12.10.2013

Erst Attraktion auf dem Ferienhof, dann ab zum Metzger Über das grausame Geschäft mit Haflinger-Fohlen haben wir schon mehrfach berichtet. Jetzt brauchen Laura Sardina und ihr Team von 'animal spirit' erneut Hilfe: Wieder müssen Fohlen freigekauft werden, wieder suchen gerettete Tiere ein Zuhause.

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Erst Attraktion auf dem Ferienhof, dann ab zum Metzger: Über das grausame Geschäft mit Haflinger-Fohlen haben wir schon mehrfach berichtet. Jetzt brauchen Laura Sardina und ihr Team von 'animal spirit' erneut Hilfe: Wieder müssen Fohlen freigekauft werden, wieder suchen gerettete Tiere ein Zuhause.

© K. Costanzo

Leise schnaubend nähert sich die junge Stute der fremden Hand. Sekunden später schließt sie die Augen, genießt die Berührung. Angst? Scheint 'Stella' nicht zu kennen. Dabei wollten Menschen sie in den Tod schicken. Ihr Schicksal stand vom ersten Tag an fest: geboren, um zu sterben …

'Stella', die verschmuste Kaltblut-Stute, stammt aus Österreich. Im Februar 2012 kommt sie auf die Welt, tollt als bildhübsches Fohlen über die Weiden, begeistert Urlauber. Im Herbst ist die Feriensaison vorbei, 'Stella' schon nicht mehr ganz so niedlich – und sie landet in Maishofen, auf einer großen Fohlen-Auktion. Laura Sardina (46) von der Tierschutzorganisation 'animal spirit': "Für die meisten der Tiere bedeutet der Verkauf dort: Ab auf den Schlachthof! Es zerreißt mir jedes Mal das Herz, wenn ich sehe, wie die Noriker und Haflinger-Fohlen, manchmal gerade erst drei Monate alt, auf die Lastwagen getrieben werden. Weil ich weiß, dass sie nur noch wenige Stunden zu leben haben." Meistens fahren die Laster direkt zu den Schlachthöfen in Italien – dort gilt Fohlenfleisch als Delikatesse.


Als Laura Sardina vor vier Jahren von dem Schicksal der Pferde hörte, wusste sie sofort: Ich muss was tun. Deshalb unterstützt sie 'animal spirit'. "Erst habe ich gespendet, aber das hat mir dann nicht mehr gereicht." 19 Noriker hat sie in den letzten beiden Jahren gekauft und nach Schleswig-Holstein geholt, wo sie ein kleines Paradies für die geretteten Pferde gescha ffen hat. Täglich ist Laura Sardina bei ihnen. "Sie sind unglaublich liebevoll und zutraulich, richtig dankbar."


Diese Pferde haben es verdient, geliebt zu werden
Was wohl auch an der Rasse liegt: "Noriker sind Kaltblut-Pferde, sie sind ideale Freizeitpferde, passen gut zu Anfängern oder Menschen über 50." Sie lächelt. "Sie nehmen jedem die Scheu." Laura Sardina sucht nun für ihre Schützlinge ein neues Zuhause. "Sie haben es verdient, einen Menschen zu finden, der sie von ganzem Herzen liebt." Und dann hat Laura Sardina wieder eine neue Aufgabe: "Ich fahre im Herbst wieder nach Österreich. Fohlen retten."



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