04.08.2017

Schwer Zu dick: Wie setze ich mein Haustier auf Diät?

Etwa ein Drittel aller Haustiere ist zu dick, es drohen Diabetes und Bluthochdruck. Eine Diät kann helfen, damit die Kilos wieder verschwinden.

Foto: iStock/sae1010

Etwa ein Drittel aller Haustiere ist zu dick, es drohen Diabetes und Bluthochdruck. Eine Diät kann helfen, damit die Kilos wieder verschwinden.

Nicht nur Menschen haben mit den Kilos zu kämpfen – auch viele Haustiere bringen zu viel Gewicht auf die Waage. Eine Diät kann da helfen.

Mit Übergewicht bei Haustieren ist nicht zu spaßen. Denn genau wie beim Menschen kann es schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Liegt das Gewicht eines Haustieres 20 Prozent über dem Idealgewicht, gilt dies allgemein als Übergewicht. Allerdings ist das Idealgewicht relativ und kann von der Rasse, dem Alter, dem Körpertyp und dem Stoffwechsel abhängen.

Schätzungen zufolge sind ein Drittel der 30 Millionen deutschen Haustiere zu dick – ein wahrlich schwerwiegendes Problem. Der Grund ist einfach: Die flauschigen Lieblinge nehmen mehr Kalorien zu sich, als sie verbrennen. Die Summe aus Energieaufnahme und -verbrauch stimmt nicht.

Ein übergewichtiges Tier sollte auf Diät gesetzt werden. Stefanie Engert, Tierärztin im Tierheim Berlin: "Übergewichtige Tiere leider häufiger an vielen Erkrankungen, wie zum Beispiel Gelenkerkrankungen oder Diabetes mellitus. Eine Gewichtsreduktion ist daher sowohl Vorbeugung als auch Therapie bei bereits entstandener Erkrankung."

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Wie erkenne ich Übergewicht bei Haustieren?

Wenn die Rippen von außen nicht mehr ohne Druck zu erstasten sind und die Taille nicht mehr zu sehen ist, gilt ein Tier in der Regel als zu dick. Und dann sollten die Besitzer handeln.

Engert: "Übergewicht betrifft in der täglichen Praxis vor allem Hunde und Katzen, seltener Kaninchen, welche viel Getreide als Futter erhalten."

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Wie kann ich mein Tier auf Diät setzen?

Engert: "Wie beim Menschen gilt auch hier: Ernährungsumstellung, Futterreduktion und Sport sind die besten Maßnahmen.

  • Bei Katzen sollte von Trockenfutter auf kalorienreduziertes Nassfutter umgestellt werden. Mit z.B. Spielangeln oder Futterbällen kann die Katze zu mehr Bewegung im Haushalt angeregt werden.
  • Auch bei Hunden müssen Leckerchen reduziert und umgestellt werden auf gesündere Alternativen (z.B. Obststückchen oder Möhre). Verschiedene kalorienarme Futtermittel sind im Handel erhältlich. Mehr Bewegung durch ausgiebige Spaziergänge, Schwimmen oder Jogging tut sowohl Halter als auch Hund gut."

Engert warnt aber vor zu viel Ehrgeiz während der Diät. "Bei aller Motivation ist zu beachten: Eine zu schnelle Gewichtsreduktion kann ebenfalls zu Problemen und bei Katzen sogar zu Leberversagen führen. Daher am besten im Einzelfall von Ihrem Tierarzt beraten lassen. Nie sollte ein Tier auf eine 'Nulldiät' gesetzt werden", rät die Tierärztin.

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Tipps für die Fütterung

Achten Sie darauf, dass Ihr Tier mit zunehmendem Alter immer weniger Futter braucht. Haben Sie mehrere Haustiere, füttern Sie die übergewichtigen Tiere getrennt von den anderen, damit kein Futterneid entsteht. Wiegen Sie das Futter ab oder dosieren Sie es mit einem Messbecher, so haben Sie Sicherheit bei der Menge. Bieten Sie Ihrem Tier außerdem immer frisches Wasser an.

Mehr Infos über das Tierheim Berlin und seine 1.400 tierischen Schützlinge erfahren Sie unter: www.tierschutz-berlin.de

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