05.09.2018

Hilfe für heimische Tiere Vogelfutter ganz leicht selber machen: Meisenknödel & Co.

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Wussten Sie, dass Sie Vogelfutter auch selber machen können? Zum Beispiel freuen sich Kohlmeisen über Erdnüsse – oder gleich selbstgemachte Meisenknödel.

Foto: iStock

Wussten Sie, dass Sie Vogelfutter auch selber machen können? Zum Beispiel freuen sich Kohlmeisen über Erdnüsse – oder gleich selbstgemachte Meisenknödel.

Im Winter haben es Vögel bei gefrorenem Boden oder Schnee oft schwer, ausreichend Futter zu finden. Sie können den Tieren aber helfen, indem Sie sie regelmäßig füttern. Und kerniges Vogelfutter können Sie sogar ganz leicht selber machen. Hier gibt's Rezepte!

Amseln, Kohlmeisen, Rotkehlchen – nicht nur Vogelfreunde freuen sich über Besuch im Garten oder auf dem Balkon. Laden Sie sich Ihre Lieblingsvögel doch mal ein! Das geht am besten, indem Sie sie mit Nahrung anlocken. Sie können sogar das passende Vogelfutter selber machen. Das Tolle: Sie tun dabei auch noch Gutes, denn im Winter haben es die gefiederten Gesellen schwer, ausreichend Futter zu finden. Mit dem Futter können Sie sie unterstützen. Übrigens ist das eine tolle Möglichkeit, den Kindern oder Enkeln die Tierwelt und den Naturschutz ein wenig näher zu bringen. Sobald das Futter ausgelegt ist, können Sie die Tierchen dann sogar noch zusammen beobachten!

Tipp: Mit der Wahl des Vogelfutters können Sie selbst festlegen, welche Vögel Sie in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon begrüßen dürfen.

Vogelfutter selber machen: Tipps für Weichfutterfresser

Rotkehlchen, Amseln, Stare oder Heckenbraunellen sind Weichfutterfresser. Sie suchen ihr Futter am Boden, oft Würmer, aber auch diverse Samen. Möchten Sie für diese Arten Vogelfutter selber machen, sollten Sie feine Haferflocken bereitstellen, Kleie, Rosinen oder Mohn. Auch frisches Obst wie Äpfel mögen Rotkehlchen und Co., genau wie Mehlwürmer, die es im Zoofachgeschäft gibt.

Vogelfutter für Körnerfresser selber machen

Körnerfresser fressen – wie der Name schon verrät – am liebsten Körner. In diese Vogelgruppe gehören Sperlinge oder Finken. Auch Spechte, Meisen oder Kleiber fressen im Winter gerne Körner oder auch Nüsse.

Vogelfutter selber machen, heißt für diese gefiederten Gesellen: Sonnenblumen- und Hanfkerne besorgen und diese in kleine Schüsselchen füllen. Sie können zudem Hirse, Mohn oder Bucheckern zu der Mischung geben.

Rezept für eine Körnermischung: Mischen Sie zum Beispiel ein Viertel Hanfkerne mit zwei Dritteln Sonnenbumenkernen und füllen Sie den Rest mit Haferflocken und gehackten Nüssen auf. Dann in ein flaches Schüsselchen geben und draußen hinstellen.

Für Experimentierfreudige: Meisenknödel selber machen

Wer an Vogelfutter denkt, hat meist auch direkt Meisenknödel im Kopf. Diese Mischung aus Körnern und Fett können Sie zwar auch im Laden erwerben. Selbst gemacht aber schmeckt's den gefiederten Freunden noch besser. Meisenknödel lassen sich in verschiedenen Variationen herstellen, das Grundrezept bleibt aber gleich.

Sie benötigen:

  • 500 g Fett (ungesalzenes Rindertalg vom Metzger, ungesalzenes Butterschmalz oder Kokosfett – das Fett sollte bei 10 °C fest sein)
  • 3 EL Speiseöl
  • mindestens 500 g Körnermischung (Sonnenblumenkerne, Hanfsaat, Mohn, Haferflocken, gehackte Nüsse...)

Und so wird's gemacht:

  1. Erhitzen Sie das Fett in einem Topf vorsichtig, so dass es schmilzt. Nicht kochen!
  2. Nehmen Sie das geschmolzene Fett mit dem Topf vom Herd und rühren Sie das Speiseöl sowie die Körnermischung ein.
  3. Lassen Sie die Masse kalt werden und formen Sie sie dann zu Knödeln. Zum Aufhängen arbeiten Sie einfach ein Stück Kordel ein oder stecken den Knödel in ein Netz.

Die fertigen Meisenknödel – die übrigens auch andere Vögel mögen – können Sie entweder direkt aufhängen, kühl stellen oder einfrieren. Hängen lassen können Sie die Knödel je nach Außentemperatur zwei bis vier Tage. In der Regel sind die Vögelchen aber so erfreut über das frische Mahl, dass es sowieso nicht länger als zwei Tage hängt. Im Kühlschrank lässt sich ein Meisenknödel rund eine Woche aufbewahren. Sie können sie aber auch in kleinen Portionen einfrieren. Vor dem Aufhängen dann aber darauf achten, dass sie komplett aufgetaut sind.

Vorsicht: Diese Lebensmittel sollten Sie nicht verfüttern

Wer sich dazu entschließt, Vogelfutter selber zu machen, kommt schnell auf die Idee, Speisereste oder Brot zu füttern. Das ist jedoch nicht das passende Fressen für Vögel. Brot quillt im Vogelmagen auf. Das gilt übrigens auch fürs Enten füttern. Zwar stürzen sich Enten & Co. auf Brot, doch vertragen können sie es nicht gut. Auch gesalzene oder gewürzte Speisereste vertragen Vögel nicht.

Wie werden Vögel am besten gefüttert?

Sie haben sich die Mühe gemacht, Vogelfutter selber zu machen – jetzt bleibt nur noch die Frage: Wie verfüttern Sie es am besten? Optimal sind Futtersilos und -spender, ein Futterhäuschen oder eben die genannten Meisenknödel, die sich einfach aufhängen lassen.

Das Futter einfach auf den Boden zu streuen, ist dagegen keine gute Idee. Dadurch werden zum einen alle möglichen Vögel sowie auch Nagetiere angelockt, was dazu führt, dass schneller Krankheiten übertragen werden können. Außerdem verdirbt das Futter so schneller durch die Feuchte des Bodens.

Achten Sie auch darauf, dass ausreichend Abstand zu Fensterscheiben besteht und die Futterstelle hoch genug und vor Katzen geschützt ist.

Haben Sie ein Vogelhäuschen, sollten Sie es regelmäßig reinigen. Worauf Sie sonst noch achten sollten, wenn Sie Vögel im Winter füttern, verrät Ihnen unser Experte.

Wildvögel sind zwar keine Haustiere, beim Beobachten kann es einem aber fast so vorkommen. Verschrecken sollten Sie die Tierchen beim Festmahl allerdings nicht. Lieber aus weiterer Entfernung leise beobachten und die Kinder darauf hinweisen, dass laute Stimmen die Vögel aufscheuchen. Mehr zum Thema Tiere finden Sie auf unserer Themenseite.

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