08.11.2019

Haustier auf vier Pfoten Diese Hunderassen eignen sich am besten als Familienmitglied

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Damit Sie den geeigneten Familienhund für sich und Ihre Lieben finden, haben wir Ihnen wichtige Informationen zusammengestellt.

Foto: imago images / Westend61

Damit Sie den geeigneten Familienhund für sich und Ihre Lieben finden, haben wir Ihnen wichtige Informationen zusammengestellt.

Viele Kinder wünschen sich nichts sehnlicher als einen eigenen Hund. Im Prinzip spricht nichts dagegen. Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten, ehe Eltern einen Hund anschaffen. Denn manche Rassen sind nicht wirklich als Familienhund geeignet.

Früher oder später wünschen sich die meisten Kinder einen vierbeinigen Gefährten. Allerdings ist nicht jeder Hund für jede Familie geeignet, nicht alle Hunde sind Familienhunde. Es gibt von Rasse zu Rasse teilweise erhebliche Unterschiede, was den Charakter, den Spieltrieb, das Auslaufbedürfnis und die Gutmütigkeit gegenüber mitunter anstrengenden Kindern betrifft. Aus diesem Grund sollten sich Familien mit Kindern genau überlegen, welchem Hund sie ein neues Zuhause schenken wollen. Wir haben Susanne Kautz, zertifizierte Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin aus Köln, gefragt, welche Rassen geeignete Familienhunde sind. Sie sagt klar: "Auch in einer Mietwohnung kann sich ein Hund wohlfühlen, wenn er außerhalb der eigenen vier Wände ausreichend ausgelastet wird."

Vorab: Wie geeignet sind Sie für einen Familienhund?

Das Wichtigste: Überlegen Sie sich gut, ob Sie ausreichend Zeit und Geld haben, um einen Hund bei sich aufzunehmen. Diese drei Faktoren sind wichtiger als ein großes Haus mit riesigem Garten:

  • Je nach Größe des Hundes müssen Sie mit 50 bis 100 Euro (oder mehr) im Monat für Futter und Pflege rechnen, dazu kommen Kosten für den Tierarztbesuch.
  • Mindestens drei Mal am Tag muss ein Hund vor die Tür. Und zwar nicht nur eben einmal um den Block, sondern auch mindestens einmal am Tag in Form eines langen, ausgedehnten Spaziergangs, bei dem sich Ihr Hund richtig austoben kann.
  • Dringend: Testen Sie vor der Anschaffung, ob Sie selbst, Ihr Partner oder Ihr/e Kind/er eine Tierhaarallergie hat.

"Außerdem sollte man sich als Eltern bewusst machen, dass man immer selbst für das Wohl und die Erziehung des Hundes verantwortlich sein wird und nicht die Kinder. Die Hauptaufgabe liegt immer bei den Eltern", sagt die Hundeerzieherin. Machen Sie sich und dem Kind auch klar, dass die Anschaffung eines Hundes eine Entscheidung für die nächsten acht bis 18 Jahre sein kann und Ihr Leben und Ihre Gewohnheiten ganz schön auf den Kopf stellen wird.

"Sie dürfen Ihre kleinen Kinder niemals mit dem Hund allein lassen, auch nicht für zehn Sekunden. Entweder das Kind ist bei Ihnen, oder der Hund!", so Susanne Kautz. Das erfordert oft eine punktgenaue Organisation des Alltags.

Welche Rassen eignen sich am besten als Familienhund?

Wem all diese Aspekte bewusst sind und wer sich dann zum Kauf eines Hundes für die ganze Familie entscheidet, sollte auf Folgendes achten: "Der zukünftige Hund sollte gelassen sein, nicht zu temperamentvoll und nicht übermäßig schmerzempfindlich", so Susanne Kautz. "Informieren Sie sich vorab in Rassebüchern, bei einem Tierarzt, Züchter oder Hundetrainer."

Aber Vorsicht: Lassen Sie sich nicht zu vorschnellen Entscheidungen bewegen. "Oftmals haben Züchter & Co. vor allem den Verkauf eines Tieres im Hinterkopf", so die Hundeerzieherin.

Geeignete Familienhunde sind laut Susanne Kautz vor allem sanfte, gelassene Rassen wie der Berner Sennenhund, der zwar groß ist, aber in der Regel ein sehr ruhiges Gemüt hat. Gesellschaftshunde wie der Cavalier King Charles Spaniel und auch typische "Schoßhunde" wie der Mops, die eigens dafür gezüchtet wurden, dem Menschen Gesellschaft zu leisten, sind ebenfalls gut geeignet. Auch der sogenannte Elo ist empfehlenswert."

Weitere geeignete Familienhunde, die teils sehr robust und lernwillig, aber vor allem freundlich, treu und verspielt gegenüber Menschen sind und sich in der Regel gut mit anderen Hunden verstehen, sind (mit kleineren, individuellen Vorbehalten):

  • Golden Retriever
  • Eurasier
  • Australian Shepherd
  • Collie
  • Labrador Retriever
  • Neufundländer
  • Beagle
  • Sheltie
  • Pudel

Es lohnt sich, im Internet ein wenig auf die Suche zu gehen, denn dort sind viele Seiten zu bestimmten Rassen zu finden – in Foren kann man Erfahrungsberichte von Familien mit Hunden lesen.

Warum ein Hund das Leben verlängern kann, erfahren Sie hier.

Welche Hunderassen eher ungeeignet für Familien sind und wie Ihr neuer Familienhund am besten erzogen wird, lesen Sie auf der nächsten Seite.

