08.06.2018

Reisen mit dem Haustier Fliegen mit Hund: Das sollten Sie unbedingt beachten

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Für das Fliegen mit Hund ist eine gute Vorbereitung unverzichtbar. Mit unseren Tipps kommen Sie und Ihr geliebter Vierbeiner sicher und wohlbehalten ans Ziel.

Foto: iStock/JodiJacobson

Für das Fliegen mit Hund ist eine gute Vorbereitung unverzichtbar. Mit unseren Tipps kommen Sie und Ihr geliebter Vierbeiner sicher und wohlbehalten ans Ziel.

Fliegen mit Hund bedeutet oft Stress – sowohl für Hund als auch für Herrchen! Wir haben wichtige Tipps, die Hundebesitzern die Planung vereinfachen und das Fliegen für Hund und Halter angenehmer machen.

Eins vorneweg: Eine Flugreise wird beim Hund nicht unbedingt auf Begeisterung stoßen. Schon für viele Menschen ist Fliegen ein Graus. Wie erst muss es da einem Hund ergehen, der gar nicht versteht, was mit ihm passiert? Wenn nur irgend möglich, sollte auf das Fliegen mit Hund also verzichtet werden.

Manchmal lässt es sich jedoch nicht vermeiden. Und für diesen Fall sollte die Flugreise mit dem Haustier möglichst gut geplant sein. Sonst gibt es mitunter ein böses Erwachen - und das bereits am Flughafen.

Fliegen mit Hund: Planung ist das A und O

So kann es passieren, dass die Fluggesellschaft sich weigert, den Hund an Bord zu nehmen. Der Grund ist ganz einfach: Die meisten Fluggesellschaften erlauben pro Flug nur eine begrenzte Anzahl an Tieren. Deshalb sollte, wer mit dem Hund fliegen will, möglichst früh buchen und die Fluglinie darüber informieren, dass der eigene Hund mit von der Partie ist.

Und: Nicht alle Airlines erlauben Tiere an Bord. Billigflieger wie Ryanair bieten zum Beispiel generell keine Möglichkeit, Haustiere mitzunehmen. Bei British Airways dürfen Kampfhunde nicht mitfliegen.

Deshalb vorher unbedingt absprechen, ob das Fliegen mit Hund bei der betreffenden Airline möglich ist. Auch im Reisebüro wird man Hundebesitzern gerne weiterhelfen und gezielt „hundekompatible“ Fluggesellschaften empfehlen.

Handgepäck oder Frachtstück?

Bis zu einem Gewicht von fünf Kilo dürfen Hunde mit Herrchen und Frauchen in die Flugkabine. Ein großer Vorteil für den Hund, da eine vertraute Person bei ihm ist. Doch auch die Tiere in der Kabine dürfen nicht auf den Schoß, sondern müssen in eine Box, die bestimmten Normen unterliegt. Diese Normen sind wichtig, da die Box unter dem Sitz des Vordermanns verstaut werden muss.

Als Faustregel gilt: Die Transportbox darf nicht größer als 48x40x20 cm und nicht schwerer als fünf Kilo sein, sollte ausreichend Luftschlitze besitzen und mit Wasser für den Vierbeiner ausgestattet sein.

Auch größere Hunde ab fünf Kilo reisen in der Box: Sie werden allerdings getrennt vom Besitzer in einer extra Transportbox im Gepäckraum untergebracht. Diese Box muss den sogenannten IATA-Bestimmungen entsprechen, was heißt, dass sie wasserdicht, luftdurchlässig und stabil sein muss. Der Hund sollte in der Box bequem stehen können und sich drehen und hinlegen können.

Achtung: Auf ausreichend Luftzufuhr durch Luftlöcher achten. Hier ist Qualität wichtig. Und die hat ihren Preis: Eine gute Transportbox kostet je nach Größe und Ausstattung zwischen 50 und 200 Euro.

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Training für das Fliegen in der Box

Damit der Hund sich an die ungewohnte Situation in der engen Box gewöhnt, ist es wichtig, dass er sich bereits im Vorfeld an die Transportbox gewöhnt. Das können Herrchen und Frauchen trainieren. Das Ziel: Der Hund muss mit der Box etwas Positives verbinden und seine Angst verlieren.

Wie das am besten geht, ist individuell für jeden Hund anders. Manche verlieren die Angst, wenn ihr Besitzer sie in der Box füttert, andere finden Vertrauen, wenn ihr Lieblingsspielzeug oder die Schlafdecke in die Box gelegt wird.

