14.10.2016

TIERISCHE KOLUMNE Hilfe, mein süßer kleiner Labrador hat eine Fressstörung!

Angekommen bei seiner neuen Familie: Balou

Foto: Nicola Millies

Angekommen bei seiner neuen Familie: Balou

Balou ist ein Vielfrass. Doch, was sich Zuhause als Unterstützung beim Saubermachen zeigt, ist in der Natur gefährlich und manchmal echt ekelig!

"Passen Sie auf, dass er nicht zu dick wird. Labradore sind so verfressen...!" Diesen Satz habe ich nun in den letzten Wochen unzählige Male gehört. Ist ja nicht so, als wäre mir das nicht schon selber aufgefallen. Balou macht jedem Staubsauger Konkurrenz! Wirklich. In der Wohnung ist das eigentlich ganz praktisch.

Schatzi krümelt morgens mit dem Brötchen, Balou saugt es unten auf. Töchterchen verschüttet etwas von dem Müsli – zum Glück hat Balou sich schon in Position gesetzt und fängt die Frühstücksflocken fast, BEVOR sie den Küchenboden erreichen. Leider demonstriert mir der Hund auch sehr detailliert, wo ich die Fliesen schlecht gewischt habe – vielmehr die Fugen. Während ich an meinem Schreibtisch sitze, höre ich manchmal ein verdächtiges Schmatzen.

Nun gut, das ist "bohnern" nach Vierbeiner-Art. Seit Balou "putzt", achte ich sehr darauf, was für Mittel beim wöchentlichen Hausputz verwendet werden - und in welchen Mengen – ein Tierarztbesuch ist letztendlich erheblich teurer, als ökologische Seife im Drogeriemarkt.

>> Diese Welpen konnten gerade noch gerettet werden

Giftköder an der Alster

Draußen wird das Ganze allerdings schon etwas gefährlicher. Gerade erst wieder teilte man bei Facebook die Information, Giftköder lägen an der Alster aus. Gut, ich bin bei solchen Schreckensmeldungen immer etwas zurückhaltender. Es kann ja auch mal sein, dass ein Hund einfach einen vergammelten Fisch-Kadaver verschlungen hat und ihm das nicht bekommen ist. Leider gibt es aber tatsächlich solche Idioten, die Fleisch-Stücke präparieren und damit Tiere in Lebensgefahr bringen. Was ich mit denen am liebsten machen würde, darf ich hier leider nicht schreiben.

Aber in der Tat weiß ich erst wieder, seit ich einen Hund habe, was Menschen so in ihre Umwelt schmeißen. Bananenschalen, Bonbon-Papier und Taschentücher gehören da noch zu den harmloseren Dingen. Wie ein hochsensibler Detektor klebt Balou mit der Nase am Boden. Kommt ihm ein Geruch unter, der "mehr" verspricht, gesellt sich zu den immer schneller werdenden Schritten ein Grunzen, das mich eher an meine Kindheit mit Besuchen auf dem Bauernhof erinnert.

Meist kann ich ihm gar nicht so schnell folgen, wie er die Fährte aufgenommen und das Objekt seiner Begierde verschlungen hat. Bislang hatten wir eigentlich Glück. Alles, was er in sich hineinschlang, kam auf natürlichem Weg wieder heraus. Bei einigen Dingen verwundert es sogar mich.

Wir barfen nicht

Bei allen Lebewesen, mit denen ich zusammen lebe, achte ich darauf, dass sie sich ausgewogen und gesund ernähren. Natürlich auch bei unserem Hund, denn wir wollen möglichst lange Freude an und mit ihm haben. Nach einer ausführlichen Beratung - es ist wirklich spannend, was sich da mit den Jahren getan hat – habe ich mich für Trockenfutter entschieden. Ja, ich bekenne mich, wir "barfen" nicht.

Die missbilligenden Blicke, dass ich meinem Hund diese natürlich, an seine Wurzeln erinnernde Frisch-Futter-Ernährung versage, halte ich aus. Ich bin ein praktisch veranlagter Mensch und habe sensible Geruchsorgane. Allerdings wollte ich nicht irgendein Hundefutter, es sollte schon mindestens der Audi oder Porsche sein. Zugegebenermaßen, das Hundefutter ist günstiger als das motorisierte Geschoss, dennoch lasse ich mir die gute Ernährung meines Hundes etwas kosten.

Haarklein befolge ich die Fütterungshinweise und berechne einmal in der Woche die Ration nach Gewicht, Alter und Sonnenstand neu. Somit kann ich sicher gehen, dass der Hund die Kalorien bekommt, die er für sein Wachstum braucht. Den Nährstoffgehalt, der optimal auf ihn abgestimmt ist und...

Ne, satt ist der nie. Ich habe in meinem ganzen Leben noch kein Tier eine Schüssel voller kantiger, gummiartiger Brocken so schnell inhalieren sehen, wie Balou das drei Mal am Tag praktiziert. Wir stehen manchmal mit der Stoppuhr daneben, nur schafft es keiner so schnell den Knopf zu betätigen. Von Genuss ist da keine Rede.

Mein Hund ist ein Schlingfresser

Am Anfang erkundigte ich mich, ob Schlingfresser – so der Fachbegriff – zu stoppen seien. Sind sie nicht. Und selbst eingefleischte Tierbedarf-Spezialisten lachen über die lustigen Hindernis-Schüsseln, die für verzweifelte Frauchen wie mich zu wahnsinnigen Preisen angeboten werden. Ich habe ihm einen großen Stein als Störer in die Schüssel gelegt. Gestört hat der am Ende nur mich, weil Balou ihn einfach rausgefischt hat. Blöd ist er nicht, der Kleine.

Doch ein ganz anderes Problem bereitet mir Kopfzerbrechen. Die täglichen Zwischenmahlzeiten auf unseren Spaziergängen. Ich weiß einfach nicht, wie ich die in seiner täglichen Futterration bewerten soll. Oder kann mir einer sagen, wie viel Kalorien zwei pinke künstliche Fingernägel haben? Ich möchte betonen: Es waren nicht meine!

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