierbestand und die natürliche Flora und Fauna. Es kann zu Nahrungsknappheit und auch zur Übertragung von Krankheiten kommen. Das Aussetzen von Gartenteichtieren und Zierfischen stellt häufig einen Verstoß gegen Fischerei-, Naturschutz-, Tierschutz- und/oder Tiergesundheitsrecht dar und wird mit Bußgeldern geahndet!

Die Rechtsprechung ist knallhart

Leider werden jedes Jahr Tausende Tiere einfach in Deutschland ausgesetzt. Die Tierbesitzer verletzen damit ihre Halter- oder Betreuerpflicht und ihnen drohen hohe Strafen. Die Gesetzte sind hier eindeutig. Laut Tierschutzgesetzt ist es verboten, "ein in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen". Damit macht sich jeder strafbar, der ein Haustier vorsätzlich oder fahrlässig aussetzt.

Es droht sogar Gefängis...

Die Strafen beim Aussetzen von Haustieren sind ziemlich hoch. Im Tierschutzgesetz sind die Pflichten jedes Tierhalters genau geregelt und festgehalten. Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 25.000 Euro! Sollte ein Hund sogar verhungern, da er an einem Baum angebunden wurde, droht dem Halter aufgrund von Tierquälerei sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren.

So schrecklich das Aussetzen von Hunden, Katzen und anderen Tieren auch ist, stehen die Ermittler regelmäßig vor dem gleichen Problem: Den Täter später ausfindig zu machen ist oftmals unmöglich, daher bleibt es häufig bei einer Anzeige gegen Unbekannt.

Tiere alleine lassen ist auch strafbar!

Strafbar macht sich allerdings nicht nur derjenige, der sein Tier irgendwo aussetzt, sondern auch jemand, der sein Tier über einen längeren Zeitraum alleine lässt. Es ist also mehr als nur ein absolutes No-Go sein Tier während des Urlaubs alleine zu Hause zu lassen, ohne dass sich jemand regelmäßig um das Tier kümmert. Dass dem Tier in der Zeit Futter und Wasser hingestellt wurden, ist dabei keine Ausrede.

Züchter oder Tierheim: SO geben Sie Ihr Tier richtig wieder ab

Tierhalter haben eine hohe Verantwortung, wenn Sie ein Tier bei sich aufnehmen. Dementsprechend verantwortungsbewusst sollten Sie sich dann auch verhalten. So süß warnt ein Tierheim daher vor Haustier-Spontankäufen im Lockdown. Sollten Sie als Tierhalter merken, dass es einfach nicht klappt mit dem Hund oder der Katze oder es zu viel Verantwortung ist, dann können Sie sich an bestimmten Stellen helfen lassen.

Der beste Weg, sein Tier wieder abzugeben, ist der Weg zurück zum Züchter oder ins Tierheim. Viele Züchter nehmen ihre Tiere wieder zurück und vermitteln sie an neue Besitzer. Sollte dies nicht möglich sein, sollten Sie ein Tierheim in Ihrer Nähe aufsuchen. Dort wird Ihr Tier sorgsam aufgenommen und sich darum gekümmert. Dafür werden geringe Gebühren fällig, die Sie als Haustierbesitzer dem Tierheim zahlen müssen. Mit der Pauschale kann dann die Verpflegung Ihres Tieres gesichert werden. Im Tierheim Berlin liegen die Abgabegebühren für eine Katze bei 20 bis 250 Euro, bei einem Hund zwischen 60 bis 420 Euro und bei Meerschweinchen, Mäusen und Hamstern zwischen 5 bis 37,50 Euro (Stand August 2019).

Diese Lösungen gibt es für eine Urlaubsbetreuung

Ein Haustier wieder abzugeben heißt oftmals, ein Familienmitglied zu verlieren. Wenn Sie eigentlich nur nach einer Zwischenlösung während des Urlaubs suchen, gibt es noch weitere Möglichkeiten, seinen Hund oder seine Katze unterzubringen. Die beste Möglichkeit ist es natürlich, wenn Freunde oder Bekannte das Tier in der Zeit bei sich aufnehmen und sich darum kümmern können. Aber auch Tierpensionen sind eine gute Lösung für zeitlich begrenzte Versorgungen. Eine Tierpension ist so etwas wie ein Hunde- oder Tierhotel. Dort kann Ihr Tier für einige Tage in Obhut genommen werden und es wird sich sorgsam darum Tier gekümmert. Fragen Sie rechtzeitig an, ob zu Ihrer Urlaubszeit noch Plätze frei sind! In der Regel nehmen Tierpensionen etwa 20 Euro am Tag für einen Hund.

Beim Auslandsurlaub ist der Heimtierausweis Pflicht

Sie müssen Ihre Fellnase aber nicht bei jedem Urlaub abgeben. In vielen Ländern gibt es auch spezielle Angebote für den Urlaub mit Hund. Beispielsweise kann man in Dänemark oder in Holland Ferienwohnungen und Hotelzimmer mit seinem Vierbeiner buchen. Geht die Reise ins Ausland, ist es wichtig, sich über bestimmte Vorkehrungen zu informieren. Ein EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung ist auf jeden Fall Pflicht, wenn Sie innerhalb der EU reisen wollen.

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Quellen: Bundesnaturschutzgesetz, Tierschutzgesetz

Wenn Sie es sich gut überlegt haben, ob Sie einem Haustier gerecht werden können, dann wartet vielleicht Gino schon seit 6,5 Jahren im Tierheim auf Sie. Im Tierheim Berlin wartet auch ein Senioren-Kaninchenpaar: Wer will Annika und Tommi eine 2. Chance geben?

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie sich ein Haustier anschaffen sollen? Machen Sie unser Haustier-Quiz! Welches Haustier passt am besten zu Ihnen?

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