 

Ungeeignete Hunderassen für Familien: Überzüchtung, Jagdtrieb, extreme Reizschwelle

Abraten würde Hundeerzieherin Susanne Kautz auf jeden Fall von allen Terriern: "Die scheinen zwar von der Größe her auf den ersten Blick geeignet, sind aber sehr beuteorientiert und packen gern zu." Eigenschaften, die im Zusammenleben mit kleinen Kindern nicht passen.

Zu Vorsicht rät die Expertin auch bei den noch immer sehr beliebten Rassen Golden Retriever und Labrador, die eigentlich ideale Familienhunde sind, aber: "Diese Rassen waren mal sehr in Mode und sind heute leider oft stark überzüchtet." Nicht alle Tiere dieser Rasse sind so gutmütig und sanft, wie es zunächst scheinen mag, ihr Charakter ist deutlich beeinflusst. Doch von Überzüchtung wird erst gesprochen, wenn die genetischen und daraus folgenden körperlichen Veränderungen zum Problem fürs Tier werden, sie deren Leistungsfähigkeit verändert. Besonders betroffen sind der Schäferhund, Mops, Dobermann und Chinesischer Faltenhund.

Obwohl alle Hunde einen Jagdtrieb haben, gibt es einige Rassen, bei denen dieser besonders ausgeprägt ist. Die Folge: Diese Hunderassen sind schwieriger zu erziehen und beim Spaziergang kaum aufzuhalten. Für Hunde-Anfänger kann das schnell überfordernd sein, denn diese Tiere benötigen besonders viel Zeit und Geduld. Hunderassen mit starkem Jagdtrieb sind z. B. Dackel, Beagle, Basset Hound, Husky, Weimaraner, Pointer, Retriever, Terrier, Setter, Münsterländer und Magyar Vizsla.

Bei Ihrer Suche nach dem perfekten Familienhund, sollten Sie auch auf die Reizschwelle des Hundes achten, also auf den Punkt, ab dem der Vierbeiner auf einen Reiz reagiert. Diese Schwelle ist situationsabhängig unterschiedlich. Die Reizschwelle ist besonders wichtig bei Hunderassen, die eigentlich als Arbeitertiere gezüchtet wurden und jetzt zum Haustier werden. Diese Rassen können aufgrund der Unterforderung schnell an Triebstau leiden und kann so sehr heftige und aggressive Reaktionen auf die schwächsten Reize entwickeln.

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Generell sollte man auch darauf achten, dass der Hund keine schlechten Erfahrungen mit Kindern gemacht hat. "Ein Tier, das von Kindern schon mit Steinen beworfen oder sonst wie gequält wurde, ist für Familien mit Kindern nicht geeignet", so Susanne Kautz.

Nehmen Sie einen Hund zur Probe auf

Wer auf Nummer sicher gehen will und auf jeden Fall den perfekt zu seiner Familie passenden Hund finden möchte, kann im Tierheim nachfragen, ob es möglich ist, einen Hund zur Probe zu sich zu nehmen. Es empfiehlt sich außerdem, nach einem Hund aus einer Pflegefamilie Ausschau zu halten, die der eigenen Familie sehr ähnlich ist und in der im Idealfall auch Kinder vorhanden sind. So kennt der Hund die Situation bereits, gewöhnt sich schneller ein und die Vorbesitzer können zudem wertvolle Informationen zum Tier geben.

"Informieren Sie sich auch bei Schulen für Blindenhunde, die haben oft Hunde mit leichten körperlichen Defekten abzugeben, die zwar in der Arbeit mit Blinden nicht mehr eingesetzt werden dürfen, aber tolle und vor allem perfekt ausgebildetete Familienhunde abgeben", rät die Hunde-Expertin.

Hat man sich für einen Hund entschieden und holt ihn zu sich nach Hause, sollte man ihm erstmal genügend Ruhe gönnen, um sich einzugewöhnen." Reichen Sie ihn nicht herum, sondern lassen Sie ihn von sich aus auf andere zukommen."

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Die Erziehung liegt immer bei den Erwachsenen!

Und auch bei der Erziehung des Vierbeiners ist einiges zu beachten. Ob Sie sich dafür entscheiden, die Erziehung selbst zu übernehmen oder in eine Hundeschule zu gehen, hängt von Ihrer Erfahrung ab.

Wichtig ist laut Susanne Kautz nur, dass Sie die Erziehung übernehmen – und nicht das Kind. "Ein paar Tricks können Kinder natürlich auch beibringen. Den Hund durch einen Reifen springen lassen, Pfötchen geben oder 'Toter Hund' spielen ist prima. Was man Kindern nicht überlassen sollte, ist, dem Hund etwa beizubringen, an anderen Hunden vorbeizugehen. Er könnte das Kind im Übermut hinter sich herschleifen. Auch Bällchen holen und schmeißen sollten Kinder nicht mit dem Hund üben, da dieser im Eifer schnell mal die kleinen Finger mit dem Ball verwechseln kann, ohne das böse zu meinen."

Wer all diese Regeln beherzigt und sich bewusst macht, dass er sich und seiner Familie ein lebendiges Wesen mit Ansprüchen ins Haus holt und kein Kuscheltier, bei dem spricht nichts gegen die Anschaffung eines Hundes für die ganze Familie.

Auf unserer umfangreichen Haustier-Themenseite gibt's viele weitere spannende Ratgeber rund um das kuschelige Familienmitglied.

Susanne Kautz, zertifizierte Hundeerzieherin & Verhaltensberaterin (IHK/ BHV), erreichen Sie über ihre Webseite www.snopus.de.

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