08.02.2019

Expertin gibt Rat Was muss ich tun, wenn meine Katze alt wird?

Eine Katze begleitet den Menschen über viele Jahre. Doch im Alter muss der Halter für den Vierbeiner besonders da sein.

Foto: iStock/elenaleonova

Eine Katze begleitet den Menschen über viele Jahre. Doch im Alter muss der Halter für den Vierbeiner besonders da sein.

Katzen können oft ein hohes Alter erreichen. Doch gerade dann benötigen sie besonders viel Pflege. Wie Sie richtig mit ihrem Vierbeiner im Senioren-Alter umgehen …

Eine Katze – und jetzt? Viele Menschen wünschen sich sehnsüchtig ein Haustier, doch sobald es erstmal einzieht, erfordert es eine große Umstellung im Alltag und etwas Arbeit. Erstmal eingegroovt, sind Halter und Vierbeiner aber oft unzertrennbar. Man geht durch dick und dünn, und beide werden über die Jahre älter und reifer. Bei Katzen setzt das Senioren-Alter etwa ab dem zehnten Lebensjahr ein. Nach vielleicht eher unkomplizierten Jahren beginnt nun für das Tier, aber auch für den Menschen, eine neue Zeit. Wenn Katzen alt werden, warten neue Herausforderungen, die sich erheblich unterscheiden von der vielleicht oft noch quirligen Anfangszeit, wenn ein Katzenbaby durchs Haus tobt. Doch wie stellt man sich auf die neuen Gegebenheiten richtig ein?

Wenn Katzen alt werden: Regelmäßige Tierarzt-Besuche

"Ältere Katzen haben die gleichen Alters-Zipperlein wie Menschen", sagt Monika Weßeling. Sie ist erfahrene Tierheilpraktikerin mit eigener Praxis in Langenfeld und weiß, an welchen Zeichen man fortgeschrittenes Alter erkennt. Typische Alters-Wehwehchen seien Gelenkerkrankungen sowie das Nachlassen der Gedächtnisleistung.

Doch auch chronische Krankheiten wie Arthrose, chronische Niereninsuffizienz, Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, Krebs, der Verlust des Seh- oder Hörvermögens oder Demenz treten im Alter bei Katzen auf. Man kann vielen dieser Krankheiten mit einem regelmäßigen Gesundheitscheck vorbeugen, manche sind dagegen leider nicht heilbar – doch sollten sie professionell behandelt und kontrolliert werden.

"Ich empfehle, die ältere Katze jährlich vom Tierarzt untersuchen zu lassen. Dazu gehört auch eine geriatrische Blutuntersuchung. Aus dem Ergebnis lässt sich dann eine entsprechende Behandlung ableiten", so Weßeling. Für sehr wichtig halte sie aber auch den Besuch bei einem spezialisierten Tier-Zahnarzt. Denn auch Zahnerkrankungen wie FORL nehmen zu. Die Abkürzung steht für Feline odontoklastische resorptive Läsionen, damit gemeint ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung, bei der die Zahnsubstanz der Katze entkalkt.

Hochwertiges Futter im fortgeschrittenen Alter

Je nachdem, ob und woran eine ältere Katze erkrankt ist, stellt sich auch die Frage nach dem richtigen Futter. Im Alter können die Futtergewohnheiten sich noch einmal ändern. Als Halter sollte man Wert darauf legen, der Katze hochwertiges Futter anzubieten mit einem hohen Fleischgehalt – am besten ganz ohne Soja, Getreide oder Zucker. "Oft lässt der Appetit nach", erklärt Monika Weßeling. "Dann kann das Futter angewärmt werden. Auch verschiedene Futternäpfe aus Keramik wirken oft wahre Wunder."

Wenn Katzen alt werden, muss man viele Veränderungen vornehmen. Das Verhalten des Vierbeiners ändert sich. Und auch hier sollte man es dem geliebten Tier so leicht wie möglich machen und sich den Gegebenheiten anpassen. "Die Katze spielt nicht mehr so viel und braucht viele Ruhephasen. Auf Veränderungen reagiert sie noch unflexibler als früher, deshalb sollte man diese vorsichtig und schrittweise vornehmen", rät Weßeling.

Oft lasse bei Katzen auch die Körperpflege nach. Dann sollte die Katze unterstützt werden, "und zwar durch Bürsten oder Abreiben des Fells. Das stärkt auch die Mensch-Katze-Beziehung", sagt die Expertin. Die Zufriedenheit Ihres Vierbeiners liegt Ihnen besonders am Herzen? Dann haben wir hier zehn Tipps, wie Sie Ihre Katze glücklich machen.

Überforderung bei Katzen kann zu Depressionen führen

Überforderung bei Katzen ist eine der Nebenerscheinungen des fortgeschrittenen Alters. Wenn die Unterstützung des Menschen fehlt, kann es oft gravierende Folgen für die Katze haben, sagt Tierheilpraktikerin Weßeling. "Das kann zu Depressionen führen. Daher ist es jetzt noch wichtiger, Rituale beizubehalten."

Auch der Alltag sollte der Katze soweit wie möglich erleichtert werden. Dazu gehört es, die Umgebung anzupassen. Dafür hat Monika Weßeling einige Tipps: "Die Katzentoilette sollte durch eine flache Schale ersetzt werden, um der Katze einen leichteren Einstieg zu ermöglichen. Auch das Aufstellen von mehreren Toiletten kann notwendig werden, falls die Katze dement wird. Futter- und Wassernapf sollten gut erreichbar sein. Das gilt ebenfalls für die Schlafplätze. Wenn die Katze nicht mehr so gut springen kann, gibt es Treppen, damit sie weiterhin auf die Couch oder den Kratzbaum gelangen kann." Hier finden Sie weitere Anregungen, wie Sie Ihre Wohnung katzenlieb gestalten können.

Der richtige Umgang? "Liebe, Geduld, Verständnis"

Charaktereigenschaften des Vierbeiners können sich im Alter verstärken – aber auch neue ungewöhnliche Vorlieben hinzukommen. Hat die Katze jahrelang in ihrem eigenen Körbchen im Wohnzimmer genächtigt, will sie nun zum Beispiel lieber im Bett schlafen. Das kann durchaus irritierend sein, Monika Weßeling empfiehlt hier, nachsichtig zu sein. "Solange diese Angewohnheiten akzeptabel sind, sollte man ihnen nachgeben. Meine Tipps lauten: Liebe, Geduld, Verständnis." Hier finden Sie übrigens weitere Anregungen zur Katzen-Erziehung.

Liebe ist dabei von besonders großer Bedeutung, wenn Katzen alt werden. Eine Freigänger-Katze, die nicht mehr oft raus geht und die Zeit im Haus verbringt, benötigt in vielen Fällen noch mehr Aufmerksamkeit von den Menschen um sie herum, weil sie nicht mehr regelmäßig jagt oder spielt, so Weßeling. "Die Katze möchte jetzt mehr Zeit mit ihrem Menschen verbringen." Dazu gehören auch ausgiebige Kuschelstunden. Denn davon profitiert nicht nur der Mensch, sondern auch die Katze, die im fortgeschrittenen Alter Liebe und Zuneigung mehr denn je braucht.

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