Aktualisiert: 14.08.2016 - 07:00

TIERISCHE KOLUMNE Auf den Hund gekommen: Herzlich willkommen Balou

Angekommen bei seiner neuen Familie: Balou

Foto: Nicola Millies

Angekommen bei seiner neuen Familie: Balou

Unsere Autorin ist auf den Hund gekommen. Hier berichtet sie regelmäßig über ihr tierisch neues Leben mit Labrador-Welpe Balou.

Ich bin ein Hundemensch. Man sagt, eines meiner ersten Worte sei "Hund" gewesen. Leider durften wir keinen halten. Aber eines Tages entdeckte ich vor einem Geschäft einen wunderschönen Irish Setter, der geduldig auf sein Frauchen wartete. Ich wartete mit und wir wurden beste Freunde. Die nächsten Jahre waren wir unzertrennlich. Mit ihm teilte ich meine Freude, meine Sorgen und mein Eis! Auch als Erwachsene träumte ich davon, einen eigenen Hund zu haben. Lange bevor ich über Kinder nachgedacht habe. Mit meinem ersten Mann erfüllte ich mir beide Träume – erst Anton, ein Flat Coated Retriever, dann Fanni, unsere Tochter.

Warum man mit Hund einfach besser lebt

Vor drei Jahren mussten wir Anton einschläfern lassen. Es war einer der schwersten Tage in meinem Leben. Über einen neuen Hund konnte und wollte ich nicht nachdenken. Wer sollte denn diesen Platz einnehmen? Dann war es mir zeitlich nicht möglich. Doch in den letzten Monaten ist viel passiert. Ich habe mich neu eingerichtet in meinem Leben. Ein neuer Partner und ein Stiefsohn kamen dazu, ich zog um, musste mein berufliches Leben neu sortieren. Und plötzlich war er wieder da: Der Wunsch, einen Hund in unser Leben zu holen.

Warum? Tja, die Argumente gegen einen Hund liegen auf der Hand: Sie machen Arbeit, machen Dreck und kosten Geld. Sie brauchen Aufmerksamkeit, Zeit und sind kein Spielzeug, das man in die Ecke stellt, wenn es mal nicht passt. Es ist eher ein Gefühl, das sich entwickelt, wenn ich einen Hund um mich habe. Ich fühle mich geerdet, es beruhigt mich, ihnen beim Spielen, Schlafen und in den Tag hinein leben zuzugucken. Sie bringen mich zum Lachen und lieben einen so, wie man ist. Hunde entschleunigen mich in meinem häufig von Hektik und Chaos bestimmten Leben.

Ein Hund ist kein Spielzeug!

Ich muss nicht betonen, dass die Kinder sofort hellauf begeistert waren von der Idee, einen Hund in unsere Patchwork-Familie zu bringen. Gibt es eine schönere Vorstellung, als einen vierbeinigen Spielkameraden zu haben? Meine Tochter kannte es von Anfang an nicht anders und vermisst ihren großen Freund Anton bis heute. Mein Stiefsohn ließ sich von der Begeisterung leicht anstecken.

Mit meinem skeptischen Freund wägte ich die Für und Wider ab. Wer würde für den Hund zuständig sein, ihn erziehen, sein Leben mit und um ihn herum organisieren? Die Kinder – auch wenn sie es hoch und heilig schwören – sind es nicht. Sie können unterstützen und sollten in die Pflicht genommen werden, aber getragen werden muss es von uns Erwachsenen. Wir entschieden uns für das Für!

Was soll es denn werden?

Bevor man einen Hund zuhause begrüßt, wartet eine Menge Vorarbeit. Wir informierten uns über Rassen und deren Eigenschaften, um herauszufinden, was zu uns passt. Ich mag Hunde, die man im Stehen streicheln kann – das erfordert eine gewisse Höhe. Jagdeigenschaften sind in der Stadt ungünstig. Unser Hund muss auch mal verzeihen, wenn der Spaziergang etwas kürzer ausfällt. Er muss kinderlieb sein und gut mit neuen Situationen umgehen können. Schnell stand fest, ein Labrador soll es werden. Er ist der perfekte Familienhund, liebt die Gesellschaft, ist gelehrig, toll mit Kindern, ein geduldiger Freund und ein begeisterter Esser – so wie wir. Außerdem lieben wir Wasser. Labradore in der Regel auch. Ein Welpe sollte es sein, um den Kindern dieses einmalige Erlebnis des miteinander Verwachsens von Klein auf zu ermöglichen.

