04.09.2017

Artgerechte Haltung Ein Frettchen als Haustier – Das sollten Sie wissen

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Mo, 04.09.2017, 16.31 Uhr

Frettchen spielen in der Wohnung.

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Ein Frettchen ist sicherlich ein Haustier, das nicht jeder hat. Wir informieren Sie darüber, was Sie bei der Haltung der kleinen Tiere beachten sollten.

Niedlich! Frettchen sehen auf den ersten Blick zuckersüß aus. Eigentlich sind sie aber Raubtiere.

Wer also ein Frettchen als Haustier halten möchte, der sollte sich vorher gründlich über diese Tierart informieren. Frettchen sind recht pflegeintensiv. Wir geben Ihnen einen Überblick über die richtige und vor allem artgerechte Frettchen-Haltung.

Informationen zur Frettchen-Haltung

Das Frettchen

Frettchen wurden aus wilden Iltissen gezüchtet. Sie gehören zur Familie der Marder und sind kleine Raubtiere. Der lateinische Name für das Frettchen lautet "Mustela putorius furo". "Mus" heißt Maus und "putorius" bedeutet so viel wie "übel riechen".

Zur Erklärung dieses Namens: Frettchen jagen Mäuse und besitzen eine Stinkdrüse zur Abwehr ihrer Feinde.

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Größe und Gewicht

Ein männliches Frettchen wird als Rüde, ein weibliches als Fähe bezeichnet. Rüden sind meistens größer als Fähen. Die männlichen Tiere erreichen im Schnitt eine Körperlänge von 40 bis 45 Zentimetern.

Sie können zwischen 800 Gramm und mehr als zwei Kilogramm wiegen. Die weiblichen Frettchen werden in der Regel etwa 35 Zentimeter groß und wiegen zwischen 550 und 900 Gramm.

Der buschige Schwanz der Tiere ist etwa halb so lang wie ihr Körper. Im Schnitt werden Frettchen etwa sechs bis acht Jahre alt. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben.

Frettchen und andere Tiere

Frettchen brauchen unbedingt Gesellschaft. Im Idealfall hält man zwei bis drei Tiere gemeinsam.

Mit Hunden und Katzen kann es zu einem harmonischen Zusammenleben kommen. Trotzdem ist Vorsicht geboten, damit sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen.

Vögel, Nagetiere und Kaninchen sollten nicht zusammen mit Frettchen gehalten werden. Für Frettchen sind dies potentielle Beutetiere. Mit Aquarien- und Terrarienbewohnern gibt es keine Probleme.

Frettchen in der Wohnung

Wer ein Frettchen in der Wohnung hält, der muss sich einen Frettchenkäfig zulegen und diesen artgerecht einrichten. Zudem ist zu beachten, dass die Tiere die Möglichkeit haben sollten, pro Tag etwa vier bis sechs Stunden frei in der Wohnung herumzulaufen und zu toben.

Katzenspielzeug eignet sich hervorragend als Beschäftigung. Aber Sie sollten natürlich auch immer genügend Zeit aufbringen, um selbst mit Ihrem Haustier zu spielen. Ein Spaziergang an der frischen Luft tut dem Frettchen besonders gut. Hierfür gibt es sogar spezielle Brustgurte und Leinen.

Weil die Frettchen in der Wohnung herumtoben, müssen Sie auf jeden Fall entsprechende Vorsichtmaßnahmen ergreifen. Dies bedeutet, dass alles, was den Tierchen schaden könnte, außer Reichweite gestellt wird.

  1. Dazu zählen beispielsweise Wasch- und Putzmittel, Hygieneartikel, Medikamente, Süßigkeiten, zerbrechliche Gegenstände, CDs, Bücher, Pflanzentöpfe, Kerzen oder auch alkoholische Getränke.
  2. Schließen Sie unbedingt die Küchentür, wenn die Herdplatten noch heiß sind. Sichern Sie am besten auch Steckdosen und Kabel mit entsprechenden Vorkehrungen.
  3. Gucken Sie außerdem immer vorher in die Wasch- und die Spülmaschine, bevor sie diese in Gang setzen. Frettchen verstecken sich nämlich sehr gerne in Ecken, Höhlen, Ritzen und Spalten.
  4. Der Toilettendeckel sollte ebenfalls immer geschlossen sein. Wenn Frettchen hier hinein krabbeln, können sie ertrinken.

Da Frettchen intelligente Tiere sind, ist es meist kein Problem, sie an ein Katzenklo zu gewöhnen.

Anschaffung und Kosten

Frettchen bekommen Sie bei Züchtern. Auch in Tierheimen sind sie häufig zu finden. Der Vorteil: Sie sind meistens schon geimpft und kastriert. Ein Frettchen kostet zwischen 50 und 100 €.

Pflege von Frettchen

Generell kann man sagen, dass Frettchen sehr saubere Tiere sind. Die Pflege des Tieres ist dementsprechend mit keinem großen Aufwand verbunden. Dennoch: Sie sollte ernst genommen werden!

