25.08.2017

Chaos in der Wohnung Hunde-Ratgeber: Das hilft bei Zerstörungswut

Hier regiert das Chaos: Hunde neigen häufig zu Zerstörungswut, wenn sie alleine gelassen werden.

Foto: iStock/Chalabala

Hier regiert das Chaos: Hunde neigen häufig zu Zerstörungswut, wenn sie alleine gelassen werden.

Was tun, wenn der Hund regelmäßig die Wohnung zerstört? Für den Besitzer eine schwierige Situation. Eine Expertin gibt Tipps, wie Sie die Zerstörungswut des eigenen Hundes stoppen können.

Was macht mein Hund gerade? Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder Besitzer hin und wieder, wenn sein Hund alleine zu Hause ist. Und die Frage ist nicht unberechtigt, denn viele Hunde machen ungewöhnliche Dinge, wenn sie "sturmfreie" Bude haben.

Bei einigen kommt in solchen Situationen die Zerstörungswut raus. Tapeten abreißen, Filzstifte verputzen oder Kleidungsstücke auffressen – die Tiere sind dabei ziemlich "kreativ". Sehr zum Leidwesen der Besitzer. bildderfrau.de hat bei Xenia Katzurke, Tierärztin und Verhaltenstherapeutin im Tierheim Berlin, nachgefragt, was in so einem Fall hilft.

1. Problemanalyse

Der Besitzer sollte zunächst eine Problemanalyse durchführen, indem er zum Beispiel Videoaufnahmen tätigt. Er kann dann sehen, wie sich der Hund nach seinem Verlassen der Wohnung verhält.

2. Management

Der Hund sollte außerhalb einer gezielten Trainingssituation zunächst gar nicht mehr allein bleiben. Wenn möglich, dann nehmen Sie das Tier mit zur Arbeit. Sie können es auch in eine Hundetagesstätte geben oder einen Hundesitter buchen.

Im Tierheim Berlin warten mehr als 1400 Tiere auf einen liebevollen Besitzer und ein neues Zuhause. bildderfrau.de stellt hier einige davon vor – klicken Sie sich durch:

3. Training

Im nächsten Schritt sollten Sie mit Ihrem Hund trainieren. Dabei sind sowohl die richtige Gemütslage, als auch das passende Umfeld wichtig. Sie sollten auf folgende Punkt achten:

  • Sorgen Sie dafür, dass das Tier körperlich und geistig ausgelastet ist
  • Weisen Sie ihm einen gemütlichen Platz zu und lassen sie ihn nicht ständig in der Wohnung hinterherlaufen lassen. Vergrößern Sie langsam aber regelmäßig den Abstand zwischen Ihnen und dem Hund (erst bei geöffneter Tür, dann mal eine Tür kurz schließen, dann unregelmäßig die zeitlichen Abstände verlängern)
  • Gestalten Sie das alleine sein für den Hund attraktiv (z. B. mit einem gefüllten Kong. So geht's: Wenn der Hund alleine ist, bekommt er den Kong, wenn Sie zurückkommen, dann nehmen sie dem Hund den Kong wieder weg, auch wenn noch nicht aufgefressen ist). Dadurch können Sie erreichen, dass der Hund ihren Abschied nicht als negativ ansieht, sondern mit etwas Positiven verbindet
  • Bieten Sie dem Tier Alternativen zum Zerstören an (Torgaswurzeln, Ochsenziemer, gefüllte Pappkartons etc.)
  • Ignorieren Sie unerwünschtes Verhalten im Alltag
  • Situationen, die den Hund stressen, sollten Sie möglichst desensibilisieren oder dagegen konditionieren. Dazu können folgende Szene gehören: Schuhe an und aus; Jacke an und aus; Schlüssel-Geklimper oder Geräusche im Treppenhaus
  • Üben Sie kurze Einheiten des alleine bleibens (Müll raus bringen, Post holen, usw.). Steigern Sie die Zeiten kontinuierlich: erst Sekunden, dann Minuten
  • Verzichten Sie auf überschwängliche Begrüßungsszenarien, wenn Sie zurückkehren. Machen Sie so etwas nur, wenn der Hund ruhig und entspannt ist

>> Darum sind diese Hunde auf zwei Beinen gar nicht süß!

4. Erleichterung des alleine bleibens

Erleichtern Sie dem Hund das alleine sein. Lassen Sie zum Beispiel das Radio oder den Fernseher laufen. Stellen Sie eine Hundebox mit offener Tür als Rückzugsmöglichkeit auf. Oder versprühen Sie Pheromonprays. Dem Hund wird durch den Geruch das Gefühl vermittelt, er sei in einer sicheren, freundlichen und ruhigen Umgebung. Pheromonprays sind beim Tierarzt erhältlich.

Mehr Infos über das Tierheim Berlin und seine 1.400 tierischen Schützlinge erfahren Sie unter: www.tierschutz-berlin.de

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