05.06.2019

Geht's noch? Gesunder Hund eingeschläfert – auf Wunsch der Besitzerin

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Shih-Tzu-Mischling Emma (hier: Symbolbild) wurde auf Wunsch ihrer verstorbenen Besitzerin eingeschläfert, obwohl sie kerngesund war. Was für ein grausamer letzter Wille!

Foto: iStock/lempelziv

Shih-Tzu-Mischling Emma (hier: Symbolbild) wurde auf Wunsch ihrer verstorbenen Besitzerin eingeschläfert, obwohl sie kerngesund war. Was für ein grausamer letzter Wille!

In den USA wurde ein völlig gesunder Hund eingeschläfert, nachdem die Besitzerin verstorben war – Grund genug zur Auslösung einer moralischen Debatte.

Wie weit darf der letzte Wille gehen und: Muss er um jeden Preis befolgt werden? Der Fall der Einschläferung eines gesunden Hundes in den USA beschäftigt sich mit dieser Frage. Denn: Der Hund war vollauf gesund und hätte problemlos ein neues Zuhause gefunden.

Letzter Wille: Gesunder Hund soll eingeschläfert werden

8. März 2019, Richmond im US-Bundesstaat Virginia: Eine ältere Dame wird tot in ihrem Zuhause gefunden. Ihr Hund Emma wird in einem Tierheim untergebracht und bleibt dort zunächst für zwei Wochen, wird liebevoll von den Mitarbeitern versorgt. Emma ist kerngesund, auch wenn der Verlust ihres Frauchens ihr möglicherweise zusetzt. Eine Weitervermittlung des Shih-Tzu-Mischlings und Aufnahme in eine neue Familie hätte also ohne Komplikationen geschehen können. Doch das Testament der Besitzerin macht dem Neuanfang einen Strich durch die Rechnung: In diesem steht der Wunsch, nach ihrem Tod den Hund einzuschläfern und anschließend einzuäschern, damit die beiden zusammen beigesetzt werden können.

Rettungsversuche bleiben erfolglos

Die Mitarbeiter des Tierheims, in dem Emma untergebracht hat, wehren sich gegen diesen Wunsch. "Wir haben ihnen mehrmals vorgeschlagen, dass sie den Hund überschreiben können, weil wir für ihn ohne Probleme ein neues Zuhause hätten finden können", erzählt Carrie Jones, die Managerin des Chesterfield Tierheims, der NBC/WWBT. Erfolglos jedoch, wie sie hinzufügt: "Letztendlich sind sie am 22. März wieder gekommen, um Emma mitzunehmen."

Hintergrund: Darum sollten Besitzer sollten ihr Tier bei der Einschläferung nicht im Stich lassen.

Ethik gegen Recht

Viele Tierärzte und Tierschützer sind entsetzt, dass der Schritt tatsächlich durchgesetzt wurde, wenn man berücksichtigt, dass es dem Hund an nichts gefehlt hat und er noch weitere Jahre hätte leben können. Die Angehörigen sowie der Testamentsvollstrecker beharrten jedoch auf dem letzten Willen der Verstorbenen. Zudem ist der Schritt im Bundesstaat Virginia nicht illegal: Tiere gelten dort als persönliches Eigentum. Rechtswidrig war die Einschläferung also nicht, der bittere Nachgeschmack hinsichtlich der ethischen Perspektive ändert sich deshalb allerdings noch lange nicht.

Wir sind entsetzt darüber, was der unschuldigen Emma widerfahren ist. Denn nur aufgrund des egoistischen Wunsches ihrer Besitzerin wurde ihr Leben beendet – fremdbestimmt und komplett hilflos. Wer sein Haustier liebt, sollte ihm doch noch viele weitere, gesunde Jahre ermöglichen und vor allem wünschen – auch nach dem eigenen Ableben. Wir hoffen, die mediale Präsenz dieses Falls kann dazu beitragen, dass nicht weitere Haustiere grundlos eingeschläfert werden und Besitzer mehr Rücksicht auf das Leben ihrer Vierbeiner nehmen.

Dass Besitzer nicht immer im Interesse der Lebewesen handeln, zeigte diese traurige Nachricht, als ein Hund bei heißem Wetter im Auto starb – vom Besitzer bewusst im Auto gelassen.

Eine genauso berührende, aber deutlich positivere Geschichte ist die Verwandlung von Hund Odin, der gerade noch dem Tod entkommen konnte.

Und haben Sie schon vom Tierheim Passau gehört? Vier aus einem Tiertransport herausgeholte Hunde sollen von dort laut Beschluss wieder zurück nach Rumänien – mit ungewissem Schicksal. Das Tierheim kämpft – doch jetzt werden Stimmen aus Großbritannien laut...

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