13.02.2017

Unterstützung im Alltag Gassigeher gefunden! Hilfe für Hundeliebhaber in der Stadt

Die dynamische Unternehmerin Lisa Jedicki weiß, worauf es in einem stressigen Alltag ankommt.

Foto: Pressefoto Walkie

Die dynamische Unternehmerin Lisa Jedicki weiß, worauf es in einem stressigen Alltag ankommt.

Lisa Jedlicki lebt in einer Großstadt und ist ständig unterwegs. Damit Hund Gustav nicht den Kürzeren zieht, hat sie die App "Walkie" gegründet.

Denn die ambitionierte Unternehmerin kennt die Anforderungen des modernen Alltags, in dem erfolgreiches Zeitmanagement und Flexibilität alles ist. Wie man es dabei gleichzeitig schafft, seinem Haustier die tägliche Portion Aufmerksamkeit zu schenken, verrät sie uns im Interview.

bildderfrau.de: Liebe Frau Jedlicki, Sie sind Gründerin der App „Walkie“, die sachkundige Hundeausführer an Hundebesitzer vermittelt. Was ist das Besondere an Ihrer App und wer profitiert von ihr?

Lisa Jedlicki: Unsere App ist für den Nutzer einfach, bequem und sicher. Unsere Walkies sind liebenswürdig, geprüft und auch bei Wind und Wetter rund um die Uhr verfügbar. Die Bezahlung verläuft durch ein sicheres Zahlungssystem direkt über die App. Besonders ist auch, dass unsere Walkies auch kurzfristig innerhalb einer Stunde beim Kunden erscheinen können. Buchungen im Voraus sind aber natürlich auch möglich. Wir sind mit Walkie an die Bedürfnisse der Hundebesitzer angepasst, die im manchmal stressigen Alltag Unterstützung für die Gassirunde brauchen.

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Sie sind selbst stolze Besitzerin eines Hundes, aber als junge Unternehmerin sicherlich auch oft sehr beschäftigt. Haben Sie selbst als Hundebesitzerin eine solche App vermisst?

Genau, die Idee zu Walkie kam mir, weil mir solch ein Service im Alltagsleben gefehlt hat. Ich habe an vielen Tagen schnelle, unkomplizierte doch vor allem vertrauenswürdige Hilfe mit meinem Hund gesucht. Vertrauen spielt wirklich eine große Rolle – ich lasse nur einen Service an meinen Hund, der seriös und geprüft ist. Und weil es das nicht gab, wollte ich genau dafür die passende Lösung entwickeln.

Wer berufstätig ist, in einer Großstadt lebt und sich ein gewisses Grad an Flexibilität bewahren will, sieht sich als Hundebesitzer vor einige Herausforderungen gestellt. Was empfinden Sie persönlich als größte Herausforderung?

Höchste Priorität sollte für jeden Hundebesitzer immer sein, dem Tier gegenüber fair zu bleiben und ihm trotz des stressigen Alltags genügend Auslauf und Aufmerksamkeit zu bieten. Das kann oft zu einer großen Herausforderung werden.

Ist es für Hunde nicht problematisch, in einer lauten, hektischen Großstadt mit wenigen Grünflächen zu leben?

Nein, ich sehe das nicht als Problem. Auch in Großstädten gibt es meistens großzügig angelegte Parks und Grünflächen. Am Wochenende kann man dann auch mal raus aufs Land fahren. Man muss sich dafür natürlich die Zeit nehmen. Und wenn das mal eng wird – Walkie unterstützt gerne.

Worauf sollte man als Hundebesitzer achten, gerade, wenn man vielleicht keinen Garten hat und oft unterwegs ist?

Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass der Hund täglich genügend Auslauf bekommt und auch mit anderen Hunden in Kontakt kommt. Hundewiesen und Parks sind hier sehr hilfreich und eine gute Lösung. Ich bin auch der Meinung, dass man den Hund so oft es irgendwie möglich ist, zu eigenen Terminen und Erledigungen mitnehmen sollte, denn der Kontakt zum Frauchen oder Herrchen ist für Hunde enorm wichtig.

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Wie viel Zeit sollte ein Hundebesitzer mit seinem Hund im Freien verbringen?

Unter der Woche gehe ich täglich mindestens 2 Stunden mit meinem Kleinen raus. Am Wochenende ist es dann oft auch schon mal mehr.

Kann ein Hund auch zu lange allein sein?

Ja! Hunde sind echte „Familienmenschen“ und man sollte sie auf keinen Fall zu lange allein lassen. Das kann zu Verhaltensproblemen führen oder sogar zu Depressionen beim Tier.

Sind denn ständig wechselnde Hundeausführer kein Problem für einen Hund?

Ein Hund hat natürlich oft eine Bezugsperson. Allerdings ist es auch nicht gut, wenn der Hund nur mit einer Person auskommt und man sollte den Hund auch an andere Menschen gewöhnen. Bei ausgeglichenen Hunden sind wechselnde Hundeausführer kein Problem!

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Wie wichtig ist eine konsequente Hundeerziehung?

