02.07.2019

Gut oder geht so? Stiftung Warentest: Hundefutter im Test

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Er kann es kaum erwarten – aber taugt es auch was und tut es ihm gut? Stiftung Warentest hat Hundefutter getestet. Das sind die Ergebnisse.

Foto: iStock/chris-mueller

Er kann es kaum erwarten – aber taugt es auch was und tut es ihm gut? Stiftung Warentest hat Hundefutter getestet. Das sind die Ergebnisse.

Hundefutter sollen unsere geliebten Vierbeiner mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen, aber tun sie das wirklich? Stiftung Warentest hat sich einige Sorten genauer angeschaut.

Er ist des Menschen bester Freund, der Hund. Für seinen treuen Vierbeiner will man deshalb natürlich nur das Beste, auch beim Futter. Aber was ist wirklich in Pedigree und Co drin? Und taugen preiswerte Produkte überhaupt? Stiftung Warentest hat 31 Produkte unter die Lupe genommen, und die Ergebnisse sind erstaunlich. So sind die Hundefutter im Test.

Hundefutter im Test – ein Riesenmarkt

Mehr als 9 Millionen Hunde leben zurzeit unter deutschen Dächern. Das sind 2,4 Millionen mehr als noch vor fünf Jahren.

Was das Futter betrifft, hat jeder eigene Vorstellungen. Manche füttern Dosen-, andere lieber Trockenfutter. Wieder andere setzen auf das so genannte Barfen (Barf steht für biologisches, artgerechtes Rohfutter). Ein Riesenmarkt für die Industrie, denn Hundebesitzer lassen sich das Futter ihrer Vierbeiner jährlich mehr als 445 Millionen Euro kosten.

So wurde getestet und das wurde untersucht

Untersucht wurden von den Testern 26 klassische Nassfutter, außerdem 5 tiefgekühlte Barf-Menüs aus dem Heimwerkermarkt, Fach- und Onlinehandel. Laut Hersteller sind letztere eine rohe Komplettmahlzeit. Sämtliche 31 getesteten Hundefutter sind Alleinfuttermittel, und sollen alle notwendigen Nährstoffe zuliefern, darunter Aminosäuren für Herz und Muskeln, Linolsäure für Leber, Haut und Fell, Kalzium und Phosphor fürs Skelett sowie Vitamine.

Ein hoher Anspruch, dem die Wissenschaftler der Stiftung Warentest auf den Zahn fühlten: Als Modellhund wurde ein deutscher Durchschnittshund berechnet, dieser wiegt 15 Kilogramm, bewegt sich mäßig und benötigt täglich 724 Kalorien.

Das sind die Gewinner des Hundefutter-Tests

Eindeutiger Gewinner des Kampfes Barf- gegen Nassfutter ist das Nassfutter. Ganz vorn dabei sind hier die sehr guten Marken der Handelsketten Edeka, Lidl, Aldi Süd, Netto Marken-Discount und Penny. Hier fanden die Tester den optimalen Nährstoffmix. Sehr gut fanden sie auch die empfohlenen und passenden Futtermengen für verschiedene Gewichtsklassen. Wie bei den meisten getesteten Produkten, sind Schadstoffe kein Problem. Auch der Preis wusste zu überzeugen: Mit 55 bis 85 Cent pro Dose oder Schale sind sie sehr günstig.

Fazit: Sechs Futter erwiesen sich als sehr gut. Vor allem für kleinere Hunde eignen sich die von Lidl, Aldi Süd, Netto Marken-Discount Pablo und Penny. Die Tagesration kostet 1,36 bis 1,58 Euro. Für große Tiere sind die großen, günstigen Dosen von Edeka und Netto Marken-Discount Sancho (je 59 Cent) ideal. Bestes Markenprodukt wurde im Test Pedigree (1,99 Euro).

Diese Verlierer-Produkte können die Hundegesundheit schädigen

Neun Produkte sind nach Aussage von Stiftung Warentest als Alleinfutter für Hunde ungeeignet. Sie wurden als mangelhaft eingestuft. Darunter sind auch sämtliche Barf-Menüs. Werbeaussagen wie "mit allem, was der Hund braucht, um gesund zu bleiben", entsprächen sie nicht der Realität, so die Tester, da die Fleisch-Gemüse-Mahlzeiten unausgewogen seien. Es fehlten Vitamine und Mineralstoffe, wie Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Jod, Kupfer, Vitamin A, B1 oder D. Bei Kalzium- und Phosphormangel könnten Hunde Knochenschäden erleiden. Ein Vitamin A-Mangel kann Augenschäden hervorrufen, und zu wenig Vitamin B bewirke nervöse Störungen.

Die vier mangelhaften Dosenfutter waren von dm Dein Bestes, Fressnapf Real Nature sowie die teuren von Herrmann‘s Manufaktur und Herzenshund, die sogar bewusst auf Vitamin- und Mineralstoffzusätze verzichten.

Übrigens können auch Hunde und Katzen an Durchfallerkrankungen leiden. Lesen Sie, was Sie dann beachten müssen, damit Ihr Vierbeiner schnell wieder fit wird.

So wurde getestet

Im Test: 31 Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde – alle Produkte wurden von August bis September 2018 eingekauft. Alle Futter wurden anonymisiert geprüft. Alle Prüfmethoden finden Sie bei test.de.

  • Im Labor bestimmten die Tester den Nährstoffgehalt der Futter, darunter Eiweiß und Aminosäuren, Fett, Vitamine und Mineralstoffe.
  • Schadstoffe: Untersucht wurden alle Futter auf Blei, Arsen, Kadmium, Quecksilber und Melamin.
  • Mikrobiologische Qualität: Bestimmt wurden für alle Futter die Gesamtkeimzahl, geprüft wurde auf Salmonellen, Clostridien, Enterobakterien.
  • Drei Experten prüften das Öffnen und Wiederverschließen der Packungen und wie sich das Futter entnehmen ließ. Kontrolliert wurden auch Recyclinghinweise und Materialkennzeichnungen.
  • Getestet wurden auch Deklaration und Werbeaussagen, z.B. ob Packungsangaben vollständig und korrekt waren. Drei Experten prüften Übersichtlichkeit und Lesbarkeit.
  • Das Futter wurde zusätzlich auf enthaltene Tierarten geprüft und ob Spuren von tierischen Bestandteilen wie Haare, Horn, Borsten oder Federn in den Futtern zu finden waren.
  • Produkte, die eine getreidefreie oder glutenfreie Rezeptur bewarben, wurden entsprechend untersucht.
  • Barf-Menüs wurden zusätzlich auf Konservierungsstoffe getestet.

Dass auch Hundefutter strengen Test unterliegen sollte, auch was den Nährstoffgehalt betrifft, zeigt ein Fall eines US-Unternehmens: Ein weltweit vertriebenes Hundefutter musste zurückgerufen werden – leider erst, nachdem mehrere Hunde nach dem Verzehr gestorben sind.

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