Aktualisiert: 03.07.2021 - 19:07

Hilfreiche Pflegetipps Kartoffeln anbauen: Leckere Knollen für Garten und Balkon

Von Franziska Wohlfarth

Mit diesen Tipps wird die Kartoffelernte ein voller Erfolg!

Foto: Getty Images/Mint Images

Mit diesen Tipps wird die Kartoffelernte ein voller Erfolg!

Kartoffeln selber anzubauen ist ganz leicht und klappt sogar auf dem Balkon! Wann ist der richtige Pflanz-Zeitpunkt? Wie oft muss man die Knollen gießen? Und wie ist das eigentlich mit der Düngung? Alles Wichtige auf einen Blick.

Kartoffelsalat, Kartoffelbrei, Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer: Das Nachtschattengewächs ist aus der deutschen Küche kaum mehr wegzudenken. Noch besser schmeckt die Knolle aus eigenem Anbau. Hier erfahren Sie alles zur Pflanzung und Pflege von Kartoffeln.

Kartoffeln selber anbauen: So klappt's!

Bevor es ans Pflanzen geht, müssen Kartoffeln zunächst vorkeimen. Dadurch werden sie schneller erntereif und sind weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Der optimale Zeitpunkt zum Vorkeimen ist Mitte Februar.

Nehmen Sie hierfür einen leeren Eierkarton und füllen Sie ihn mit nährstoffreicher Pflanzerde. Stecken Sie die Kartoffeln dann aufrecht in die Vertiefungen und gießen Sie sie ordentlich an. An einem hellen, kühlen Platz keimen die Knollen innerhalb weniger Wochen.

Kartoffeln auspflanzen

Zwischen Ende März und Mitte Mai können Sie die vorgekeimten Kartoffeln dann in ein sonnenbeschienenes Beet setzen. Nehmen Sie die Knolle dafür vorsichtig aus ihrem Eierkarton-Topf und stecken Sie sie – mit dem Austrieb nach oben – etwa 8 bis 10 Zentimeter tief in die Erde. Der Pflanzabstand sollte mindestens 35 Zentimeter betragen. Um die Kartoffelernte zu verfrühen und die empfindlichen Knollen vor Frost zu schützen, empfiehlt es sich, ein Vlies über das Beet zu legen.

Wenn Sie

Anbau auf dem Balkon

Alternativ gedeihen Kartoffeln auch hervorragend auf dem Balkon. Hobbygärtner:innen mit begrenztem Platz können die Gewächse einfach in Töpfen, Eimern oder sogar Jutesäcken anbauen. Achten Sie hierbei lediglich auf durchlässige Erde und ausreichend Drainage – denn Staunässe vertragen die Kartoffeln überhaupt nicht.

Tipp: Setzen Sie Bohnen, Erbsen und andere Leguminosen neben die Kartoffelpflanzen, um sie beim Wachstum zu unterstützen. Basilikum, Kamille, Petersilie, Schafgarbe oder Thymian sollen den Geschmack der Knolle verbessern. Tomaten eignen sich jedoch überhaupt nicht als Beetnachbarn. Erfahren Sie hier, wie Sie Pflanzen geschickt miteinander kombinieren.

Gießen und Düngen

Wer Kartoffeln anbauen möchte, sollte das schon im Vorraus gut geplant haben. Am besten ist es, den Boden bereits im Herbst aufzulockern und mit Mist aufzubereiten. Dieser sollte nicht frisch sein, da er zu scharf ist und Würmer anlockt.

Wer zu spät dran ist, kann alternativ auch erst kurz vor der Pflanzung im Frühling Kompost oder organischen Dünger in die Erde einarbeiten. Nach dem Austrieb der Kartoffelpflanze können Sie weitere zwei- bis dreimal mit verdünnter Brennnesseljauche düngen.

Obwohl Kartoffeln Trockenheit gut überstehen, dürfen Sie das Gießen dennoch nicht vernachlässigen. Am besten geben Sie einmal pro Woche eine ordentliche Menge an Wasser über die Erde. Um einem Pilzbefall vorzubeugen, sollten die Blätter der Kartoffelpflanze auf keinen Fall nass werden.

Wissen Sie, wie man Pflanzen richtig gießt? Es gibt einen Fehler, den fast alle machen...

Regelmäßig anhäufeln

Um zu vermeiden, dass die Tochterknolle aus dem Boden herauswächst, sollten die Kartoffeln regelmäßig mit Erde angehäufelt werden. Bekommen die Nachtschattengewächse zu viel Licht ab, werden sie grün und unbrauchbar.

Sobald die Triebe etwa 15 Zentimeter hoch sind, schütten Sie etwa 10 Zentimeter Erde auf die Stängel. Wiederholen Sie den Vorgang bis in den Frühsommer, bis die Kartoffeln erntereif sind.

Kartoffelkäfer rechtzeitig absammeln

Die größte Bedrohung für Ihre Kartoffelpflanzen ist der Kartoffelkäfer. Die hungrigen Schädlinge können ganze Kartoffelfelder kahl fressen und Ernten ruinieren.

Halten Sie alle drei bis vier Tage Ausschau nach den schwarz-gelb gestreiften Insekten und lesen Sie sie rechtzeitig von den Blättern ab. Erfahren Sie hier mehr dazu, wie Sie Kartoffelkäfer zuverlässig bekämpfen können.

Erfolgreiche Ernte

Etwa drei Monate nach dem Pflanzen sind die Kartoffeln bereit zur Ernte. Um zu testen, ob sie reif sind, können Sie eine Knolle vorsichtig ausgraben und an ihrer Schale reiben: Lässt sie sich nicht mit dem Finger entfernen, ist sie erntereif.

Heben Sie die Kartoffeln vorsichtig mit einer Grabegabel aus dem Beet, um sie nicht zu verletzen. Danach können sie an einem sonnigen, luftigen Platz etwas nachtrocken. Waschen Sie die Knollen auf keinen Fall ab, da die angetrocknete Erde konservierend wirkt und Ihre Kartoffeln vor Fäulnis schützt.

Quellen: ndr.de, myhomebook.de, mein-schoener-garten.de, meine-ernte.de

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Mit den frisch geernteten Kartoffeln können Sie einen köstlichen Kartoffel-Auflauf mit Fenchel zubereiten. Oder wie wäre es mit einer toskanischen Kartoffelsuppe mit Grünkohl & Hack? Auf unserer Kartoffel-Themenseite finden Sie weitere leckere Rezepte mit der vielseitigen Knolle.

Sie haben Lust auf noch mehr selbst angebautes Gemüse? Hier erfahren Sie alles zum Zucchini-Anbau und wie Sie Tomaten selber anpflanzen.

Außerdem: So gelingt der eigene Erdbeer-Anbau!

Kartoffeln 10 Fakten
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Mehr Tipps und Tricks für Garten und Balkon gibt es auf unserer ausführlichen Themenseite.

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