Sehr wichtig! Einen Hund hat man viele Jahre als Partner neben sich und daher ist es sehr wichtig, dass er gut erzogen ist und die Verbindung zum Frau- oder Herrchen gut ist. Ein schlecht erzogener Hund macht auch den gemeinsamen Alltag viel komplizierter. Besonders am Anfang muss man in Sachen Erziehung sehr konsequent sein – auch wenn das bei süßen Welpenaugen oft schwerfällt.

Man sagt ja, der Hund sei der beste Freund des Menschen. Was schätzen Sie an Ihrem Hund besonders?

Gustav ist einfach immer gut gelaunt und freut sich unheimlich, wenn ich nach Hause komme. Genauso kommt er aber auch zum Kuscheln auf die Couch und tröstet mich, wenn es mir mal nicht so gut geht.

Hatten Sie schon immer einen Hund? Welche Rolle können Hunde in einer Familie übernehmen?

Ja, ich bin mit Hunden aufgewachsen und kann mir mittlerweile ein Leben ohne Hund gar nicht mehr vorstellen. Ich glaube, Hunde sind besonders wichtig für Kinder, da man früh lernt, Verantwortung zu tragen und empathisch zu sein.

Würden Sie auch älteren oder einsamen Menschen empfehlen, sich einen Hund zu halten?

Auf jeden Fall! Hunde sind ein guter Partner im Alltag und wirklich der beste Freund des Menschen. Hunde verlangen von ihren Besitzern auch, aktiv zu bleiben und Bewegung an frischer Luft hilft bekanntlich gegen schlechte Laune, Altern und auch die Einsamkeit!

Möchten Sie irgendwann mal mit Ihrem Hund raus aufs Land ziehen oder sind Sie ein typischer Großstadtmensch?

Ich bin ein ziemlicher Stadtmensch und schätze die vielen Möglichkeiten des Zeitvertreibs, die Vielseitigkeit und den Trubel, den Städte bieten.

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Ihre App ist darauf ausgerichtet, unseren teilweise stressigen Alltag zu erleichtern. Wie kommen Sie nach einem stressigen Tag runter?

Nach einem stressigen Alltag, gehe ich meistens joggen (da kommt mein Hund natürlich mit!). Mit Musik auf den Ohren und kalter Luft in den Lungen kann ich am besten abschalten.

Woran liegt es, dass das subjektive Gefühl von Stress und Überforderung im Alltag gestiegen ist?

Ich glaube, oft kommt dieses Gefühl davon, dass das Leben einfach schnelllebiger geworden ist und man rund um die Uhr erreichbar sein muss. Man setzt sich selber viel mehr unter Druck und legt die Messlatte bei der Erwartungshaltung an sich selbst sehr hoch – so ist es zumindest bei mir selbst. Abschalten fällt mir schwer, ich nehme Walkie quasi jeden Abend mit ins Bett, weil mir ständig neue Dinge einfallen, die ich noch besser machen möchte.

Fühlen Sie sich als Frau einem besonderem Druck ausgesetzt?

Ja und nein. Eigentlich sehe ich hier keinen Unterschied, denn Alltag und Job stressen beide gleich. Ich denke jedoch, dass Frauen sich häufig stärker unter Druck gesetzt fühlen, da sie dann neben der eigenen Karriere eben doch noch an Familie, Kinder und allgemein die Zukunft denken. Vielleicht haben wir Frauen einfach ein höheres Problembewusstsein (lacht).

Manchmal würde ich mir mehr Unterstützung von Seiten der Männer wünschen und weniger klischeehafte Erwartungshaltung. Frauen müssen sich oft noch immer stärker beweisen und werden dadurch zusätzlich unter Druck gesetzt.

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Die Gründer- und Start-Up-Szene ist zum Teil immer noch sehr männerdominiert. Wie fühlen Sie sich da als junge und weibliche Unternehmerin?

Ich hatte noch nie das Gefühl als Frau keinen Respekt oder Anerkennung zu erhalten, jedoch wirkt eben diese Diskrepanz manchmal wie ein Motivationsfaktor für mich selbst, da ich mich unter all den Männern beweisen will und denjenigen Skeptikern gerne zeige, dass der Erfolg eines Unternehmens nicht davon abhängt, ob sein Gründer ein Mann oder eine Frau ist.

Ich würde mir wünschen, dass mehr Frauen sich mehr zutrauen und den Mut haben, ihre tollen Ideen umzusetzen und zu gründen.

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Glauben Sie, dass solche Angebote wie das Ihrige sich weiter etablieren werden?

Ich bin überzeugt davon. Immer mehr Menschen arbeiten viel und der Alltag wird immer stressiger. Hilfe und Dienstleistungen, die hier das Leben vereinfachen, sind immer mehr gefragt und ich denke, dass die Menschen immer mehr den Nutzen erkennen, solche Hilfe auch anzunehmen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

„Ich denke niemals an die Zukunft, sie kommt früh genug.“ Diese Weisheit kommt leider nicht von mir, sondern von Albert Einstein aber ich glaube fest daran, dass man sich mit der eigenen Zukunftsplanung auch verheddern kann und sich im Endeffekt selbst dabei im Wege steht. Ich möchte gern offen bleiben – man weiß ja nie, wie das Leben so spielt.

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