Schritt zwei: Wenn der Hund sich entspannt in der Box aufhält, sollte die Tür versuchsweise für kürzere Zeit geschlossen werden. Bleibt er ruhig, sollte der Hund anschließend jedes Mal belohnt werden. Mit der Zeit sollte die Aufenthaltsdauer in der verschlossenen Box ausgedehnt werden, bis die Zeit in der Box ungefähr der Zeitspanne der Flugreise entspricht. Schafft der Hund das, ohne ängstlich zu werden, ist er für die Flugreise gut gewappnet.

Bleibt der Hund jedoch nur sehr wiederwillig in der Box oder lässt sich erst gar nicht hineinlocken, kann zur Not auch ein leichtes Beruhigungsmittel vom Tierarzt verabreicht werden. Das Medikament sollte wenn möglich bereits vor der Reise zu Hause ausprobiert werden, um die Wirkung einzuschätzen.

Damit der Hund sich in der Box nicht unnötig einkotet, sollte die letzte Mahlzeit zwölf Stunden vor dem Abflug gegeben werden und mit dem Hund vor dem Einchecken ausgiebig Gassi gangen werden.

Kost und Logis für den Hund

Bei längeren Flügen hat der Hund dieselben Bedürfnisse wie am Boden: Er muss fressen, trinken und sein Geschäft verrichten. Deshalb ist es für lange Flüge wichtig, dem Hund dies alles in der Box zu ermöglichen. Zum einen sollten Sie Futter und Wassernäpfe in die Box stellen. Diese müssen von außen befüllbar sein. Da der Hund über den Wolken kaum Gassi gehen kann, muss der Boden der Box mit einem saugfähigen Material ausgestattet sein (Decke, Holzwolle oder Hundekissen).

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Papiere, Impfpass und Dokumente: Organisation ist alles

Hundebesitzer sollten sehr gut darauf achten, die Box ihres Hundes mit dem eigenen Namen, Adresse und Telefonnummer zu beschriften. Auch der Name des Hundes kann hilfreich sein, da das Flugpersonal ihn dann besser ansprechen kann, um ihn zu beruhigen. Wichtig auch: Impfpass und Gesundheitsnachweise mit einer selbstklebenden Folie an der Box befestigen. So ist ihr Liebling perfekt ausgestattet.

Tipp: Für das Fliegen mit Hund ist ein Direktflug zum Urlaubsziel einem Flug mit mehreren Zwischenstopps immer vorzuziehen. Sonst könnte der Vierbeiner beim Verladen oder bei Zwischenstopps verloren gehen oder versehentlich in einem falschen Flieger untergebracht werden. Zudem bedeutet so ein "Umsteigen" für den Hund auch wieder nur eins: Stress pur.

Auch der Hund braucht ein Flug-Ticket. Kein normales, aber Herrchen und Frauchen werden dennoch zur Kasse gebeten. Das Fliegen mit Hund lassen sich die Airlines ganz unterschiedlich vergüten, je nach Größe und Gewicht des Hundes und der Länge der Flugstrecke.

Die Kosten für den gemeinsamen Flug mit Hund variieren jedoch auch von Fluglinie zu Fluglinie. Bei der Lufthansa beispielsweise kostet ein Hund bis acht Kilo, der in der Kabine mitfliegt, auf innerdeutschen Flugstrecken circa 35 Euro und innerhalb Europas 70 Euro pro Flugstrecke. Bei Condor muss für das Fliegen mit einem Hund über sechs Kilo, der in der Transportbox im Frachtraum mitreist, bei Kurz- und Mittelstrecken mit 75 Euro und bei Langstrecken mit 150 Euro pro Strecke gerechnet werden.

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Tipps für das Fliegen mit Hund

Auch die Tageszeit des Fluges ist nicht unerheblich, was den Stressfaktor für den Hund angeht. Deshalb sollte im Sommer am besten früh morgens oder spät abends gereist werden, wenn es noch nicht so heiß ist. Im Winter hingegen sollten Hundebesitzer für das Fliegen mit Hund eher mittlere Tageszeiten wählen.

Letztlich ist und bleibt Fliegen mit dem Hund eine nicht unstrapaziöse Angelegenheit. Wenn es unumgänglich ist und die Vorbereitung von Hund und Herrchen stimmt, wird der Vierbeiner die Reise über den Wolken jedoch gut und unbeschadet überstehen - zumal der Urlaub hoffentlich auch für ihn eine entspannte Zeit wird.

Noch mehr nützliche Tipps zur richtigen Pflege unserer vierbeinigen Freunde finden Sie auf unserer Themenseite.

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