Der richtige Züchter ist auch Bauchsache

Das Angebot – so haben wir schnell gesehen – ist groß. Wir studierten die Internetseiten von Zuchtverbänden und anerkannten Züchtern in Deutschland. Am Ende fiel die Wahl allerdings auf eine Frau, die ihre Hündin decken ließ, weil sie häufig Scheinschwanger war und darunter sehr litt. Es war ein reines Bauchgefühl, als ich die liebevoll geschriebene Anzeige las.

Vier Wochen waren Ronyas Welpen alt, als wir sie im Juli kennenlernten. Während sich unsere Kinder sofort auf die kleinen Lakritznasen stürzten, konnte ich die Hundemama und ihre Besitzer ein bisschen studieren. Ronya wirkte vollkommen ausgeglichen, schaute neugierig, wenn ihre Welpen von uns bespielt wurden und legte sich ruhig dazu. Ihre Besitzerin verriet uns viel von ihrer Hündin und auch dem dazugehörigen Vater der Welpen. Neugierig befragte sie auch uns aus – schließlich ist es ihre Entscheidung, ob sie uns ihre Welpen anvertrauen möchte. Wir hatten alle ein gutes Gefühl und ich konnte mich nun auch den Hauptakteuren dieses Treffens widmen.

ER ist es!

Kulleraugen, Stubsnase und riesengroße Pfoten – acht Welpen kugelten da vor sich hin. Wie soll man sich denn da entscheiden? "Nehmen Sie nicht den Hund, der Ihnen als erstes entgegen läuft – er könnte dominant sein", "Lassen Sie die Züchterin entscheiden – sie kennt die Welpen besser". Wir kannten all diese Tipps, doch was hilft das gegen das Herz? Es war der Eine, den wir unabhängig voneinander ins Herz schlossen. Zum Abschied durften die Kinder ihn mit einem blauen Halsband "markieren". Unserer!

Ab jetzt besuchten wir unseren kleinen Freund und seine Geschwister regelmäßig. So konnten wir uns schon mal ein bisschen vertraut machen und seine ersten Wochen und Fortschritte intensiv miterleben. Einen guten Züchter stört das übrigens nicht. Im Gegenteil, er fordert es ein. Schließlich liegen ihm seine Welpen am Herzen und er kann sich ein besseres Bild von dem zukünftigen Familienleben machen. Gleichzeitig gründeten wir eine WhatsApp-Gruppe, um uns regelmäßig über Namensvorschläge auszutauschen. "Balou" machte das Rennen. Natürlich in Anlehnung an den Bären Balu aus dem Dschungelbuch. "Probier's mal mit Gemütlichkeit" – irgendwie ein gutes Omen für unsere Familie!

Es ist so weit – endlich komplett!

Je näher der große Tag kam, desto aufgeregter wurden wir natürlich. Wir wollten ihn an einem Sonntag abholen. Vorher mussten natürlich alle Vorbereitungen getroffen werden: eine gemütliche Schlafgelegenheit, ein zweites Hundebett für tagsüber, ein paar Spielsachen, Näpfe, Leine und natürlich Leckerlis. Eine Haftpflichtversicherung für Hundehalter und einen Tierarzttermin hatten wir ebenfalls organisiert. Damit er weniger unsere Tischbeine annagt, haben wir gleich auch Kauknochen als Bestechungsmaterial erworben. Die Kinder haben wir für das aufregende Wochenende ausquartiert. Wir dachten, es sei für Balou schwierig genug, sich von Mama und den Geschwistern zu trennen und es mit uns beiden Neulingen aufzunehmen.

>> Foto-Wettbewerb: Die süßesten Katzenbabys

Mit dem Wissen, dass dies für längere Zeit unsere letzte Gelegenheit sein würde, gingen mein Freund und ich am Abend, bevor wir Balou abholten, noch einmal richtig schön Essen und stießen auf unsere - nun fünfköpfige und damit irgendwie endlich vollzählige - Familie an.

Verraten Sie mir doch, wie Sie Ihren Hund ausgesucht haben? War es seine Initiative? Hat Ihr Züchter die Wahl getroffen oder kannten Sie sich vielleicht nur vom Foto, weil Ihr vierbeiniger Freund aus einer Auffangstation im Ausland kommt? Ich freue mich auf Ihre Geschichte - schreiben Sie uns in den Kommentaren!

Und so geht's weiter:

Bett oder nicht Bett - Das ist hier die Frage!

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