Aktualisiert: 15.06.2021 - 21:19

Halluzinationen, Übelkeit, Tod Weißer Stechapfel: So gefährlich ist die hübsche Gartenpflanze

Von Franziska Wohlfarth

Bei diesem hübschen Gewächs ist Vorsicht geboten: der Weiße Stechapfel sieht schön aus, ist aber hochgiftig.

Foto: IMAGO/ekina

Bei diesem hübschen Gewächs ist Vorsicht geboten: der Weiße Stechapfel sieht schön aus, ist aber hochgiftig.

Bei dieser Pflanze ist Vorsicht geboten: Der weiße Stechapfel ist mit seinen außergewöhnlichen Früchten und seinen hübschen Trichterblüten zwar schön anzusehen, doch das Gewächs ist hochgiftig!

Obwohl der Name vermuten lässt, dass der Weiße Stechapfel essbar sei, so sollte man von ihm doch besser die Finger lassen. Die Früchte und Pflanzenteile des Gewächses sind sehr giftig und können schon bei kleinen Mengen Symptome wie Unruhe, Halluzinationen oder Mundtrockenheit hervorrufen. Alles zu der gefährlichen Giftpflanze.

Weißer Stechapfel: Von dieser Pflanze sollten Sie sich besser fernhalten

Der Weiße- oder auch Gemeine Stechapfel stammt ursprünglich aus Mexiko und dem Süden der USA. Die Samen des Nachtschattengewächses wurden dann unwissentlich nach Europa eingeschleppt, wo er sich rasch verbreitete. 1580 wurde die Pflanze erstmals in Deutschland nachgewiesen. Seitdem taucht das Gewächs an Wegrändern auf und verirrt sich manchmal sogar in heimische Gärten.

Der botanische Name "Datura stramonium" enthält die persische Wortwurzel "tat", welche sich mit "stechen" übersetzen lässt. Den Namen verdankt das Nachtschattengewächs seinen stacheligen, apfelähnlichen Früchten, welche in etwa die Größe einer Kastanie haben.

Außergewöhnliches Aussehen

Der Gemeine Stechapfel ist mit seinen trichterförmigen, weißen bis violetten Blüten ein echter Hingucker. Die Pflanze wird bis zu einem Meter hoch und fällt durch ihren aufrechten, buschigen Wuchs sofort auf. Auch ihre Früchte sind kaum zu verwechseln: Die eiförmigen, dunkelgrün bis braunen, stacheligen, Kapselfrüchte werden etwa drei bis vier Zentimeter groß.

Wenn sie herunterfallen, verstreuen die Kapseln schwarze, nierenförmige Samen. Diese keimen bereits nach drei Wochen aus und überleben sogar auf sehr kargem Untergrund.

Gemeinen Stechapfel im eigenen Garten anbauen

Der Anbau im eigenen Garten ist legal, wird jedoch nicht empfohlen. Insbesondere wenn Kinder oder Tiere im Haus sind, kann die hübsche Zierpflanze zu einer echten Bedrohung werden. Früchte, Blätter und Blüten enthalten nämlich Scopolamin und andere verwandte Alkaloide. Die Giftstoffe können bereits in geringen Mengen Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Wenn es Ihnen die trichterförmigen Blüten angetan haben, können Sie stattdessen die Weiße Engelstrompete (Brugmansia alba) anpflanzen. Die Blüten hängen zwar herunter und stehen nicht aufrecht, wie beim Stechapfel, doch ansonsten sehen sich die beiden Gewächse zum Verwechseln ähnlich.

Gemeinen Stechapfel schnell loswerden

Der Gemeine Stechapfel ist Pestiziden gegenüber äußerst resistent. Möchten Sie einen Zufallssämling in Ihrem Garten loswerden, sollten Sie also am besten zu Schaufel und Hacke greifen. Achten Sie beim Arbeiten stets darauf, lange Kleidung und Handschuhe zu tragen.

Buddeln Sie die Pflanzenteile aus der Erde und entfernen Sie sorgfältig alle Samenkapseln. Auch wenn diese noch nicht vollständig ausgereift sind, können sie sich auf dem Kompost überleben und sich im kommenden Jahr erneut verbreiten. Entsorgen Sie die Samenkapseln deshalb auf dem Bio- oder Restmüll.

Alternativ können Sie die Pflanze auch im Boden stecken lassen und lediglich die Samenkapseln abschneiden. Da der Gemeine Stechapfel nicht winterhart ist, geht der Strauch bei Frost ein und die Verbreitung wird unterbunden.

Heilpflanze und Rauschmittel

Im Mittelalter wurde der Weiße Stechapfel für die Herstellung von Hexensalben verwendet und zur Behandlung gegen Asthma eingesetzt.

Heute weiß man, dass der Stechapfel keine medizinische Bedeutung hat. Und doch kommt es immer wieder zu Vergiftungen mit der Gartenpflanze: Aufgrund seiner halluzinogenen Wirkung missbrauchen Jugendliche und Erwachsene das Gewächs nämlich nicht selten als Droge.

Doch statt einer schönen Traumreise, erwartet die experimentierfreudigen Konsument:innen oft ein echter Horrortrip. Berichte erzählen von extremen Halluzinationen, die oftmals Tage andauern, psychotischen Zuständen, Tobsuchtsanfällen, Übelkeit, Herzrasen und Hitzewallungen. Im schlimmsten Fall kann ein Konsum sogar einen Herz- und Atemstillstand zur Folge haben.

Quellen: fuxtec.de, t-online.de, mein-schoener-garten.de, stadtpark-guetersloh.de

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