13.07.2018

„Waren doch unzertrennlich“ Haustier gestorben: Besitzer berichten, wie sehr sie trauern

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Wenn das Haustier gestorben ist, bieten Tierfriedhöfe den Besitzern die Möglichkeit, würdevoll Abschied zu nehmen.

Wenn das Haustier gestorben ist, bieten Tierfriedhöfe den Besitzern die Möglichkeit, würdevoll Abschied zu nehmen.

Der Abschied ist so hart. Wenn das eigene Haustier gestorben ist, ist plötzlich keiner mehr da, der dich mutig schmust, dich zum Lachen bringt, Tränen wegwedelt. Auf einem Kleintierfriedhof in Ostfriesland traf BILD der FRAU Menschen, die ihren treuesten Gefährten vermissen.

Für viele Haustierbesitzer ist es ein einschneidendes Erlebnis: Wenn das geliebte Haustier gestorben ist, heißt es auf einmal Abschied nehmen. Abschied nehmen vom treuen Gefährten, der ihnen jahrelang Gesellschaft leistete, immer zuhörte und nie urteilte. Immer mehr Haustierbesitzer entscheiden sich deshalb dafür, ihren Haustieren nach ihrem Tod einen würdevollen Abschied zu bereiten. Wir von BILD der FRAU haben sie begleitet.

Haustier gestorben: "Für mich ist eine Welt zusammengebrochen"

Julianne Rosenboom (65) hat die ersten Frühlingstage genutzt, um frische Stiefmütterchen und Perlhyazinthen auf "Emmas" Grab zu pflanzen. "Ich denke jeden Tag an sie", sagt die Ostfriesin aus Marienhafe. "Sie war doch wie mein eigenes Kind." Elf Jahre ist es her, da saß Katzenbaby "Emma" plötzlich vor Julianne Rosenbooms Haustür. Krank, verängstigt, hilflos. Mithilfe des Tierarztes päppelt sie die kleine Samtpfote auf. "Von da an waren wir einfach unzertrennlich", sagt die 65-Jährige leise. "Ich hatte wirklich immer das Gefühl, sie versteht mich."

Jetzt ist "Emma" tot. Drei Wochen nach deren zweiten Schlaganfall musste Julianne Rosenboom ihre Katze einschläfern lassen: "Für mich ist eine Welt zusammengebrochen", sagt sie. Der Abschied soll würdevoll sein: Auf dem Kleintierfriedhof Südbrookmerland wird "Emma" zunächst aufgebahrt, dann beigesetzt. "Sie lag in einem weißen Tuch, um sie herum Rosen und Kerzen." In den ersten Wochen besucht Julianne täglich das Grab, heute ist sie noch alle zwei Wochen dort. "Dann setze ich mich eine Weile zu ihr und rede mit ihr. Das tut mir gut."

"Ich wollte einen Abschied, der würdevoll ist"

Auch Johanne Fusch (59) ist regelmäßig auf dem weitläufigen Tierfriedhof. Zweimal in der Woche fährt sie mit Pia (18) rund zehn Kilometer von Aurich ins kleine Örtchen Victorbur. Dann nehmen sich Mutter und Tochter einen Augenblick Zeit, zünden eine Kerze an und denken an die schöne Zeit mit "Cira" zurück.

Zehn Jahre lebte die Mischlingshündin bei der Familie. Johanne Fusch und Ehemann Walter (62) hatten die Hündin aus schlechter Haltung befreit, vier Jahre war das Tier damals. "Und es war Liebe auf den ersten Blick!" Nachdem "Cira" erst ihr Augenlicht verlor und dann an einer Gebärmutterentzündung erkrankte, muss sie im Dezember 2012 eingeschläfert werden. In aller Ruhe nimmt die Familie Abschied -auf dem Kleintierfriedhof.

Tierfriedhöfe erfreuen sich immer größerer Beliebtheit

Immer mehr Tierbesitzer, deren Haustiere gestorben sind, machen es wie Julianne Rosenboom und Familie Fusch: "Auf unserem Gelände gibt es mittlerweile 1315 Gräber", sagt Friedhofsleiterin Andrea Rump-Hensen.

Neben Hunden und Katzen sind dort auch Hasen, Meerschweinchen, Hamster, Frettchen, Schildkröten und sogar ein Wels begraben. Zwischen 150 Euro und 250 Euro kostet ein Grab. Kinder können ihre Lieblinge umsonst anonym bestatten. Auf Wunsch kümmert sich Andrea Rump-Hensen auch um Einäscherungen.

Andra Schüller (52) und Ehemann Jörg Schlicht (63) aus der ostfriesischen Gemeinde Krummhörn wurden im Winter 2014 von Andrea Rump-Hensen in ihrer Trauer begleitet. Sie nehmen damals Abschied von "Luna" ( 15). Die spanische Windhündin litt an Knochenkrebs. "Es war November. Wir wollten sie nicht im kalten Garten begraben", erklärt Andra Schüller. "Luna" wird einzelkremiert, ihre Asche steht nun in einer Holzschatulle im Wohnzimmer der Schüllers: "So ist sie immer noch bei uns."

Tierfotografin hält Erinnerungen für immer fest

Als Bianca Lütje (33) im Oktober 2016 ihr Pferd "Mathilda" für immer gehen lassen muss, hat sie nicht die Möglichkeit, ihre beste Freundin auf einem Tierfriedhof beizusetzen. Doch um die Liebe zur treuen Begleiterin für immer festzuhalten, bittet die Düsseldorferin die Tierfotografin Wiebke Haas, Aufnahmen für die Ewigkeit zu machen. "Die letzten gemeinsamen Momente von Mensch und Tier festhalten zu dürfen, das berührt mich schon sehr", sagt Wiebke Haas. Entstanden sind Bilder, die Bianca Lütje sehr ans Herz gewachsen sind. "Diese Aufnahmen trösten mich bis heute."

Wenn das Haustier gestorben ist: So können Sie Ihren Schatz für immer in Ehren halten

  • Mit einem 3D- oder Gips-Pfotenabdruck.
  • Mit einem Schmuckstück, in dem die Asche eingearbeitet ist, z. B. als Edelstein, Ring, Ketten-, Schlüsselanhänger.
  • Mit einem Erinnerungsbild vom Tierfotografen – so hat Bianca Lütje (33) von ihrem Pferd "Mathilda" Abschied genommen.

Grab im Garten: Ist das erlaubt?

Ja, aber es sollte ein bis zwei Meter von öffentlichen Wegen entfernt liegen und mindestens 50 Zentimeter tief sein. In Bremen ist ein Garten-Grab wegen des hohen Grundwasserstandes generell untersagt. Weitere Ausnahmen: Wenn das Haustier an einer meldepflichtigen Krankheit gestorben ist oder Sie in einem Wasser- oder Naturschutzgebiet wohnen.

Wer in einer Mietwohnung lebt, sollte sich eine Genehmigung des Vermieters einholen. Grundsätzlich verboten: Ein totes Tier auf den Kompost oder in die Biotonne zu werfen. Das ist nur bei Kleintieren wie Hamstern oder Wellensittichen erlaubt.

Damit es Ihrem tierischen Begleiter auch Zeit seines Lebens an nichts fehlt, haben wir Ihnen auf unserer Haustier-Themenseite praktische Tipps rund um die richtige Pflege und Ernährung zusammengestellt.

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