Aktualisiert: 01.06.2021 - 20:32

Nie wieder Staunässe Blähton statt Erde: So funktioniert die Hydrokultur!

Von Franziska Wohlfarth

Blähton ist das perfekte Substrat für gießfaule Pflanzenliebhaber:innen.

Foto: Getty Images/LianeM

Blähton ist das perfekte Substrat für gießfaule Pflanzenliebhaber:innen.

In immer mehr Blumentöpfen findet man rot-braune Kügelchen statt herkömmlicher Pflanzenerde. Wir verraten Ihnen, was es mit der sogenannten Hydrokultur auf sich hat.

Die einen schwören darauf, die anderen stehen dem ganzen Thema noch etwas kritisch gegenüber: Blähton. Statt mit herkömmlicher Blumenerde werden die Töpfe der heimischen Zimmerpflanzen mit rot-braunen Kugeln gefüllt. Diese Vorteile hat das alternative Pflanzsystem.

Blähton: So hilft das Granulat Ihren Zimmerpflanzen

Hydrokultur ist der neueste Trend unter "Urban Jungle"-Fans! Bei dieser Methode werden Zimmerpflanzen in Blähtonkugeln gesetzt, statt in herkömmliche Blumenerde. Anders als diese schimmelt und verändert sich das Granulat nämlich nicht, sondern bleibt jahrelang strukturbeständig.

Durch ihre porösen Eigenschaften kommt es weniger oft zu Staunässe und die Luftversorgung der Wurzeln ist um einiges besser. Außerdem bietet das Granulat keinen Nährboden für Pilzsporen, was vor allem Allergiker:innen freuen dürfte.

Hydrokultur für Gießfaule

Der wohl größte Vorteil von Blähton als Pflanzsubstrat ist seine Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe zu speichern. Der Pflegeaufwand reduziert sich, man muss weniger häufig gießen und ein Überdüngen ist quasi unmöglich.

Mithilfe eines Feuchtigkeitsmessers, welcher schräg in den Wurzelballen gesteckt wird, kann genau kontrolliert werden, wann wieder gegossen werden muss. Wenn sich die Anzeige rot färbt, sollten Sie etwa ein Viertel des Topfvolumens mit Wasser füllen. Je nach Pflanze sollte das für zwei bis drei Wochen ausreichen.

Spezielle Nährstofflösung statt Blumendünger

Wichtig ist, dass Sie sich von herkömmlichen Zimmerpflanzendüngern verabschieden und stattdessen auf spezielle Nährstofflösungen für Hydrokulturen zurückgreifen.

Bei Hydrokultur-Düngern wird zwischen organischem und mineralischem Dünger unterschieden. Bei der organischen Variante muss der Topf regelmäßig gereinigt werden, da sich ansonsten übel riechende Biofilme auf den Kügelchen absetzen. Mineralischer Dünger enthält wiederrum Salze, welche sich mit der Zeit ablagern.

In beiden Fällen empfiehlt es sich, die Pflanze einmal im Jahr aus dem Behälter herauszuholen und Über-, Innentopf, Substrat und Wurzelballen mit Wasser abzuspülen.

Blähton im Garten

Kübel- und Gartenpflanzen freuen sich ebenfalls über das Substrat. Statt Mulch können Sie einfach eine etwa zwei Zentimeter hohe Schicht Blähton auf die Erde geben. Das verhindert die Ausbreitung von Unkraut, ohne beim Gießen oder Düngen zu stören.

Selbst bei der Bodenverbesserung kommt Blähton zum Einsatz: Arbeiten Sie die kleinen Kügelchen beim Umgraben ein, um lehmige Gartenböden aufzulockern und zu belüften.

Und auch auf den Boden von Balkonkästen oder Pflanzenkübeln kann eine etwa fünf Zentimeter dicke Blähtonschicht gegeben werden. Das Gießwasser kann dadurch schneller abfließen und das Risiko für Staunässe wird minimiert.

Und wo ist der Haken?

Vor allem Leuten, die viel unterwegs sind oder nicht mit dem Gießen hinterherkommen, wird Blähton das Leben erleichtern. Doch das Substrat bringt auch Nachteile mit sich. Denn wer all seine heimischen Pflanzen in die rot-braunen Kugeln setzen möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen.

Anders als bei klassischer Blumenerde kann man die Feuchtigkeit des Substrates nicht einfach erfühlen, sondern ist immer auf die Kontrolle durch eine Wasserstandsanzeige angewiesen. Auch die ständige Zugabe von Dünger könnten viele Pflanzenliebhaber:innen als lästig empfinden.

Quellen: mein-schoener-garten.de, myhomebook.de, plantura.garden

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