25.07.2019

Flattertierchen-Alarm! Mehlmotten loswerden: So geht es ganz ohne Chemie

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Mehlmotten lieben, wie ihr Name schon sagt, Getreidemehle, sie nisten aber auch auf Nudeln, Gries, Reis, Graupen und sogar Kakao und Schokolade. So werden Sie die Plagegeister los.

Foto: iStock / wakila

Mehlmotten lieben, wie ihr Name schon sagt, Getreidemehle, sie nisten aber auch auf Nudeln, Gries, Reis, Graupen und sogar Kakao und Schokolade. So werden Sie die Plagegeister los.

In der Küche fliegen gräuliche Minifalter herum und Ihre Cornflakes sind von feinsten Gespinsten durchzogen? Dann haben Sie es eventuell mit der Mehlmotte zu tun. So sieht sie aus, und das können Sie dagegen tun.

Mehlmotten fühlen sich in Küche und Speisekammer zu Hause, ihre Brut macht Lebensmittel unbrauchbar und sie können sich schnell zur Plage auswachsen, wenn man nichts dagegen tut. Dabei ist das gar nicht so schwierig. Mehlmotten loswerden: So geht es ganz ohne Chemie.

Mehlmotten loswerden – so sehen die kleinen Plagegeister aus

Zunächst sollten Sie genau nachsehen, um welche Art von Motten es sich handelt. Der kleine Falter gehört biologisch gesehen zur Familie der Zünsler (Pyralidae) und zur Gattung der Kleinschmetterlinge. Seine Vorderflügel sind blaugrau bis rötlichgrau, darauf zeichnen sich helle und dunkle gezackte Linien ab. Typisch für Mehlmotten sind die hellgrau gefärbten Hinterflügel.

Der Körper der Mehlmotte hat eine Länge von ca. 8 bis 10 mm. Mit Flügeln kommt die Mehlmotte auf eine Größe von ca. 2 cm. Die Raupen der Mehlmotte werden ebenfalls bis zu 2 cm lang, sie sind weiß, manchmal mit rötlichen oder grünlichen Nuancen, und haben einen braunen Kopf.

Mehlmotten: Nahrung und Temperatur fördern die Entwicklung

Nicht die Mehlmotte, sondern die Raupe verursacht den Schaden in Ihrer Küche. Die Mehlmotte legt ihre Eier bevorzugt in Lebensmittel wie natürlich Kornmehlen aller Art, aber auch in Gries, Nudeln, Graupen, Haferflocken, Reis und Hülsenfrüchte, aber auch in Kakao und Schokolade. Ein Weibchen kann zwischen 50 bis 500 Eier insgesamt ablegen, das reicht für eine ausgewachsene Mehlmottenplage in der Küche.

Je nach Raumtemperatur und Nahrung entwickeln sich Mehlmotten bzw. ihre Larven unterschiedlich schnell. So beschleunigen getreidehaltige Nahrung und höhere Temperaturen Wachstum und Entwicklung. Bei normalen Temperaturen von 20° C benötigt die Mehlmotte etwa drei Monate, bei 30° C nur noch die Hälfte der Zeit.

Sind Mehlmotten gesundheitsschädlich?

Bei immungeschwächten Personen wie Kleinkindern oder älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthmatikern können der Kot und die Gespinststrümpfe der Mehlmotten bzw. ihrer Larven Atemwege befallen und für die Entstehung von Pilzen und Sporen verantwortlich sein sowie Allergie auslösen. Dabei kommt es auf die Konstitution der Personen und auf die Menge der verzehrten Lebensmittel an, dennoch sollten befallene Speisen vorsichtshalber entsorgt werden.

Mehlmotten loswerden, das sind die Tricks

Verzichten Sie auf chemische Umgebungssprays und toxische Parasitenmittel, die sich gesundheitsschädlich auf Mensch und Tier auswirken können. Es gibt genügend natürlich wirkende Substanzen und sogar sehr effektive Nützlinge, mit denen Sie gegen Mehlmotten vorgehen können.

