16.04.2018

Lebensbedrohliche Tierkrankheit Achtung – Hundemalaria in Deutschland auf dem Vormarsch

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Ihr vierbeiniger Freund ist schlapp und hat Fieber? Vielleicht ist die Auwaldzecke schuld – sie überträgt die Hundemalaria.

Foto: iStock/kobkik

Ihr vierbeiniger Freund ist schlapp und hat Fieber? Vielleicht ist die Auwaldzecke schuld – sie überträgt die Hundemalaria.

Niemand möchte so etwas erleben: Eben ist der geliebte Vierbeiner noch glücklich durch den Wald getobt, wenig später lautet die Diagnose Hundemalaria. Wie Sie diese erkennen und behandeln lassen!

Ein Schock für Hundebesitzer: Eben ist der geliebte Vierbeiner noch quietschvergnügt durch den Wald getobt, wenig später liegt er apathisch auf dem Boden. Die Diagnose: Hundemalaria.

Eigentlich kennt man diese gefährliche Krankheit nur bei Hunden aus dem Ausland. Nun schlagen Tierärzte auch bei uns Alarm. Bei einem Labrador-Retriever wurde in einer Tierklinik in Bielefeld vor wenigen Tagen Babesiose diagnostiziert, eine Krankheit, die der Malaria sehr ähnelt.

Hundebesitzer müssen nun befürchten, dass die dramatische Krankheit auch ihren Liebling bedroht. Denn Auslöser sind Zeckenbisse, genauer gesagt die der Auwald-Zecke, und die ist nun in Deutschland auf dem Vormarsch.

Tiermediziner warnen vor den Ausmaßen dieser Krankheit, denn Hundemalaria kann lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und richtig behandelt wird. Der Grund: Die Krankheitserreger, die sogenannten Babesiose-Parasiten, zerstören die roten Blutkörperchen.

Hundemalaria: Das sind die Symptome

Die ersten Anzeichen sind innerhalb von vier bis 21 Tagen zu erkennen. Oft wirken die Tiere müde und haben keinen Appetit mehr sowie Fieber. Ein weiteres, seltener auftretendes Symptom sind verfärbte Schleimhäute, verfärbter Urin oder Blutungen. Auch Entzündungen an den Augen sind Indikatoren. Sicherheit gibt nur der Besuch beim Tierarzt, der bei Früherkennung in der Regel helfen kann.

Vorsorge und Behandlung: Das können Sie tun

Untersuchen Sie Ihren Vierbeiner auf Zecken – und zwar nach jedem Spaziergang! Denn nach dem Winter sind die Plagegeister jetzt wieder besonders aktiv. Auch ein Anti-Zecken-Halsband oder ein "Spot On"-Mittel, das Sie ihm in den Nacken einreiben, kann vorbeugen. Es gibt auch Tabletten gegen Zeckenbisse, die unter das Futter gemischt werden können. Und wenn Sie auf chemische Mittel verzichten können, gibt es auch wirkungsvolle Hausmittel gegen Zecken, die auch beim Tier wirken – beispielsweise Kokosöl.

Wenn Sie eine Zecke entdecken, entfernen Sie sie vorsichtig ohne ihren Kopf abzutrennen. Achtung: Das Entfernen schützt nicht zwingend vor Hundemalaria, denn die Tiere könnten den Erreger schon durch den Biss übertragen haben. Gehen Sie in jedem Fall zum Tierarzt, um eine Infektion auszuschließen.

Es gibt zwar einen Impfstoff gegen die Babesiose. Dieser ist allerdings nur in Frankreich und der Schweiz zugelassen. Er ist kein direkter Schutz vor einer Infektion, sondern mildert den Verlauf der Hunde-Malaria ab.

Früherkennung ist lebensrettend!

Der erkrankte und in Bielefeld behandelte Labrador-Retriever konnte gerettet werden. Vor allem, weil seine Besitzer schnell reagiert haben. So konnte die Hundemalaria rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Die Heilungschancen sind im Frühstadium nämlich sehr gut.

Außerdem gut zu wissen: Hundemalaria ist keine ansteckende Krankheit. Sie geht also nicht auf den Menschen oder andere Tiere über. Der Grund: Die Auwaldzecke liebt in erster Linie das Blut von Hunden – und auch bei Katzen konnte diese Krankheit noch nicht nachgewiesen werden.

Weitere Informationen über den gefährlichen FSME-Überträger finden Sie hier.

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