  • Dazu gehört es zum Beispiel, hin und wieder das Fell des Frettchens zu bürsten und die Krallen zu schneiden.
  • Baden sollte man das Tier nur, wenn der Tierarzt es empfohlen hat oder wenn es wirklich stark verschmutzt ist. Hierfür gibt es spezielles Shampoo. Frettchen sollten nur ganz selten gebadet werden. Der Gestank geht davon übrigens nicht weg. Ansonsten können die Frettchen sehr gut selbst für ein sauberes Fell sorgen.
  • Die Ohren des Frettchens müssen regelmäßig gesäubert werden, um Milbenbefall zu verhindern. Am besten verwendet man dazu ein Wattestäbchen und einen speziellen Ohrreiniger.

Informieren Sie sich über den genauen Vorgang bei einem Tierarzt. Er kann Ihnen die Details erläutern.

Ernährung von Frettchen

Frettchen haben einen kurzen Dickdarm. Die Verdauungszeit ist deshalb sehr kurz und liegt bei drei bis vier Stunden. Dem Organismus bleibt somit nicht viel Zeit, die Nährstoffe aus dem Futter aufzunehmen. Daher benötigen Frettchen eine spezielle Ernährung, die zu 20 Prozent aus pflanzlichen und zu 80 Prozent aus tierischem Protein besteht. Zudem haben Frettchen keinen Blinddarm. Es fehlen ihnen demnach Enzyme zum Aufspalten von Getreide.

  • Spezielles hochwertiges und nährstoffreiches Frettchenfutter, in Form von Trocken- oder Nassfutter, gibt es in Zoofachhandlungen zu kaufen. Trockenfutter sollte den Tieren den ganzen Tag zur Verfügung stehen. Ebenso frisches Wasser.
  • Frettchen zählen zu den Fleichfressern. In freier Wildbahn ernähren sie sich von kleinen Beutetieren wie Kaninchen, Nagetieren, Vögeln, Würmern oder kleinen Schlangen. Deshalb sollte auf dem Speiseplan auch frisches Fleisch stehen, zum Beispiel Rind- und Geflügelfleisch.
  • Wer möchte, der gibt seinem Frettchen Lebendfutter wie Mäuse und Küken. Das ist aber Geschmackssache. Leckerlis, wie verschiedene Sorten Obst und Gemüse, sind natürlich auch erlaubt.
Frettchen spielen in der Wohnung.

Frettchen: Unbedingt beachten!

Frettchen und Kinder

Ein Frettchen ist kein geeignetes Haustier für kleine Kinder. Man sollte nämlich nicht vergessen, dass sie Raubtiere sind. Sie haben scharfe Zähne. Zudem kann es sein, dass sie auch mal beißen oder kratzen. Deshalb sollten Sie Ihr Kind nicht alleine mit dem Tier spielen lassen.

Frettchen müssen kastriert werden

Wer ein Frettchen als Haustier hält, der muss es unbedingt kastrieren lassen. Rüden können mit der Zeit aggressiv werden und markieren sehr gerne ihr Revier. Fähen kommen in die Ranz, das heißt, sie werden geschlechtsreif.

Werden die Tiere nicht kastriert, dann kann es sein, dass die Fähen in eine Dauerranz kommen. Das ist wiederum sehr gefährlich und kann für Frettchen sogar tödlich enden. Bei der Dauerranz handelt es sich um eine Östrogenvergiftung. Das Knochenmark der Tiere wird zerstört, sie werden blass, magern ab und werden schwach.

Unkastrierte Frettchen haben darüber hinaus einen starken Eigengeruch. Sie in der Wohnung zu halten ist nicht empfehlenswert.

Frettchen als Haustier – Ja oder Nein?

Frettchen sind niedliche Tiere – keine Frage. Aber: Es sind eben auch kleine, lebhafte Raubtiere! Und sie stinken ein wenig. Das sollten Sie stets bedenken. Sie brauchen sehr viel Platz, ganz viel Bewegung und die Möglichkeit, draußen einen Spaziergang mit ihrem Besitzer zu unternehmen. Frettchen-Halter müssen außerdem immer auf die richtige Ernährung ihres Tieres achten.

Wer genügend Zeit für sein Tier aufbringt, sich liebevoll um sein Frettchen kümmert sowie über optimale Bedingungen für die Frettchen-Haltung verfügt, der wird ganz sicher mit seinem Frettchen glücklich!

Ganz wichtig: Egal, für welches Haustier Sie sich entscheiden, Sie sollten sich immer im Klaren darüber sein, dass Sie sich ein Lebewesen nach Hause holen, um das sie sich kümmern müssen. Sie müssen es versorgen und idealerweise auch genügend Zeit aufbringen, um sich ausreichend mit ihm zu beschäftigen. Erfüllen Sie diese Anforderungen nicht, dann tun sie dem Tier und sich selbst keinen Gefallen!

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