13.10.2016

Ein Herz für Tiere Tierheim Berlin: Ein Heim für herzlos ausgesetzte Tierbabys

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Das schmeckt! Liebevoll päppelt Pfleger Michael den hungrigen „Mitja“auf, nimmt ihn nach Feierabend mit nach Hause, damit der Kleine nachts nicht allein ist.

Foto: Thomas Liebe

Das schmeckt! Liebevoll päppelt Pfleger Michael den hungrigen „Mitja“auf, nimmt ihn nach Feierabend mit nach Hause, damit der Kleine nachts nicht allein ist.

12 000 Tiere werden pro Jahr betreut im Tierheim Berlin. Doch es steht an den Grenzen der Belastbarkeit - weil viele Haustiere entsorgen wie Müll.

Er ist so winzig, wirklich ein Baby. Vorsichtig nuckelt Katerchen „Mitja“ an der Milchpipette, die Tierpfleger Michael ihm hinhält, saugt zaghaft - Schluck für Schluck zurück ins Leben. Gerade eine Woche alt war der Mini-Kater, als er in einem Pappkarton an der Autobahn gefunden wurde. Ein Alter, in dem Katzenbabys noch nicht mal von ihrer Mutter getrennt werden dürfen.

Dass „Mitja“ nun eine Chance auf Leben hat, verdankt er den Menschen im Tierheim Berlin – Menschen wie Michael Breest. Der 48-Jährige päppelt das flauschige Findelkind auf, nimmt es nach Feierabend mit nach Hause, stellt sich nachts den Wecker, um alle paar Stunden für den hungrigen Fratz da zu sein.

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Haustiere wie Müll entsorgt

Doch die Fürsorge hat auch ihre Schattenseiten: Langsam versagen die Kräfte, die Pfleger kommen an ihre Grenzen, wenn es darum geht, die Tierbabys rund um die Uhr zu versorgen. Auch wenn es freiwillig und aus Tierliebe geschieht, damit kein Welpe nachts allein im Heim bleiben muss - es ist einfach anstrengend. Der Grund für das Dilemma: „In diesem Sommer werden bei uns wieder sehr viele Tiere abgegeben“, sagt Sprecherin Annette Rost. Noch mehr als sowieso schon. Weil die Menschen in Ruhe in den Urlaub fahren wollen, das Haustier plötzlich lästig wird, „entsorgen sie es wie Müll.“

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Ausgestoßen, ausgesetzt, misshandelt - wir sind im Tierheim Berlin, dem größten Asyl dieser Art in Europa. Mehr als 1480 Tiere werden hier jeden Tag von 160 Mitarbeitern betreut. Wie in einer kleinen Stadt reihen sich Häuschen und Pavillions aneinander - auf einer Fläche so groß wie 22 Fußballfelder. Es gibt ein Rehazentrum für Hunde, eine eigene Tierarztpraxis, die Exotenauffangstation, eine Nutztiernotaufnahme (z. B. für Schweine und Schafe, die auf der „Grünen Woche“ einfach zurückgelassen wurden), ein Haus für Wasservögel, und selbst Affen aus dem Versuchslabor finden hier ihr Gnadenbrot.

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Die Stadt Berlin unterstützt die Arche Noah nicht

„Wir brauchen im Jahr acht Millionen Euro, um die Kosten zu decken“, sagt Ines Krüger, die 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins für Berlin, der das Heim betreibt und in diesem Jahr seinen 175. Geburtstag feiert. „Wir finanzieren das Tierheim allein durch Spenden, Nachlässe und Mitgliedsbeiträge. Von der Stadt gibt es dafür keine finanzielle Unterstützung.“ In der Arche der Superlative muss die Arbeit dennoch weitergehen: 700 Katzenklos werden täglich gesäubert, in den Hundehäusern 120 Decken gewaschen, 8000 Kilo Katzenstreu sind pro Monat nötig.

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Baby-Findelkater „Mitja“ ist jetzt vier Wochen alt und verbringt den Tag meist schlafend im Katzenkörbchen. Für das Samtpfötchenhaus, in dem seine größeren Artgenossen leben, ist er noch nicht selbstständig genug. Es wird also noch etwas dauern, bis „Mitja“ an liebevolle Hände vermittelt werden kann. Bis es so weit ist, kümmert sich Pfleger Michael - der Katzen-Held für jeden Tag.

Wer dem Tierheim helfen möchte schickt Spenden bitte an:

Tierheim Berlin

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE68 1002 0500 0001 0379 00

BIC: BFSWDE33BER

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Weitere Bilder vom Tierheim Berlin:

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Dieser Artikel erschien zuerst in der BILD der FRAU Nr. 36.

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