Aktualisiert: 17.01.2021 - 10:35

Futter, Vogelhaus und Co Ratgeber: So tun Sie Vögeln im Winter etwas Gutes

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Gerade im Winter finden Vögel oft nicht genügend Nahrung. Es ist daher durchaus mittlerweile von Experten empfohlen, in den kalten Monaten zu helfen und Vögel zu füttern. Sie müssen nur wissen, wie!

Foto: iStock.com / schnuddel

Gerade im Winter finden Vögel oft nicht genügend Nahrung. Es ist daher durchaus mittlerweile von Experten empfohlen, in den kalten Monaten zu helfen und Vögel zu füttern. Sie müssen nur wissen, wie!

Vögel finden im Winter nur schwer Nahrung, weshalb das Füttern von Vögeln in der kalten Jahreszeit Tradition hat. An Futterstellen lassen sich Vögel außerdem aus der Nähe beobachten – so wird das Füttern zu einem Naturerlebnis für Groß und Klein. Doch wann ist die richtige Zeit, die gefiederten Gesellen mit Nahrung zu versorgen? Welcher Futterspender ist der Richtige? Und was fressen welche Vögel?

In der kalten Jahreszeit wird es für heimische Vögel zunehmend schwerer, ausreichend Futter zu finden. Viele Vogelfreunde stellen deswegen Meisenknödel oder Futterhäuschen auf, um Spatzen, Rotkehlchen und Co nicht verhungern zu lassen. In unserem Ratgeber verraten wir Ihnen, was es bei der Fütterung von Vögeln im Winter alles zu beachten gilt.

Vögel füttern im Winter: Ist die Fütterung sinnvoll?

Bei Tierliebhabern scheiden sich die Geister, ob eine Fütterung im Winter wirklich sinnvoll ist. Gegner befürchten einen Eingriff in die Natur. So würden schwache und kranke Tiere durch den Winter gebracht und in den natürlichen Ausleseprozess eingegriffen. Des Weiteren würden hauptsächlich Arten unterstützt, deren Bestand nicht gefährdet sei, wodurch seltenere Arten noch weiter zurückgedrängt würden.

Die Befürworter der Winterfütterung wiederum argumentieren, dass es bei den gegebenen schlechten Umweltbedingungen auf den Schutz jedes einzelnen Tieres ankomme. Für gewöhnlich ernähren sich Vögel meist von Insekten, doch laut NABU ist deren Anzahl in den letzten 25 Jahren um mehr als 70 Prozent zurückgegangen, was auf den Gebrauch von Pestiziden zurückzuführen ist. Gegen den Rückgang von Bienen können Sie allerdings auch selbst vorgehen: So schaffen Sie mit einer Wildblumenwiese Lebensraum.

Damit nicht genug: Die Chemikalien in den Pestiziden reichern sich in den noch lebenden Insekten an – und wenn Vögel diese dann fressen, kann das zum qualvollen Tod führen. Angesichts dieser Umstände ist dennoch nicht von der Winterfütterung abzuraten. Das sagt auch der Ornithologe Prof. Dr. Peter Berthold, Autor des Buches "Vögel füttern, aber richtig": Das Zufüttern ist seiner Expertenmeinung nach mittlerweile eine notwendige Überlebenshilfe für viele Vogelarten.

Worauf Sie allerdings achten müssen: Es muss die richtige Zeit, der richtige Ort und das richtige Futter sein. Unsachgemäße Fütterung schadet tatsächlich mehr als gar keine Fütterung.

Wann dürfen Vögel im Winter gefüttert werden?

Es gibt keine feste Regel dafür, von wann bis wann man Vögel füttern sollte. Der NABU empfiehlt, Ende November mit der Fütterung zu starten und die Vögel dann regelmäßig bis Ende Februar mit Futter zu versorgen. Wichtig sei dabei allerdings, dass eine kontinuierliche Fütterung besteht, da sich die Tiere schnell daran gewöhnen können.

