17.06.2019

Plötzlich unauffindbar Tierheim Passau: Was wird aus Hobnob, Amy, Max und Polar?

Die vier ursprünglich geretteten Hunde im Tierheim Passau wissen noch nicht, welches Schicksal ihnen bevorsteht. (Symbolbild)

Foto: iStock/Konoplytska

Die vier ursprünglich geretteten Hunde im Tierheim Passau wissen noch nicht, welches Schicksal ihnen bevorsteht. (Symbolbild)

Großer Schock und Angst im Tierheim Passau. Vier ihrer aus einem Tiertransport herausgeholte Hunde sollen laut Beschluss wieder zurück nach Rumänien – mit ungewissem Schicksal. Das Tierheim kämpft – doch jetzt werden Stimmen aus Großbritannien laut...

Auf Facebook kam der Hilferuf des Tierheims Passau: Vier kranke und teilweise sehr verstörte Hunde aus einem Tiertransport aus Rumänien wurden im Tierheim wieder aufgepäppelt, bekamen alle notwendigen medizinischen Eingriffe. Doch es gab auch andere Meinungen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist, ist fraglich. Jetzt gibt es eine neue Entwicklung: Die Hunde sind weg.

Ursprünglich sollten die Vierbeiner laut Amtsbeschluss wieder zurück zum Besitzer nach Rumänien – mit ungewisser Zukunft, hieß es. Das Tierheim verweigerte die Herausgabe und kämpft seitdem dafür, dass die Hunde bei ihnen bleiben können, obwohl bereits eine Anzeige wegen Unterschlagung droht.

Nach Hilferuf des Tierheims Passau: Hunde aus Transport sind nicht auffindbar

Update vom 17. Juni 2019: Am vergangenen Freitag sollten die Hunde eigentlich von der Polizei abgeholt und an das Veterinäramt übergeben werden, heißt es bei der "Passauer Neue Presse" (PNP). Doch die Hunde sind weg – unauffindbar, und im Tierheim herrscht großes Schweigen. Auf Nachfrage der PNP habe das Landratsamt bestätigt, dass sich die Hunde "nicht wie von uns verlangt in Gewahrsam des Veterinäramtes befinden". Man wisse nichts über den Verbleib der Hunde.

Im Tierheim halte man sich derweil auf PNP-Anfrage bedeckt. Die Vorsitzende der Tierschutzbewegung Ostbayern und Mitverantwortliche des Tierheims, Gerda Machowetz, sagte lediglich, dass alles nun einen rechtlichen Weg gehe. Mehr könne sie dazu nicht sagen. Es bleibt also spannend um die vier Hunde Hobnob, Amy/Ashley, Max und Polar.

Mögliche Besitzer aus Großbritannien melden sich

Update vom 24. Mai 2019: Jetzt wird allerdings noch eine Seite laut: Aus Großbritannien haben sich mehrere Menschen gemeldet, die sich als eigentlich zukünftige Besitzer der Hunde ausgeben und es lediglich Unstimmigkeiten mit Papieren bei einigen der Hunde gegeben habe. Nach Rumänien zurück hätte man die Hunde nie bringen sollen. Es entbrennt eine wilde Diskussion: Wer hat recht, wer hat richtig gehandelt? Bestätigen lässt sich wohl, dass zumindest der Tiertransport von Rumänien nach Passau zu voll war und die Papiere einiger Tiere nicht gestimmt haben. Was steckt genau hinter dem Hundedrama? Vor allem aber geht es nun darum: Was wird aus Hobnob, Amy (alias Ashley), Max und Polar?

Tierheim Passau: Wer hat jetzt eigentlich recht? So verlief der Transport aus Rumänien

Neun Wochen sind die vier verbleibenden Hunde jetzt in der Obhut des Tierheims Passau. Gelandet waren sie dort, nachdem ein Tiertransport aus Rumänien auf der A3 bei Pocking im Landkreis Passau im März 2019 gestoppt worden war. Insgesamt 65 Tiere in einem Mercedes Sprinter: Gegenüber der "Passauer Neue Presse" (PNP) hatte der Chef des Veterinäramts am Landratsamt Passau, Dr. Johann Hölzl, bestätigt, dass die Maße der Käfige zu klein gewesen seien. Mindestens die Hälfte der Boxen seien deutlich überbelegt gewesen, zwei Hunde frisch operiert worden, einer in einem schlechten Allgemeinzustand.

Tiertransporte werden in vielen Fällen von mehreren Organisationen zusammen gebucht. Mehrere Tiere, darunter auch die vier Hunde aus Passau, seien im Auftrag einer britischen Tierschutzorganisation in den Transporter geladen worden.

Gleichzeitig heißt es, dass bei mehreren Hunde und Katzen die Papiere nicht gestimmt hätten und es vor allem mit dem Impfschutz Probleme gegeben habe. Aus diesem Grund seien auch die sieben Hunde im Tierheim Passau gelandet – in Quarantäne. Die rumänischen Fahrer des Transports hätten Beträge an die aufnehmenden Tierheime gezahlt, unter anderem 20.000 Euro an das Passauer Tierheim – aber in Falschgeld, wie sich laut PNP später herausgestellt haben soll.

