Aktualisiert: 16.06.2021 - 21:49

Am 27. Juni Bauernregel "Siebenschläfertag": Was ist dran?

Von Franziska Wohlfarth

Am Siebenschläfertag hoffen alle Bäuer:innen auf sonniges Wetter.

Foto: Getty Images/Johnny Valley

Am Siebenschläfertag hoffen alle Bäuer:innen auf sonniges Wetter.

"Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag". So lautet eine altbekannte Bauernregel. Doch was ist dran an der mittelalterlichen Weisheit?

Die meisten Bauernregel wurden bereits im Mittelalter aufgestellt – und doch sind sie auch heute noch in aller Munde. Die prägnanten Sprüche sollen dabei helfen, verlässliche Wetterprognosen aufzustellen, um den Erfolg der Ernte abschätzen zu können. Schenkt man einer Bauernregel für den Monat Juni Glauben, so bestimmt das Wetter am Siebenschläfertag, die Aussichten für die nächsten sieben Wochen. Was ist dran?

Bauernregel: Welche Bedeutung hat der Siebenschläfertag?

"Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag", "Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt" oder "Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass." Es gibt eine Vielzahl an Bauernregeln für den Monat Juni, welche behaupten, dass der Siebenschläfertag das Wetter für den Sommer bestimmen würde.

Der Siebenschläfertag ist jedes Jahr am 27. Juni – bis ins 16. Jahrhundert bezog sich der Tag jedoch noch auf den 07. oder 08. Juli. Grund für diese Verschiebung ist die Ersetzung des Julianischen Kalenders durch den Gregorianischen Kalender.

Das sagt die Meteorologie

Betrachtet man den Zeitraum zwischen dem 27. Juni und dem 08. Juli, zeigt sich, dass die Bauernregel tatsächlich einen wahren Kern hat. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes, liegt die Eintrittswahrscheinlichkeit der Siebenschläferregel zwischen 55 und 70 Prozent.

Die Vorhersage hängt maßgeblich mit der Lage des Jetstreams zusammen. Dieses Starkwindband formt sich etwa 15 Kilometer über dem Erdboden und bestimmt das Wetter für die kommenden Tage oder sogar Wochen.

Liegt der Jetstream nördlich über dem Ostatlantik, ist mit einer stabilen Hochdrucklage und sommerlichen Temperaturen zu rechnen. Verläuft der Luftstrom weiter südlich, kann es zu kühlem und regnerischen Wetter kommen.

Warum heißt es eigentlich "Siebenschläfertag"?

Seinen Namen verdankt der Tag nicht etwa den putzigen Nagetieren, sondern einer christlichen Legende. Diese handelt von sieben christlichen Brüdern, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Sie suchten Zuflucht in eine Berghöhle bei Ephesos, wurden dort jedoch entdeckt und lebendig eingemauert.

Doch die sieben Brüder starben in der Höhle nicht, sondern schliefen lediglich ein. 195 Jahre später, am 27. Juni des Jahres 446, wurden sie entdeckt. Sie hatten geglaubt nur eine Nacht geschlafen zu haben.

Zu diesem Zeitpunkt wurden immer mehr Stimmen laut, welche die Auferstehung Christi leugneten. Die Entdeckung der sieben Brüder kam also zum rechten Zeitpunkt: Sie bezeugten Ihren Glauben an die Auferstehung von den Toten und starben dann entgültig.

Quellen: augsburger-allgemeine.de, dwd.de, rp-online.de, ndr.de

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