Aktualisiert: 05.07.2021 - 21:32

Ganz ohne Chemie! Apfelbaum: Häufige Schädlinge und wie Sie sie bekämpfen

Von Franziska Wohlfarth

Um Schädlinge zuverlässig bekämpfen zu können, müssen sie möglichst früh entdeckt werden.

Foto: Getty Images/carstenbrandt

Um Schädlinge zuverlässig bekämpfen zu können, müssen sie möglichst früh entdeckt werden.

Frostspanner, rote Obstbaumspinnmilbe oder Apfelblütenstecher: Diese Schädlinge haben es ganz besonders auf ihren geliebten Apfelbaum abgesehen. Mit unseren Tricks werden Sie sie schnell wieder los!

Der Apfelbaum gehört zu den beliebtesten Obstbäumen in unseren deutschen Gärten. Doch nicht nur wir Menschen können von den süßen Früchten nicht genug bekommen: Auch Schädlinge vergreifen sich gerne an dem Kernobst. Mit diesen Tipps werden Sie sie schnell wieder los!

Apfelbäume: Hüten Sie sich vor diesen fünf Schädlingen

Bei allen Schädlingen gilt: Je früher Sie erkannt werden, umso besser stehen die Chancen auf eine erfolgreiche Bekämpfung. Deshalb sollten Sie Ihre Bäume regelmäßig kontrollieren und rasch handeln, sobald Sie einen Befall entdecken. Nach diesen Tierchen sollten Sie dabei Ausschau halten:

1. Apfel-Gespinstmotte

Wenn sich ein weißes Netz über Ihren Apfelbaum legt, ist das ein Anzeichen dafür, dass sich die Apfel-Gespinstmotte dort eingenistet hat. Im Sommer legen die Falter ihre Eier an der Rinde des Apfelbaumes ab und im Frühjahr fangen die geschlüpften Larven dann an, sich durch die Blätter zu futtern.

Zu diesem Zeitpunkt beginnen sie dann auch die charakteristischen Gespinste zu bilden, in welchen die Insekten gesellig zusammenwohnen. Im Juni verpuppen sich die Raupen in festen Kokons und schlüpfen dann wieder als erwachsene Falter.

So werden Sie sie wieder los:

Die gute Nachricht ist, dass ein Befall normalerweise nicht tödlich endet. Der Ernteertrag wird zwar stark beeinflusst, doch in der kommenden Saison kann der Baum wieder austreiben. Prinzipiell ist ein Befall mit der Apfel-Gespinstmotte also nur ein ästhetisches Problem: Kahlgefressene Äste und gruselige Netze, die sich wie ein Schleier um den Baum legen, sind eher unschön.

Wenn Sie die Motten loswerden wollen, können Sie die Netze mit einem harten Wasserstrahl herunterspritzen. Legen Sie davor am besten ein Tuch unter den Baum, um heruntergefallenen Larven schnell einfangen zu können. Damit übrig gebliebene Schädlinge den Baum nicht einfach wieder hinaufklettern, sollten Sie einen Leimring am Stamm anbringen.

2. Apfelwickler

Zwischen Mai und September legen Apfelwickler ihre Eier auf unseren heimischen Obstbäumen ab. Die Larven ernähren sich von dem Fruchtfleisch der Äpfel und knabbern sich dabei zum Teil bis ins Kerngehäuse durch. Dabei hinterlassen Sie nicht nur unschöne Löcher, sondern auch Kot. Die Früchte sind nach einem Befall oftmals komplett ungenießbar.

So werden Sie sie wieder los:

Wenn Sie die Schädlinge auf natürlichem Wege loswerden wollen, sollten Sie den Baum schon frühzeitig auf Larven untersuchen. Schütteln Sie die Äste kräftig und bürsten Sie die Insekten mit einer harten Bürste herunter. Es empfiehlt sich, den Boden zuvor mit einem Tuch abzudecken, damit die heruntergefallenen Larven direkt entsorgt werden können.

Auch ein Fanggürtel hat sich als effektive Maßnahme bewährt: Wickeln Sie einen Streifen alte Wellpappe um den Stamm Ihres Apfelbaumes. Dieser sollte mindestens 20 Zentimeter breit sein und einen halben Meter über dem Boden befestigt werden. Die Larven verpuppen sich unter dem dunklen Fanggürtel und können regelmäßig heruntergelesen werden.

3. Apfelblütenstecher

Der etwa vier Millimeter große Käfer nistet sich in den Rindenspalten des Apfelbaumes ein und frisst sich nach dem Winter durch die Blattknospen. Ein paar Wochen später legen die Weibchen bis zu hundert Eier in die Blütenknospen, über welche sich dann die geschlüpften Larven hermachen. Ein Befall mit dem Apfelblütenstecher fällt meist erst dann auf, wenn sich die Blüten nicht öffnen wollen – also dann, wenn es bereits zu spät ist!

So werden Sie sie wieder los:

Statt auf Bekämpfung, sollte also auf Vorsorge gesetzt werden: Machen Sie sich heimische Singvögel zu nutzen und locken Sie diese in Ihren Garten. Meisen, Spatzen, Drosseln und Co. sind die natürlichen Feinde der lästigen Käfer. Nistkästen sind eine tolle Möglichkeit, um heimischen Vögel in Ihren Garten zu locken und ihnen zu helfen.

4. Grüne Apfelblattlaus

Einen Blattlaus-Befall erkennt man an deformierten Blättern und jungen Knospen. Die Krabbler fallen in Horden über die Obstbäume her und scheiden dabei einen zuckerhaltigen Saft aus, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln. Durch diese bilden sich dunkle Beläge, welche die natürliche Photosynthese behindern.

So werden Sie sie wieder los:

Einem Befall lässt sich vorbeugen, indem man nicht übermäßig düngt: Ein Überschuss an Nährstoffen erhöht das Risiko eines Blattlaus-Ansiedlung. Kontrollieren Sie Ihren Baum außerdem regelmäßig und entfernen Sie betroffene Zweige unverzüglich.

Zur gezielten Bekämpfung von Blattläusen, können Sie auf ihre natürlichen Fressfeinde setzen. Marienkäfer oder Ohrenkneifer sind Nützlinge, welche das Blattlaus-Problem für Sie aus dem Weg räumen.

Auch Kernseife soll gegen Blattläuse helfen: Darum sollten Sie den Alleskönner immer zu Hause haben.

Blattläuse bekämpfen: So werden Sie die Schädlinge los
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5. Frostspanner

Der Frostspanner legt seine Eier im Herbst an der Rinde des Apfelbaumes ab. Die Larven des Falters machen sich im Frühjahr dann über Blätter und Blüten her. Resultierend daraus trocknen die Pflanzenteile aus und sterben ab. Das sieht zwar unschön aus, doch der Baum erholt sich von dem Blattverlust normalerweise wieder.

So werden Sie sie wieder los:

Wie auch bei der Apfel-Gespinstmotte, kann ein Leimring einem Befall vorbeugen. Alternativ können Sie auch speziellen Raupenleim auf den Stamm des Baumes auftragen. Wenn die Frostspanner-Weibchen gar nicht erst den Stamm hochkriechen können, so können sie auch nicht ihre Eier dort nicht ablegen.

Quellen: gartentipps.com, mein-schoener-garten.de, plantura.garden, utopia.de

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