Neue Wendung: Britische Besitzer melden sich zu Wort

Drei der Hunde wurden zwischenzeitlich abgeholt. Um die vier übrig gebliebenen entbrennt ein wilder Streit. Während in Deutschland fast 22.000 Menschen eine Petition unterschrieben haben (Stand 24. Mai 2019), die fordert, dass die Hunde im Tierheim Passau bleiben dürfen, wurde in Großbritannien der Aufruf "Free the Passau four" (übersetzt etwa "Befreit die vier aus Passau") gestartet. Denn dort warteten angeblich doch die neuen Besitzer von Hobnob, Amy (die eigentlich Ashley heißen soll), Max und Polar.

Bisher hatte die Führung des Tierheims Passau behauptet, die zukünftigen Besitzer in Großbritannien seien abgesprungen. Jetzt melden sie sich doch zu Wort – eine der neuen Besitzerinnen sogar persönlich über Facebook. Sie klagt die langen Wartezeiten an.

Laut Landratsamt muss das Tierheim Passau die Hunde tatsächlich herausgeben. Tierheimleiterin Bettina Mittler jedoch füchtet der PNP gegenüber, die Betreiber des rumänischen Transportunternehmens hätten ihr gegenüber zugegeben, dass die Tiere in einen Schlag mit 700 anderen Tieren zurück nach Rumänien gebracht werden sollten. Sie zweifelt die Existenz der britischen "adoptierenden Hundeeltern" an, es gebe Hinweise auf dubiose Machenschaften und Ungereimtheiten.

Was stimmt nun? Wir bleiben an der Sache dran und berichten bei neuen Wendungen – und hoffen, dass es den vier Hunden gut geht und die Sache für alle eine vernünftige Wendung nimmt.

Hilferuf des Tierheims Passau: Was wird aus unseren Hunden?

Original vom 21. Mai 2019: Die Tierschützer beschreiben ihre Angst und Verzweiflung auf Facebook: "Nach fast 9 Wochen in unserer Obhut sollten die Hunde gestern ZURÜCK NACH RUMÄNIEN (!!!) verfrachtet werden. Zurück in einen Shelter mit über 700 Hunden. Mit absolut ungewisser Zukunft." Denn: Die Fellnasen haben laut des Tierheims keine neuen Besitzer in Aussicht. Die englischen "Besteller" der Hunde seien inzwischen abgesprungen. Wie kam es überhaupt zu dem Hunde-Drama?

Die Hunde wurden aus einem Tiertransport herausgeholt

Das war geschehen: Im März hatte die Bundespolizei einen Transporter aus Rumänien mit 65 Hunden und vier Katzen auf der A3 bei Pocking gestoppt. Die Tiere waren in offenbar zu kleinen Käfigen unterwegs, heißt es seitens Veterinäramt Passau, und die meisten in einem angeblich bemitleidenswerten Zustand. Sieben der beschlagnahmten Hunde kamen in die Obhut des Tierheims Passau, die die Vierbeiner seither aufpäppelten. Nach 9 Wochen kam jetzt die Nachricht in Form einer Amtsanweisung: Die Tiere müssten zurück nach Rumänien. Damit stand also wieder ein zwölfstündiger Transport an, unter nicht prüfbaren Verhältnissen.

Tierheim kämpft um die Hunde

Denn wie das Tierheim weiter per Facebook berichtet, wurde ihnen, als vergangene Woche der Transporter vor ihren Toren hielt, der Blick ins Wageninnere verwehrt. Obwohl die Tierschützer die Anweisung hatten, die Boxengröße der Hunde zu checken. Während des Versuchs, die zuständigen Behörden zu erreichen, fuhr der Transporter unverrichteter Dinge wieder ab.

Auch einen weiteren Versuch des Veterinäramts, das zusammen mit der Polizei die sofortige Herausgabe der Hunde erzwingen wollte, konnten die Mitarbeiter abwehren. Daraufhin wurde ihnen eine Anzeige wegen Unterschlagung angekündigt.

Das Tierheim Passau beschreibt die rumänischen Besitzer als möglicherweise kriminell. Sie hätten von einer Mitarbeiterin der rumänischen Staatsregierung erfahren, dass die Betreiber des Shelters seit Jahren für gefälschte Pässe und "mafiöse Machenschaften" unter dem Deckmantel des Tierschutzes bekannt seien.

"Man kommt sich den Hunden gegenüber vor wie ein Verräter"

Drei der Hunde musste das Tierheim bereits vor einigen Wochen nach Rumänien zurückschicken. Die Tierpfleger beschreiben diesen schlimmen Moment, als "Hölle", wenn "man gezwungen ist, die zitternden Hunde, welche sich absolut sträuben, in den Transporter zu steigen, die enorme Angst vor den Fahrern haben, diesen Menschen wieder auszuliefern". Und: "Man kommt sich den Hunden gegenüber vor wie ein Verräter."

Das Tierheim gibt derweil nicht auf, stemmt sich mit aller Kraft gegen das Gesetz. Es bleibt abzuwarten, wie das Drama weiter verläuft. Mittlerweile wurde eine Petition gegen die Zurückgabe der beschlagnahmten Hunde aus Rumänien gestartet und schon über 10.000 Stimmen eingesammelt. Vielleicht kann der öffentliche Hilferuf des Tierheims Passau etwas bewirken und die vier Hunde Hobnob, Amy, Max und Polar vor ihrem ungewissen Schicksal bewahren.

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