22.03.2020 - 11:03

Coronavirus Richtig desinfizieren: So werden Oberflächen virenfrei

Hygienisch rein? Oberflächen desinfizieren kann hin und wieder mal nicht schaden. Was aber wirklich hilft...

Foto: iStock/PeopleImages

Hygienisch rein? Oberflächen desinfizieren kann hin und wieder mal nicht schaden. Was aber wirklich hilft...

Gerade jetzt ist es wichtig, Oberflächen wie Türklinken, aber auch Smartphones, gründlich zu reinigen. Worauf dabei zu achten ist.

Mittlerweile ist klar: Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 kann eine gewisse Zeit lang auf Oberflächen aktiv bleiben. Fassen wir kontaminierte Gegenstände an, wandern die Viren weiter. Und fassen wir uns selbst wiederum mit kontaminierten Händen ins Gesicht, kann eine Infektion schnell passieren.

Muss ich jetzt alle Oberflächen desinfizieren? Im Grunde ist und bleibt immer noch der beste Schutz, sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen. Doch wenn beispielsweise jemand im Haushalt an Covid-19 oder aber einer anderen Infektionskrankheit erkrankt ist, ist eine gute Haushaltshygiene Pflicht. Aber auch der Haus- oder Wohnungs-Türklinke schadet es nicht, sie regelmäßig zu reinigen. Und eine weitere Keimschleuder tragen wir täglich mit uns herum: das Smartphone.

Oberflächen desinfizieren: Das sind die Grundmittel

Keine Sorge, Sie müssen jetzt nicht gleich die ganze Wohnung desinfizieren. Denken Sie daran: Hauptsächlich gehen nur Sie und möglicherweise Ihre Familie oder Mitbewohner dort ein und aus. Gewissen Oberflächen tut die grundlegende Reinigung aber gut. Das Coronavirus lässt sich mit Wasser und Seife sowie normalen Reinigungsmitteln gut entfernen! Doch für die Zwischendurchreinigung kann es nicht schaden, auch mal zu desinfizieren.

Oberflächen können Sie zwar mit normalen, regelmäßig ausgetauschten Lappen und Reinigungsmittel wunderbar säubern und auch virenfrei putzen. Wenn es aber dann doch mal das Desinfektionsmittel sein soll, nutzen Sie am besten ein Papiertuch zum Auftragen oder Nachwischen. Das können Sie im Anschluss gleich entsorgen. Wir wissen: nicht das beste für die Umwelt. Doch um Keime nicht weiter zu verbreiten, die sicherste Maßnahme.

Zum einfachen Desinfizieren von Oberflächen aus Metall oder Kunststoff eignen sich klassische Oberflächen-Desinfektionsmittel, die Sie aufsprühen und für 30 bis 60 Sekunden einwirken lassen. Genaueres dazu lesen Sie auf der jeweiligen Verpackung. Dann kurz mit einem Papiertuch und wenn möglich etwas klarem Wasser nachwischen. Achten Sie aber darauf, dass die Oberfläche über diese Zeit benetzt bleibt. Tipp: Gegen Sars-CoV-2 wirken Desinfektionsmittel, die mindestens begrenzt viruzid wirken.

Noch einfacher, etwa beim Smartphone, ist es, etwas Desinfektionsmittel auf ein Papiertuch zu geben und das Gerät damit für mindestens 30 Sekunden lang abzuwischen. Halten Sie die Flüssigkeit aber von Stromkontakten oder anderen Öffnungen möglichst fern.

Welche Desinfektionsmittel wirken besonders gut gegen Corona?

Der Weltapothekerverband FIP hat eine Liste mit Mitteln veröffentlicht, die gegen Coronaviren wirken. Im privaten Haushalt sind jedoch Mittel und Wege wie UV-Strahlung, Hitze über 56 °C für 30 Minuten, Ether, Chloroform oder Peroxyessigsäure schwierig bis gar nicht zu nutzen.

Die beste Wahl fürs Zuhause sind daher Ethanol (75 Prozent, im fertigen Desinfektionsmittel) sowie chlorhaltige Desinfektionsmittel auf Flächen, die Chlorverbindungen vertragen. Hier sollten Sie aber vorsichtig sein. Wir empfehlen daher die alkoholische Desinfektion. Ansonsten gibt es aber auch chlorhaltige Haushaltsreiniger. Schauen Sie aber auf die Verpackung: Diese sind nicht für alle Oberflächen geeignet und beim Benutzen sollten Sie besser Handschuhe tragen, die Dämpfe nicht einatmen und beim Putzen gut durchlüften. Und die desinfizierte Oberfläche nochmal mit klarem Wasser und einem sauberen Lappen nachwischen!

Viel getan ist mit ganz normaler Hygiene

Am besten hilft im normalen Haushalt aber das, was sowieso immer die beste Lösung ist: Einzelne Räume ganz normal regelmäßig reinigen und richtig lüften. Diese Tipps gelten nicht nur zu Corona-Zeiten, sondern immer. Es gibt schließlich noch mehr Bakterien und Viren.

  • In der Küche sollten Sie Spülschwämme, Lappen und Co. wöchentlich wechseln, Trockentücher mindestens einmal pro Woche bei 60 °C waschen, das Spülbecken regelmäßig reinigen. Außerdem: Kühlschrank sauber halten und alle zwei Monate gründlich reinigen. Oberflächen sollten Sie täglich bzw. nach jeder Benutzung abwischen. Müll stets zügig entsorgen.
  • Im Bad gilt: Toilette, Dusche und/oder Wanne sowie Waschbecken regelmäßig mit separaten Schwämmen oder Lappen putzen, Fußboden einmal wöchentlich feucht wischen und möglichst täglich lüften, Handtücher richtig waschen.
  • Und auch im Schlafzimmer gelten Hygieneregeln: Bettwäsche etwa alle zwei Wochen frisch beziehen, verschmutzte Matratzen ersetzen, regelmäßig lüften und staubsaugen, Oberflächen feucht abwischen.
  • Mehr Tipps: Alltägliche Hygienemängel: Diese Fehler macht fast jeder

Auch in Zeiten der Coronavirus-Pandemie sollte das eigene Heim sauber sein – so, dass man sich wohlfühlen kann. Sind Sie und alle im Haushalt lebenden Personen gesund, braucht es keine Putzorgien.

In Laborstudien wurde herausgefunden, wie lange das Coronavirus auf Oberflächen aktiv bleibt. Jedoch, und da weist auch Virologe Christian Drosten von der Charité drauf hin, sieht das unter realen Bedingungen wieder anders aus. Da kann die Zeit, in der das Virus infektiös ist, viel kürzer sein. Putzen und Desinfizieren von Oberflächen ist vor allem im öffentlichen Bereich sinnvoll, doch die Handhygiene ist das Allerwichtigste. Also: Sobald Sie nach Hause kommen: Immer direkt ab ins Bad, Hände gründlich waschen. Dann können Sie auch keinen Virus in Ihrer Wohnung verteilen. Und ist jemand in der Wohnung erkrankt, sollte derjenige sowieso Abstand von anderen wahren. Da kann es dann auch ratsam sein, etwas regelmäßiger Türklinken und Co. abzuwischen.

Richtig Hände waschen
Richtig Hände waschen

Außerdem: Vor allem, wenn Sie unterwegs sind, gilt: Nicht ins Gesicht fassen! Mehr Tipps? So schützen Sie sich vor dem Coronavirus

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