11.05.2018 - 10:19

Gesundheitsgefährdung Passivrauchen bei Haustieren: Gefahren in Raucherhaushalten

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Passivrauchen ist für Haustiere ein große Gefahr für die Gesundheit.

Foto: iStock/gradyreese

Passivrauchen ist für Haustiere ein große Gefahr für die Gesundheit.

Die Gefahr von Passivrauchen betrifft auch Haustiere: Hunde und Katzen haben unter anderem ein erhöhtes Krebsrisiko und vermehrt Atemprobleme. Dazu kann der Zigaretten-Qualm Übergewicht begünstigen.

Beim Thema "Passivrauchen" wird eine große Gruppe von Betroffenen oft vergessen: Haustiere. Dabei leiden sie ganz besonders unter den negativen Auswirkungen von Zigarettenrauch. Lesen Sie über die gesundheitsgefährdenden Folgen von Passivrauchen bei Haustieren.

Passivrauchen bei Haustieren: So hoch ist das Gesundheitsrisiko

Hunde und Katzen verfügen über einen ausgeprägten Geruchssinn. Eine qualmende Zigarette oder kalter Rauch, der in der Wohnung und im Fell hängt, beeinträchtigen sie deshalb besonders stark. Hunde und vor allem Katzen können beim Passivrauchen sogar noch höheren Mengen an Schadstoffen ausgesetzt sein als ein Mensch. Dafür verantwortlich ist ihre Körpergröße und spezielle Verhaltensweisen.

Die negativen Folgen des Passivrauchens für Haustiere werden von Experten oft mit dem Risiko für Kleinkinder vergleichen. Denn auch Hund und Katze können nicht einfach die Wohnung verlassen, wenn ihnen der "Rauch aus zweiter Hand" lästig wird.

Zudem sind sie ebenfalls vom sogenannten "Rauch aus dritter Hand" betroffen: "Hunde und Katzen verbringen, wie Kinder auch, viel Zeit auf oder nahe dem Boden", sagte Tierärztin Carmela Stamper in einer Mitteilung der US-Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelüberwachung, FDA, "Dort lagern sich Rückstände des Rauchs in Hausstaub, Teppichboden und Vorlegern ab. Dann gelangen sie auf das Fell."

Katzen speziell vom Passivrauchen betroffen

Katzen und Hunde atmen wie Kinder beim Liegen oder Spielen auf dem Boden die schädlichen Stoffe ein. Zusätzlich lecken die Haustiere aber auch noch ihr Fell. Auf diese Weise gelangen die krebserregenden Substanzen in ihren Körper.

Besonders betroffen sind Katzen, was vermutlich an ihrer ausgiebigen Körperpflege liegt. Zu diesem Ergebnis kam eine 2016 veröffentlichte Studie der Universität von Glasgow. Demnach haben Katzen, die nach draußen dürfen, nur minimale gesundheitliche Vorteile gegenüber reinen Stubentigern. "Unsere Erkenntnisse zeigen, dass Tiere direkt vom Rauch in ihrem Zuhause betroffen sind", wird Professorin Clare Knottenbelt zitiert. Zu den besonderen Risiken gehören demnach: Zellschädigung, Gewichtszunahme nach der Kastration sowie ein höheres Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken.

Bestimmte Hundeschnauzen begünstigen eine Lungenerkrankung

Laut der US-Behörde FDA können sich die Lungen von passivrauchenden Hunden auf ähnliche Weise verändern wie die Lungen von Rauchern. Insbesondere Hunderassen mit kurzen oder mittellangen Schnauzen wie Mops, Bulldogge, Beagle oder Spaniel leiden den Angaben zufolge unter einem erhöhten Risiko, dass ultrafeine Rauchpartikel Lungenkrebs verursachen.

Hunderassen mit langer Schnauze (z. B. Windhund und Dobermann) droht laut der FDA hingegen durch Nasenkrebs besondere Gefahr. Der Grund: Ihre Nase filtert einen Großteil der krebserregenden Stoffe aus der Atemluft. Die Substanzen gelangen so nicht in die Lunge, schädigen aber das Gewebe in der Nase.

Passivrauchen erhöht Sterblichkeit bei Haustieren

Studien an Katzen haben gezeigt, dass Tiere aus Raucherhaushalten zwei- bis viermal häufiger an einer speziellen Form von aggressiven Krebsgeschwüren im Mund erkranken. Weniger als zehn Prozent der erkrankten Tiere seien trotz intensiver Behandlung ein Jahr nach der Diagnose noch am Leben, teilte die FDA mit.

Auch Vögel oder Meerschweinchen können durch Passivrauchen unter massiven gesundheitlichen Problemen leiden, die womöglich zum verfrühten Tod führen. Selbst Fische sind nicht vor den Gefahren gefeit. Nikotin ist leicht wasserlöslich und gelangt so durch die Belüftung in das Aquarium.

Nicht nur Raucherhaushalte stellen Risiken für Haustiere dar: Erfahren Sie, welche Zimmerpflanzen giftig für Haustiere sind. Lesen Sie zudem, welche Versicherungen Ihr Haustier haben sollte.

Keine Entwarnung beim Passivrauchen für Haustiere

Rauchende Herrchen und Frauchen können ihren Tieren etwas Gutes tun, wenn sie die Zahl der im Haus konsumierten Zigaretten reduzieren oder nur draußen rauchen. Doch selbst im letzteren Fall sind Katzen und Hunde nicht vor negativen Folgen sicher. Denn die schädlichen Substanzen gehen beim Kuscheln von der Kleidung auf das Fell über oder werden vom vierbeinigen Liebling von der Hand geleckt.

Wenn das Tier an herumliegenden Zigaretten oder Kartuschen für E-Zigaretten kaut oder der Hund eine Zigarettenkippe verschluckt, droht zudem eine Nikotinvergiftung. Professorin Knottenbelt aus Glasgow rät: "Ganz mit dem Rauchen aufzuhören, ist das Beste, was Sie für die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihres Haustiers tun können."

Sie benötigen Hilfe bei der Umsetzung? Entdecken Sie nicht nur gute Gründe, um das Rauchen aufzugeben, sondern zudem unsere Tipps, um endlich mit dem Rauchen aufzuhören.

Apropos E-Zigaretten: Die angeblich "gesündere" Alternative zu herkömmlichen Glimmstängeln sorgt bei Experten keinesfalls für Entwarnung: "Der Dampf einer E-Zigarette besteht bis zu 90 Prozent aus Propylenglykol, das kurzfristig akute Atemwegsreizungen auslösen kann", warnt Monika Heike Schmalstieg, Präsidentin des Verbands Deutscher Tierheilpraktiker. Die gesundheitlichen Auswirkungen bei dauerhafter und wiederholter Inhalation von Propylenglykol seien noch völlig unbekannt, schreibt sie auf der Internetseite des Verbands. Propylenglykol bildet die Basis des Liquids für elektrische Zigaretten. Der Stoff wird auch als Diskonebel eingesetzt.

Sie fanden diesen Artikel über das Passivrauchen bei Haustieren interessant? Entdecken Sie noch mehr Wissenswertes auf unserer umfangreichen Themenseite zu Haustieren.

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