Der erste Stepp gegen Mehlmotten: Entsorgen und reinigen

Zunächst müssen befallene Lebensmittel entsorgt werden. Suchen Sie anschließend Schränke, Schubladen, Regale und Behälter nach Mehlmottenspuren ab. Reinigen Sie alle Flächen mit Essigwasser. Gründlichkeit ist wichtig, denn die Tierchen siedeln sich auch in Zwischenräumen und Ritzen ab. Trick: Erhitzen Sie schwer zugängliche Stellen mit einem Fön, da Larven und Eier durch große Hitze schnell absterben.

Wer Fliegengitter an seine Küchenfenster anbringt, kann den zukünftigen Zuflug von Mehlmotten von Außen verhindern.

Schlupfwespen – eine ökologische Variante der Schädlingsbekämpfung

Wer ökologisch vorgehen will und einen größeren Mehlmottenbefall zu beklagen hat, kann zur Bekämpfung der Mehlmotten auf den Einsatz von Schlupfwespen setzen. Diese Nützlinge gibt es in Eierform auf speziellen Kärtchen zu kaufen. Das Prinzip: Schlupfwespen ernähren sich von den Eiern der Mehlmotten. Das funktioniert als Kreislauf, indem die Schlupfwespe ihr Ei in das der Mehlmotte legt und sich die Larve von diesem Ei ernährt. Dieses Prozedere wiederholt sich, bis keine Mehlmotten mehr vorhanden sind. Dann verschwindet die Schlupfwespe wieder von allein nach draußen, weil die Nahrungsquelle ausgeht.

Schlupfwespen sind ca. 0,3 bis 0,5 mm groß und stechen nicht. Allerdings müssen bei stärkerem Mehlmottenbefall manchmal wiederholt Karten mit Schlupfwespeneiern ausgelegt werden, bis auch die letzte Mehlmotte verschwunden ist.

Ätherische Öle gegen Mehlmotten

Ob Zitrone, Orange, Geranie, Anis, Zeder, Pfefferminze oder wohlriechendes Lavendel: Auch mit diesen ätherischen Ölen können Sie gegen Mehlmottenbefall vorgehen. Das ist effektiv, wenn noch nicht so viele Mehlmotten von Ihren Lebensmittel Besitz ergriffen haben und wenn Sie schon im Vorfeld den Zuflug dieser Falter verhindern wollen. Der Geruch dieser ätherischen Öle stößt Mehlmotten ab. Bei einem akuten Eier- oder Larvenbefall ist diese Variante weniger effektiv.

Pheromone gegen Mehlmotten

Diese Mottenfalle arbeitet mit dem Sexuallockstoff Pheromon. Sie zieht die männlichen Motten an und fängt sie. Diese geruchs- und insektizidfreie Falle ist für den Menschen unbedenklich. Das Problem: Sie kann zwar eine weitere Verbreitung verhindern, indem sie die zukünftige Vermehrung unterbindet, allerdings hilft sie nicht bei bereits befallenen Haushalten, da hier vor allem die bereits gelegten Eier und geschlüpften Larven Schaden an den Lebensmitteln verursachen. Als ergänzende Maßnahme ist sie aber sinnvoll.

Diatomeenerde zur Bekämpfung der Schädlinge

Auch mit Diatomeenerde, sogenanntem Kieselgur, können Erfolge im Kampf gegen die Mehlmotte erzielt werden. Hierzu bestäuben Sie einfach schwer zugängliche Ecken in Küche und Speisekammer mit diesem ungiftigen Mehl. Dieses weißlich bis hellbraune Pulver besteht aus den Siliziumdioxidschalen fossiler Kieselalgen und wird auch zur Wurmkur sowie bei Läuse- und Zeckenbefall bei Haustieren und beim Schädlingsbefall der Umgebung z.B. gegen Silberfische und Schaben erfolgreich eingesetzt.

Mehlmotten loswerden: So geht es ganz ohne Chemie. Lesen Sie auch, welche die 10 effektivsten Hausmittel gegen Ameisen sind und warum Sie Feuerwanzen in Ihrem Garten nicht bekämpfen, sondern lieben sollten. Was Sie gegen Marienkäfer im Haus tun können, erfahren Sie hier. Und so werden Sie die Plagegeister Stinkwanzen los.

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