Die Empfehlungen gelten ausdrücklich nur für die Wintermonate, denn in der Jungenfütterungszeit von April bis Juli kann Wintervogelfutter für Jungvögel zur tödlichen Gefahr werden. An zu großen Nüssen und Kernen können sie ersticken, fettreiches Futter können sie noch nicht verdauen. Am besten eignen sich dann kleine Sämereien oder Insektenfutter.

Vogelhaus oder Futterspender: Welches Behältnis ist das Richtige? Und wohin damit?

Beim Thema Vogelfütterung kommen einem direkt die klassischen Vogelhäuschen in den Sinn. Die sind allerdings sehr pflegeintensiv. Die Tiere laufen im Futter herum, es kann schnell mit Kot verunreinigt werden und sollte demnach regelmäßig gereinigt werden. Besser und mit weniger Aufwand für Sie verbunden sind Futtersilos oder -spender. Die Spender sollten so angebracht werden, dass das Futter selbst bei Wind und Wetter nicht durchnässt, da es sonst verdirbt oder gefriert. Das Futter können Sie für einen längeren Zeitraum bereitstellen, der Spender muss nur vor und nach der Wintersaison grundgereinigt werden. Aber auch zwischendurch ist ein Säubern mit heißem Wasser – ohne chemische Zusätze! – wichtig. Vorsicht: dabei Handschuhe tragen!

Bringen Sie die Futterstation an einer übersichtlichen Stelle an, um den Vögeln so einerseits Schutz vor Katzen zu bieten und sich andererseits selbst eine gute Beobachtungsposition zu sichern. Deckung in Form von Bäumen oder Büschen ist aber dennoch wichtig, um gegen mögliche Sperber-Attacken Schutz zu geben. Achten Sie außerdem auf einen ausreichend großen Abstand von etwa zwei Metern zu Glasscheiben. Sollten welche in der Nähe sein, helfen Aufkleber, damit die Vögel nicht dagegen fliegen.

Welches Futter für welche Vögel?

Geht es um ihre Fressgewohnheiten, unterscheidet man Vögel in Weichfutter- und Körnerfresser. Als Basisfutter, das von fast allen Arten gefressen wird, gelten Sonnenblumenkerne. Die am häufigsten an Futterstellen anzutreffenden Körnerfresser sind Meisen, Finken und Sperlinge. Hierzulande überwintern außerdem Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Amseln oder Zaunkönige. Für sie kann man Kleie, Haferflocken, Obst und Rosinen bereitstellen.

Insbesondere für Meisen gibt es sogenannte Meisenknödel zu kaufen. Bevorzugen Sie hier die Variante ohne Plastiknetz. Die Vögel können sich mit den Beinen in den Netzen verheddern und verletzten.

Der NABU empfiehlt: Vogelfutter möglichst aus biologischem Anbau zu kaufen. Zwar sei es für die Vögel im eigenen Garten nicht besser als anderes, biete jedoch den Vögeln im Anbaugebiet einen besseren Lebensraum. Die NABU-Experten warnen außerdem vor billigem Vogelfutter: Dieses sei oft mit großen Anteilen an Weizenkörnern gestreckt, die bei den Vögeln weniger beliebt sind und häufig auf dem Boden landen – und das könne Ratten anlocken.

Vorsicht: Brot und andere Essensreste sind für Vögel tabu! Brot quillt im kleinen Vogelmagen auf, reines Fett löst Darmentzündungen aus. Vogelfutter wie Meisenknödel und Co. können Sie auch ganz leicht selbst machen.

Doch nicht nur im Winter können Sie den gefiederten Tierchen etwas Gutes tun: So helfen Sie Vögeln mit Vogelbad und Vogeltränke. Und im Video sehen Sie, wie Sie Vögeln einen Swimmingpool bauen, der auch noch hübsch aussieht:

Swimmingpool für Vögel: Anleitung NABU

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